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Mutmaßlicher Terrorist Lucas G. betrieb IS-Propaganda in der Dortmunder Innenstadt

dzTerrorismus

Der von kurdischen Kämpfern in Syrien festgesetzte Lucas G. war Mitglied eines salafistischen Umfelds in Dortmund. Sein Name taucht in Anträgen bei der Stadt Dortmund auf.

Dortmund

, 11.01.2019 / Lesedauer: 2 min

Gegen den von kurdischen Kämpfern in Syrien festgesetzten mutmaßlichen Terroristen Lucas G. aus Dortmund liegt nach Informationen unserer Redaktion ein am 23. November 2017 ausgestellter Haftbefehl vor.

Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland“. Am 26. Juli 2014 soll er sich in Abu Kamal an der syrisch-irakischen Grenze und in anderen von der Terrororganisation „Islamischer Staat“ dominierten Bereichen aufgehalten haben.

Als Kämpfer und Wächter für den IS im Einsatz

Deutsche Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass er dort als Kämpfer und als Wächter im Einsatz gewesen ist. Registrierbögen der Terrororganisation IS sollen das belegen. Behörden liegen diese Nachweise vor. In der Zeit vor dem Kampf in Syrien sei Lucas G. in Dortmund aktiv gewesen.

Zwischen Dezember 2013 und März 2014 hatte G. auch Kontakt zur Dortmunder Stadtverwaltung. Sein Name taucht in Anträgen auf. Für die salafistische „Lies!“-Kampagne in der Innenstadt habe er Sondernutzungsgenehmigungen beantragt. Lucas G. war auf dem Westenhellweg auf Passanten zugegangen, um ihnen Flugblätter zu übergeben.

Mutmaßlicher Terrorist Lucas G. betrieb IS-Propaganda in der Dortmunder Innenstadt

Von Salafisten organisiertes öffentliches Gebet im Frühjahr 2014 auf der Kampstraße in der Dortmunder Innenstadt. © Peter Bandermann

Im Februar 2014 hatte er auch eine Veranstaltung des salafistischen Predigers Pierre Vogel in Dortmund angemeldet. Vogel hatte in Dortmund zu einem öffentlichen Gebet aufgerufen und war in der Nordstadt unterwegs. Gesehen wurde Lucas G. im Dezember 2013 vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf. Er habe mit anderen Personen der salafistischen Szene einen Strafprozess beobachtet. In seinem Dortmunder salafistischen Umfeld soll er zuletzt im Juni 2014 gesehen worden sein.

„Knallharte salafistische Propaganda“

Im September 2016 sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes im Gespräch mit unserer Redaktion über die „Lies!“-Informationsstände: „Das sind keine harmlosen Koran-Verteilungen. Das ist knallharte salafistische Propaganda.“ Später folgte ein Verbot.

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