Meterhohe Dünen sorgen im Rombergpark für Nordsee-Flair

Dünenlandschaft Rombergpark

Im Rombergpark hat die künstliche Dünenlandschaft geöffnet. Vier Monate lang liefen die Bauarbeiten. Nun steht die Naturlandschaft. Eines hört man aber nur mit viel Fantasie - Meeresrauschen.

von Max Nölke

Dortmund

, 05.10.2018, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Meterhohe Dünen sorgen im Rombergpark für Nordsee-Flair

Knapp 150 Meter führt der Steg durch die Dünenlandschaft, die an die Moorheide im Botanischen Garten grenzt. © Dieter Menne

Sand in den Schuhen, Muschelknirschen darunter. Wind, der das Strandhafer und die Kiefern zum Knistern bringt. Findlinge, die den Holzsteg flankieren, irgendwo steht ein hölzernes Bötchen. Das einzige, was missfällt, ist das ausbleibende Meeresrauschen. Wir befinden uns nämlich nicht an der Nordsee, sondern im Rombergpark. Denn hier, angrenzend an die Moorheide, liegt seit Donnerstag eine künstliche Dünenlandschaft.

„Moin Moin“, sagt Patrick Knopf zur Begrüßung. Stilsicher mit Lachsbrötchen in der Hand steht der Vizepräsident vom Botanischen Garten in den Dünen. Es war seine Idee, den Strandflair in die Stadt zu bringen, inspiriert von seinem ersten Nordseeurlaub vor einigen Jahren. Die ausschlaggebenden Argumente: Die Luft, das Klima. „So in der Art wollte ich das hier auch haben.“ Und sein Wille geschehe. Nun sind knapp 2500 Quadratmeter Fläche von den Auszubildenden des Geschäftsbereiches Parkanlagen in eine Küstenlandschaft verwandelt worden.

Neuer Eingangsbereich

Die Dünenlandschaft stellt nun den neuen Eingangsbereich in nördlicher Himmelsrichtung dar. Der Steg aus upgecyceltem Material führt knapp 150 Meter durch die Dünen, die an den höchsten Stellen 5 Meter messen. Der Eingang bietet einen schnelleren Zugang zu den Schaugärten und den Einrichtungen im botanischen Garten.

Das Projekt ist mit der Eröffnung aber noch nicht abgeschlossen. Zum Start setzten die Auszubildenden die ersten 3000 Gräser ein. 500 staudige Pflanzen, 50 Dünenrosen und 100 Sanddornsträucher sollen demnächst folgen. In Zukunft werden hier dann mehr als hundert seltene Arten wachsen, teils Pflanzen von der Roten Liste gefährdeter Arten. Ferner hofft man darauf, auf sandige Böden angewiesene Tiere in den 1500 Tonnen Sand zu beheimaten.

Meterhohe Dünen sorgen im Rombergpark für Nordsee-Flair

Die „Blueberry“ – gestrandet und zugewachsen im Botanischen Garten. © Dieter Menne

Naturschutz und Didaktik

Stadträtin Birgit Zoerner zeigte sich jedenfalls begeistert von den Dünen im Botanischen. „Als großer Nordsee-Fan liebe ich das Knirschen unter den Füßen“, sagt sie. Die Besonderheit dieser künstlichen Landschaft sei zum einen der Naturschutzgedanke, der mit dem Pflanzen der Strandsträucher einhergeht. Und zum anderen der didaktische Aspekt, bei dem es um den Schutz von Lebensraum und die Artenvielfalt geht. Natürlich wird die Ästhetik nicht außen vor gelassen. „Und es sieht halt einfach toll aus“, findet Zoerner.

Die Idee kam Patrick Knopf – wie alle seine Ideen – nachts. „Bei einem schokoladenreich gefüllten Kühlschrank“, wie er schmunzelnd berichtet.

‚Hier sind 25000 Euro. Mach mal was Schönes mit der Fläche da neben dem Moorgebiet.‘ So muss das in etwa abgelaufen sein. Das Geld kam von der Dr.- Gustav-Bauckloh-Stiftung – in Person des Vorstands Dirk Holtermann und Gordis Klaudat –, die Natur und Tierschutz fördert.

Tausende Tonnen an Materialien

„Ich hatte eigentlich nur einen sehr sporadischen Plan“, erzählt Knopf. „Die jungen Leute sollten sich selbst miteinbringen.“ Gemeinsam schaffte man dann Tausende Tonnen an Materialien an. Sand, Felsen, Muscheln, Holz, ein Boot.

Meterhohe Dünen sorgen im Rombergpark für Nordsee-Flair

Patrick Knopf (l.), Sponsoren und Auszubildende pflanzen die ersten Gräser. © Dieter Menne

Am Anfang der Landschaft steht zudem ein kleines Strandhäuschen. Hier sollen zukünftig kleinere Veranstaltungen stattfinden. Vereine haben die Möglichkeit sich hier zu präsentieren, es soll Tee-Treffen geben. Selbstverständlich auch mal das ein oder andere Lachsbrötchen.

Dahinter das Meer

Zum Ende schlendern dann Initiatoren, Besucher, Sponsoren und Auszubildende nochmals den Steg entlang, den kühlen Ruhrgebietswind um die Ohren, den Blick in die Dünen gerichtet und die Vorstellung, dahinter befände sich das Meer, im Kopf. „Wenn ich hier mit 'nem Eis entlanggehe, bin ich ja quasi Eisessen am Meer“, sagt einer lachend. Auch wenn das Meeresrauschen nach wie vor nicht einsetzt. Wobei das Surren der vorbeifahrenden Autos hinter den Dünen phantasiebegabt als solches gedeutet werden könnte.

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