Motorradrocker wegen Kutten attackiert: Bandidos-Präsident schweigt weiter eisern

dzLandgericht Bochum

Im „Kuttenüberfall-Prozess“ gegen einen Bandidos-Rocker (27) aus der Nordstadt soll am 30. Oktober das Urteil fallen. Der mitangeklagte Bandidos-Präsident setzt weiter auf null Kooperation.

Dortmund

, 30.09.2019, 17:12 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Prozess um die Rocker-Schlägerei mit einem heute schwerbehinderten Opfer hat der Bandidos-Präsident am Bochumer Landgericht klargestellt, dass er nicht bereit ist, zu kooperieren. Anders als der zuletzt teilgeständige Rocker (27) aus der Nordstadt, verweigert der 35-Jährige jede Förderung der Aufklärung. „Ich werde weiter schweigen, das bleibt auch so“, sagte der Präsident des Chapters „Bandidos MC Bochum City/Ruhrpott“. Nach Angaben eines Mitangeklagten war der Präsident aber am Tatort.

„Vorher zusammen ein Eis gegessen“

„Wir haben vorher noch zusammen ein Eis gegessen“, sagte ein Mitangeklagter. Bei dem Kutten-Angriff auf drei Motorradrocker in Herne will sich der 32-Jährige ebenso wie der 27-jährige Bandidos-Rocker aus der Nordstadt nicht mit dem später so schwerverletzten Opfer, sondern „nur“ mit einem der anderen Alt-Rocker des Clubs „The Living Dead MC Nomads“ angelegt haben. „Als ich mich umgedreht habe, lag der Mann schon reglos am Boden“, hieß es. Wer von seinen Bandidos-Kollegen zugeschlagen oder -getreten hat, blieb offen.

Nach den Geständnissen von vier „Bandidos“ sahen sie damals ihre Gebietshoheit beschmutzt und wollten die drei Motorradrocker durch das Abnehmen der Kutten demütigen. Am 30. Oktober wollen die Richter die Urteile gegen die vier teilgeständigen Bandidos-Rocker verkünden. Der Prozess gegen den Bandidos-Präsidenten geht danach weiter.

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