Mordfall Schalla: Plädoyers in letzter Sekunde abgeblasen - schon wieder

dzLandgericht

Der Prozess um den Mord an der Schülerin Nicole Denise Schalla zieht sich weiter in die Länge. Nun geht es um ein ominöses Haar - das es aber möglicherweise gar nicht gibt.

Dortmund, Castrop-Rauxel

, 20.11.2019, 17:58 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wieder sind die Plädoyers im Schalla-Prozess in letzter Sekunde abgeblasen worden. Der Grund war am Mittwoch ein Haar, das es möglicherweise gar nicht mehr gibt.

Die Verteidiger des Angeklagten Ralf H. sind in den Akten auf einen Vermerk gestoßen, der sich so anhört, als gebe es möglicherweise noch ein Haar, das 1993 am Tatort gesichert worden ist. Dieses Haar soll in einer Hecke neben der Leiche der 16-jährigen Schülerin Nicole-Denise Schalla entdeckt worden sein. Würde es noch existieren, käme es möglicherweise für eine DNA-Untersuchung in Betracht.

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Mindestens drei weitere Haare hatten sich dafür nicht geeignet und sind inzwischen vernichtet worden. Die Verteidiger des Angeklagten hoffen nun auf das ominöse vierte Haar, das belegen könnte, dass neben Ralf H. ein weiterer Mann am Tatort gewesen ist.

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Die Anwesenheit des heute 54-jährigen Castrop-Rauxelers gilt wegen einer weiteren DNA-Spur als gesichert. An der Leiche war eine Hautschuppe gesichert worden, die Ralf H. zugeordnet werden konnte. Der Angeklagte bestreitet, etwas mit dem Mord zu tun zu haben.

Bis zum 4. Dezember soll die Staatsanwaltschaft nachforschen, ob sich das Haar noch unter den bei ihr gelagerten Asservaten befindet. Wenn der Verbleib nicht mehr festgestellt werden kann oder das Haar inzwischen ebenfalls vernichtet worden ist, könnte plädiert werden.

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