Von Pöbelei bis Beißattacke: So laufen die Masken-Kontrollen von DSW21 ab

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Seit einigen Wochen führt DSW21 Schwerpunktkontrollen der Maskenpflicht an den Dortmunder Haltestellen durch. Wir haben ein Kontroll-Team an einer der großen Haltestellen begleitet.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 26.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als sich der Sicherheitsmitarbeiter des Dortmunder Stadtbahn-Betreibers DSW21 am Dienstagmorgen (25.8.) zusammen mit seinen 11 Kollegen im oberen Teil der Haltestelle Kampstraße sammelt, redet er kurz über die vergangenen Tage und Wochen. Sein Name soll hier aus Sicherheitsgründen nicht zu lesen sein.

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Die Wunde an seiner linken Hand ist gut verheilt, die Narbe erinnert ihn aber immer noch an eine Maskenkontrolle vor wenigen Wochen. „Da hatte ich zusammen mit den Kollegen einen Mann kontrolliert, der weder Maske tragen, noch sich ein Bahn-Ticket besorgen wollte“, erzählt der Mitarbeiter.

Auf die Bitte hin, seine Maske aufzusetzen und seine Personalien preiszugeben, habe der Mann aggressiv reagiert und sei handgreiflich geworden. Beim Versuch, den Mann zu beruhigen, habe der einfach zugebissen – in die Hand des Sicherheitsmitarbeiters. Was folgte, war eine Tetanusimpfung sowie eine 11-tägige Krankheitspause.

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DSW21 führt mehrmals wöchentlich Schwerpunktkontrollen durch

Trotzdem seien solche extremen Vorfälle eher die Ausnahme, die Maskenpflicht in Dortmunds Bussen und Bahnen – und damit die Solidarität mit den Mitmenschen – sei mittlerweile in den allermeisten Köpfen angekommen.

Mehrmals pro Woche führen Sicherheitsmitarbeiter und Fahrscheinkontrolleure von DSW21 Schwerpunkt-Kontrollen der Maskenpflicht an den Haltestellen in Dortmund durch. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den drei Haltestellen Stadtgarten, Kampstraße und Hauptbahnhof.

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Laut Pressesprecherin Britta Heydenbluth komme man auf bis zu 400 kontrollierte Personen innerhalb von zwei Stunden.

Neben Fahrgästen ohne Ticket treffen die DSW21-Mitarbeiter darunter im Schnitt etwa ein Dutzend Menschen ohne Maske an. Etwa einmal pro Stunde müsse vom Hausrecht Gebrauch gemacht werden – also Menschen der Haltestelle verwiesen werden.

So lief die Kontrolle an der Haltestelle Kampstraße

Nachdem sich die Mitarbeiter am Dienstag dann an den Ausgängen und Bahngleisen positioniert hatten, geschah außer einigen minimalen Zwischenfällen – so gab es etwa den älteren Herren, der seine Maske unter der Nase trug und auch nach mehrmaligem Hinweis der Sicherheitsmitarbeiter aus rein akustischen Gründen nicht verstand, was man bloß von ihm wolle – zunächst wenig.

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Eine halbe Stunde nach Kontrollstart stiegen dann zwei Männer aus der Bahn, von denen keiner eine Maske trug.

Auf Hinweis des Sicherheitsmitarbeiters kam es zu einer Diskussion, einer der Männer zog widerwillig seine Maske auf, während sein Begleiter minutenlang in seiner Tasche nach einem Schriftstück suchte. Das sollte beweisen, dass er von der Maskenpflicht durch ärztliches Attest befreit sei.

Ein Bahn-Passagier verwickelt die DSW21 Mitarbeiter in eine Diskussion, nachdem er die Stadtbahn ohne Maske verlassen hatte. Sein Begleiter hingegen konnte beweisen, dass zumindest er von der Maskenpflicht befreit war.

Ein Bahn-Passagier verwickelt die DSW21 Mitarbeiter in eine Diskussion, nachdem er die Stadtbahn ohne Maske verlassen hatte. Sein Begleiter hingegen konnte beweisen, dass zumindest er von der Maskenpflicht befreit war. © Daniel Reiners

Nachdem dies nicht auffindbar war, genauso wenig wie ein gültiges Fahrticket, wurde die Situation ungemütlicher. „Ich habe doch nur zwei Hände, oder?“ hieß es schroff von einem der Kontrollierten.

Hier schritt dann der Sicherheitsbeamte, der nach der Beißattacke erst seit kurzem wieder im Dienst ist, ein, um die Person zu beruhigen. Diesmal halbwegs erfolgreich.

„Es ist einfach wichtig, Präsenz zu zeigen“

Später sollte sich herausstellen, dass der Mann tatsächlich eine ärztliche Befreiung besitzt – jedoch kein gültiges Fahrticket. „Da kann man dann wohl nur von Pech sprechen“, meinte ein DSW21-Mitarbeiter.

Insgesamt wurden während der Schwerpunkt-Kontrolle am Dienstagmorgen wieder rund ein Dutzend Personen ohne Maske angesprochen.

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„Neben Polizei und Ordnungsamt, die ja beide im Gegensatz zu DSW21 Bußgelder verhängen dürfen, halten auch wir es einfach für wichtig, Präsenz zu zeigen“, so Heydenbluth.

Der Sicherheitsmitarbeiter, dessen Name hier nicht erwähnt werden soll, ist zufrieden mit dem Tagesergebnis, das keine gravierenden Zwischenfälle verzeichnet. Noch in dieser Woche wird es weitere Kontrollen geben.

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