Mega-Evakuierung im Klinikviertel: Auch City und Kreuzviertel betroffen

Bomben-Entschärfungen am 12. Januar

Dortmund steht am 12. Januar vor einer der größten Evakuierungsaktionen seiner Geschichte. Betroffen sind 14.000 Anwohner, Kliniken und Seniorenheime. Jetzt gibt es neue Infos zur Evakuierung.

Dortmund

, 18.12.2019, 15:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
 Mega-Evakuierung im Klinikviertel: Auch City und Kreuzviertel betroffen

An mehreren Stellen ließ die Stadt in den vergangenen Wochen Bombenverdachtspunkte sondieren. An drei Orten soll nun gegraben und möglicherweise entschärft werden. © Oliver Volmerich

Schon vor Wochen haben die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes drei Bombenverdachtspunkte ausgemacht - allesamt in sensiblem Umfeld im Klinikviertel und am Rande der City: An der Luisenstraße, an der westlichen Beurhausstraße und am Hohen Wall wurden nach der Auswertung von historischen Luftbildern und bei Sondierungen verdächtige Gegenstände im Boden geortet - möglicherweise Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg.

Ob es wirklich Bombenblindgänger sind, soll am 12. Januar überprüft werden, indem die verdächtigen Punkte ausgehoben werden. Und das geht nur mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen. Denn sollte sich der Bombenverdacht bestätigten, müssten die Blindgänger vor Ort sofort entschärft werden.

Bereich im Unkreis von 500 Metern wird evakuiert

Die Folge: Im Umfeld der Verdachtspunkte müssen alle Häuser geräumt werden. Weil man nicht weiß, welche Sprengkraft die möglichen Blindgänger haben, wurde dafür ein Radius von jeweils 500 Metern gewählt.

Das Sperrgebiet, das am 12. Januar geräumt werden muss, reicht damit von der Bahnlinie zwischen Unionstraße und Hauptbahnhof im Norden bis zum Neuen Graben im Kreuzviertel im Süden und von der Ritterhausstraße am Westpark bis zum Rathaus (eine hochauflösende Version der Karte gibt es hier).

 Mega-Evakuierung im Klinikviertel: Auch City und Kreuzviertel betroffen

In diesem Radius wird am 12. Januar evakuiert. © Stadt Dortmund

Das bedeutet, dass bis zu 14.000 Anwohner vor allem im Klinikviertel am zweiten Sonntag im Januar ihre Häuser verlassen müssen. Besondere Probleme bereiten gleich mehrere besondere sensible Einrichtungen im Sperrgebiet: Mit dem Johannes-Hospital, dem städtischen Klinikum an der Beurhausstraße und der Kinderklinik mit Kinderchirurgie müssen gleich drei große Krankenhäuser weitgehend geräumt werden. Dazu kommen zwei Seniorenheime, das Christinenstift am Eisenmarkt und das Seniorenhaus Josefa an der Lange Straße/Henrich-Schmitz-Platz sowie eine Senioren-WG. Insgesamt 242 Menschen leben dort.

Veranstaltungen fallen aus

Betroffen sind auch das Theater, das für den 12. Januar schon alle geplanten Vorstellungen abgesagt hat, das Dortmunder U, die Propstei- und die Petrikirche und das LCC, wo keine Veranstaltungen oder Gottesdienste stattfinden können. Die Geschäfte in der City sind ohnehin geschlossen. Geschlossen bleiben aber auch mehrere Gastronomiebetriebe, die sonst sonntags geöffnet hätten, und mehrere Hotels, allen voran das „Unique“ am Westentor.

Auch der komplette Zugverkehr über den Hauptbahnhof wird eingeschränkt oder zeitweise eingestellt, der Südeingang des Hauptbahnhofs ist geschlossen. Das gilt auch für die U-Bahn-Linien, die über Stadtgarten fahren.

Schwierige Zeitplanung

Das Problem ist: Wegen der umfangreichen Evakuierung ist eine Zeitplanung schwierig. Die Räumung der Krankenhäuser beginnt schon Tage vorher. Die Anwohner sollen am Sonntag bis 8 Uhr ihre Wohnungen verlassen haben. Dann beginnt offiziell die Evakuierung des Sperrgebiets. Das bedeutet, dass dann auch wichtige Verkehrsadern wie der westliche Wallring und die Rheinische Straße ab Unionstraße gesperrt sind.

Wann die Bombenentschärfungen beendet sind und die Evakuierung aufgehoben wird, ist noch völlig unklar. Unterkommen können Anwohner in der Zeit in einer Betreuungsstelle in der Gesamtschule Scharnhorst. Busse sorgen für den Transport bis zur Stadtbahnstation Reinoldikirche. Von dort geht es mit der Stadtbahn nach Scharnhorst.

Freier Eintritt in Zoo und Westfalenpark

Aber es gibt auch Alternativen: Bei Vorlage des Personalausweises haben betroffene Anwohner an diesem Sonntag freien Eintritt im Zoo, im Westfalenpark, im Südbad und in den Pflanzenschauhäusern des Rombergparks.

Unter die Lupe genommen hatten die Experten sogar mehr als die jetzt ausgemachten drei Verdachtspunkte.

Jetzt lesen

Am Hiltropwall vor dem Opernhaus und an der Hansastraße in Höhe Stadtgarten hatte sich der Blindgängerverdacht bei Sondierungen allerdings nicht bestätigt. Die Baustellen für die Sondierungsarbeiten sorgen seit Wochen für Engpässe im Straßenverkehr vor allem am Wallring.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Falschparker
Stadt lässt 2019 weniger Autos abschleppen – aber in bestimmten Straßen steigt die Zahl
Hellweger Anzeiger Glosse: Wenn Sie Günna fragen...
Wer den Weltknuddeltag am wenigsten verdient hat, braucht ihn am allermeisten
Hellweger Anzeiger Abnehm-Show
Rosins Fettkampf: Mark aus Dortmund wird zum Anführer - und die „fette Versagerin“ heult
Meistgelesen