Nach Brand bei Bethel: Mann bestreitet Tat, aber soll in Psychiatrie

dzProzess am Landgericht

Bei einem Feuer in der Bethel-Wohneinrichtung „Haus Kesselborn“ entstand im Dezember 2019 erheblicher Sachschaden. Für den mutmaßlichen Brandstifter steht jetzt viel auf dem Spiel.

Dortmund

, 18.06.2020, 15:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass ein 60-jähriger Bewohner der Lütgendortmunder Bethel-Einrichtung „Haus Kesselborn“ in seinem eigenen Zimmer Feuer gelegt hat. Deshalb wird dem Mann seit Mittwoch (17.6.) vor dem Landgericht der Prozess gemacht.

Das Ziel ist klar: Der Beschuldigte soll als Gefahr für die Allgemeinheit eingestuft und für unbestimmte Zeit in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen werden.

Dass der 60-Jährige an einer schizophrenen Psychose leidet, steht nach Ansicht eines psychiatrischen Sachverständigen fest. Der Mediziner geht davon aus, dass der Mann zur Tatzeit schuldunfähig war und daher auch nicht im klassischen Sinn für sein Handeln bestraft werden kann.

Angeklagter bestreitet, geraucht zu haben

Allerdings ist bisher noch fraglich, ob der Beschuldigte überhaupt der Brandstifter war. Die Feuerwehr geht zwar davon aus, dass eine im Badezimmer des Zimmers versteckte Zigarette den Brand ausgelöst hat. Der Mann behauptet jedoch: „Ich habe nicht heimlich geraucht.“

Er wisse genau, dass Zigaretten lediglich im Garten der Wohneinrichtung erlaubt waren. Und daran habe er sich auch stets gehalten.

Zwei Polizisten bestätigten den Richtern am Mittwoch, dass der 60-Jährige dies auch schon in seiner ersten Befragung erklärt hat. „Die Kommunikation verlief aber eher so wie mit einem Kleinkind“, so die Zeugen.

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