Senioren außerhalb von Pflegestationen sollen bald nicht nur in Impfzentren, sondern auch mobil geimpft werden. © dpa
Corona-Schutzimpfung

Mobile Impfungen für Dortmunder Senioren in Wohnheimen kommen in Sicht

Mobile Corona-Schutzimpfungen für Seniorenheim-Bewohner außerhalb von Pflegestationen rücken jetzt doch näher. Bei der Stadt Dortmund bremst man allerdings die Hoffnungen, die das Land weckt.

Ärger und Unverständnis waren groß: Reihum wurden seit Ende Dezember Bewohner von Seniorenheimen über 80 Jahren von mobilen Impfteams gegen das Coronavirus geimpft. Allerdings nur, wenn sie auf reinen Pflegestationen lebten. Seniorinnen und Senioren außerhalb der „vollstationären Pflege“ gingen leer aus, selbst wenn sie im selben Haus wohnten.

Für über 80-Jährige außerhalb von Pflegestationen seien nach den Impfverordnungen noch keine mobilen Impfungen vorgesehen, begründete die Stadt Dortmund das Vorgehen. Doch das ändert sich nun.

Ein neuer Erlass des Landes vom 18. Februar sieht nun auch Impfungen von Bewohnern in teilstationären Einrichtungen, in der Tagespflege und Pflege-Wohngemeinschaften vor. Für sie soll es ab dieser Woche „aufsuchende Impfungen“ mit dem Impfstoff der Firma Moderna geben

Impfen im „Betreuten Wohnen“

Wenn die Impfungen in diesen Einrichtungen abgeschlossen sind, könnten die Städte und Kreise auch den Senioren im Betreuten Wohnen ein Impfangebot mit Moderna machen, teilt das Land mit. „Sollten Personen aus diesem Berechtigungskreis bereits einen Termin in einem Impfzentrum vereinbart haben, ist der Termin nach Möglichkeit zu stornieren.“

Das würde dann viele Bewohner von Senioren-Wohnheimen wie dem Augustinum in Kirchhörde betreffen. Es gehe in Dortmund um etwa 2500 Wohneinheiten, rechnete die städtische Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner vor.

Wie man die Einrichtungen über das mobile Impfen erreiche, werde man noch in dieser Woche mit der Kassenärztlichen Vereinigung, die die Impfteams stellt, sprechen, kündigte sie an. Das gilt dann auch für Einrichtungen wie Wohnheime für Behinderte oder psychisch Kranke, in denen aber der zweiten März-Woche geimpft werden soll.

Unklar ist für Zoerner allerdings, ob es dafür überhaupt genug Impfstoff gibt. „Wir haben eine bestimmte Menge gemeldet bekommen, mit der wir rechnen können“, sagte sie. Aus ihrer Sicht passe das noch nicht zur Liste des Landes mit den impfberechtigten Gruppen.

Zweifel an Impfstoff-Lieferungen

Noch rätselhafter ist für die Gesundheitsdezernentin, wie man mit den Impfungen von Lehrerinnen und Lehrern sowie Erzieherinnen und Erziehern umgehen soll. Denn sie sollen nach dem Willen von Bund und Ländern in die Prioritätengruppe 2 aufrücken. Das Land kündigte auch hier schon für März erste Impfungen an.

Für die Stadt gibt es dazu noch viele Fragen. „Dabei geht es um die Verteilung des Impfstoffs“, erklärte Birgit Zoerner. Man warte auf eine Klarstellung des Landes, wer für die neuen Berechtigten auf der Prioritätenliste nach hinten rutsche. Zumal andere Berufsgruppen wie Ärzte und Polizisten schon protestieren.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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