Der 23-Jährige, der in der Nordstadt zwei Männer mit einem Messerangriff schwer verletzt haben soll, sitzt nicht mehr in Haft. © picture alliance / dpa
Ermittlungen laufen

Messerangriff: Mutmaßlicher Täter in die Psychiatrie eingewiesen

Der 23-Jährige, der in der Nordstadt zwei Männer durch Messerstiche schwer verletzt haben soll, sitzt nicht mehr in Haft. Auf freiem Fuß ist der Mann dennoch nicht.

Die Tat hat für viel Aufsehen gesorgt: Am Freitagabend (24.7.) soll ein 23-Jähriger in der Nordstadt zwei Männer durch einen Messerangriff verletzt haben. Ein Video, das Teile der Auseinandersetzung zeigt, geht noch immer durch die Sozialen Medien. Der Clip endet mit der Festnahme des mutmaßlichen Täters durch die Polizei. Der Mann kam in Haft – dort sitzt er aber nicht mehr.

Haftbefehl ist gleich in doppelter Hinsicht ungültig

Der 23-Jährige aus Selm sei vorläufig in einer psychiatrischen Klinik untergebracht, erklärt die zuständige Staatsanwältin Sandra Lücke am Dienstag (28.7.) im Gespräch mit dieser Redaktion.

Bereits am Sonntag hatte sie erklärt, dass eine psychische Erkrankung des mutmaßlichen Täters nicht ausgeschlossen werden könne. „Diese Annahme hat sich nun bekräftigt“, sagt Lücke. Ursprünglich hatte ein Haftrichter am Tag nach der Tat Haftbefehl gegen den Mann wegen versuchten Totschlags erlassen. Der ist nun in doppelter Hinsicht nicht mehr gültig.

Am Ende gab es zwei Schwerverletzte

Denn der Verdacht der versuchten Tötung habe sich nicht erhärtet, wie Sandra Lücke erklärt. Dem 23-Jährigen werde nun gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Unverändert bleibt aber der Ausgang der Auseinandersetzung, die am Freitag für einigen Aufruhr auf der Münsterstraße/Ecke Mallinckrodtstraße gesorgt hat. Am Ende kamen ein 22- und ein 48-Jähriger mit teils schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Der ältere von beiden musste dort stationär behandelt werden, der andere konnte nach einer ambulanten Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen.

Noch unklar ist, wie es zu dem Streit kam. Bereits in einer ersten Stellungnahme am Sonntag hatte Staatsanwältin Lücke nicht ausgeschlossen, dass der mutmaßliche Täter zuvor selbst Opfer einer Straftat gewesen sein soll.

Waren die späteren Opfer zuvor selbst mutmaßliche Täter?

„Er selbst hat angegeben, vorher bestohlen oder ausgeraubt worden zu sein“, sagt Lücke am Dienstag. Das habe er so auch der Polizei gesagt. Jetzt werde geprüft, ob der mutmaßliche Raub und der Messerangriff tatsächlich im Zusammenhang miteinander stehen. „Die Ermittlungen dauern an“, so Lücke. „Wir werten Zeugenaussagen und Videomaterial aus.“

Ein solches Video wird seit dem Wochenende in den Sozialen Medien geteilt. Es zeigt Teile der Auseinandersetzung zwischen dem mutmaßlichen Täter und einer Gruppe anderer Männer, die unter anderem mit einem E-Scooter auf den 23-Jährigen losgehen.

Aufgenommen hatte das Video ein Augenzeuge, der in der Nordstadt wohnt und arbeitet. Es endet mit dem Einsatz der Polizei.

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Redaktion Dortmund
1987 geboren und seit 2012 bei Lensing Media. Ende 2016 ist der Bochumer Junge in Dortmund angekommen - wo er Ihr täglicher Begleiter sein möchte.
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Michael Nickel
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