Nach der Corona-Schockstarre gibt’s wieder viele freie Ausbildungsplätze

dzAusbildungsmarkt

Die Unsicherheiten durch den Lockdown lösen sich auf, der Ausbildungsmarkt kommt wieder in Bewegung. Es gibt viele Lehrstellen – und den Appell, sich zu bewerben.

Dortmund

, 01.06.2020, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Durch den corona-bedingten Ausfall von Azubi-Speed-Datings, Infoveranstaltungen in Schulen und Karrieremessen, bei denen sich Unternehmer und Bewerber persönlich kennenlernen, und durch die Schockstarre in vielen Betrieben war die Ausbildung aus dem Blick geraten. Jetzt aber spüren die Lehrstellenvermittler und Ausbildungsberater, dass sich die Blockade löst.

Handwerkskammer (HWK) und Industrie- und Handelskammer (IHK) melden freie Lehrstellen. Über 1000 freie Lehrstellen befinden sich derzeit in der HWK-Lehrstellenbörse. Und die IHK zu Dortmund verzeichnet rund 850 Angebote. „Das ist mehr als üblich“, sagt IHK-Sprecher Gero Brandenburg.

Corona überlagerte die Suche nach Lehrstellen

„Gerade zu Beginn der Coronakrise waren die Anfragen von Unternehmern und jungen Menschen primär auf den Umgang mit Corona ausgerichtet. Die eigentlichen Kernthemen wie die Suche nach Lehrstellen, Praktika oder das Finden passender Bewerber spielten kaum eine Rolle“, berichtet HWK-Lehrstellenvermittlerin Jasmin Strassburger. Das habe sich aber wieder geändert.

Jasmin Strassburger ist Lehrstellenvermittlerin bei der Handwerkskammer und sagt Unternehmern, dass es wichtig ist, die Fachkräfte von morgen selbst auszubilden: „Wir unterstützen Unternehmer, Schüler und Studienabbrecher bei allen Belangen rund um die Ausbildung.“

Jasmin Strassburger ist Lehrstellenvermittlerin bei der Handwerkskammer und sagt Unternehmern, dass es wichtig ist, die Fachkräfte von morgen selbst auszubilden: „Wir unterstützen Unternehmer, Schüler und Studienabbrecher bei allen Belangen rund um die Ausbildung.“ © HWK DO

Dennoch, so Strassburger, könne man noch nicht von Normalität sprechen, weshalb digitale Beratungskonzepte unerlässlich geworden seien: „Auf digitalem Raum findet am Dienstag, 23. Juni, die Online-Berufsorientierungsmesse Parentum Online statt, an der eine Kollegin aus der Lehrstellenvermittlung und ich teilnehmen.“

Um Information und Beratung kümmert sich auch die Industrie- und Handelskammer. „Wir haben gerade eine neue Hotline eingerichtet. Unter der Telefonnummer 0231-54 17 200 können sich Bewerber, Eltern oder auch Studienabbrecher über Ausbildungsmöglichkeiten informieren“, sagt Gero Brandenburg. Er betont, dass es problemlos möglich ist, sich jetzt zu bewerben und zum 1. August oder 1. September die Ausbildung zu beginnen.

Jetzt lesen

Stellvertretend für viele Dortmunder Betriebe, die jetzt wieder um Nachwuchskräfte werben, sagt Nicole Boveland von Gas- und Wasserinstallation Boveland: „In unserem kleineren familiären Betrieb liegt uns viel an der Ausbildung junger Menschen. Das wollen wir auch in der jetzigen Situation beibehalten. Glücklicherweise blieb die Auftragslage in den vergangenen Wochen und Monaten bei uns relativ stabil und wir konnten zunächst ohne Kurzarbeit oder Soforthilfe auskommen. Trotzdem fällt die Zahl der Bewerbungen in diesem Jahr ungewöhnlich niedrig aus.“

Arbeitsagentur nennt Zahlen am 3. Juni

Im April waren es gerade mal 38 neue Lehrstellen, die der Agentur für Arbeit in Dortmund gemeldet wurden. „Das war sehr wenig“, sagt Agentursprecher Thomas Terhorst. Inzwischen ist zu beobachten, dass viele Unternehmen auch im späten Herbst noch einen Ausbildungsbeginn ermöglichen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Prozessauftakt am Landgericht
Mutmaßlicher Vergewaltiger verfolgte Frauen durch die Nordstadt