Am Flughafen Dortmund sind 2020 wegen der Corona-Krise deutlich weniger Flugzeuge gestartet und gelandet. © Oliver Schaper (A)
Flughafen Dortmund

London-Flüge gestrichen – schwieriges Corona-Jahr für Airport Dortmund

Von dem Landeverbot für Flugzeuge aus Großbritannien ist auch der Dortmunder Flughafen betroffen. Es ist eine weitere Einschränkung in einem schwierigen Jahr für den Airport.

Am Sonntagabend (20.12.) um 21.07 Uhr – mit 17 Minuten Verspätung – setzte der Ryan-Air-Flieger aus London auf der Landebahn des Dortmunder Flughafens auf. Die Passagiere wurden direkt vor Ort auf Corona getestet. Es dürfte vorerst der letzte Flug aus der britischen Hauptstadt gewesen sein.

In den Niederlanden trat bereits am Sonntagmorgen ein Landeverbot für Flieger aus Großbritannien in Kraft, das vorerst bis zum 1. Januar gelten soll. Damit soll die Ausbreitung einer neuen, hochansteckenden Mutation des Coronavirus aus Großbritannien verhindert werden. Und auch für Deutschland verkündete das Bundesverkehrsministerium am Nachmittag ein Verbot von Flügen aus Großbritannien nach Deutschland, das ab Montag (21.12.) um 0 Uhr gilt.

Am Dortmunder Flughafen startet die Billigflug-Gesellschaft Ryan Air mehrfach pro Woche nach London-Stansted. Der nächste Flug stand für Montagnachmittag (21.12.) auf dem Plan, die nächsten würden dann erst wieder am 27. und 28.12. folgen. Sie fallen nun aus. Die Verfügung des Ministeriums zum Flugverbot gilt bis zum 31.12. um 24 Uhr.

Passagierzahlen deutlich gesunken

Die Streichung von Flugverbindungen nach Großbritannien ist eine weitere schlechte Nachricht für den Dortmund Airport, der wie alle anderen Flughäfen ein schwieriges Corona-Jahr hinter sich hat. Das schlägt sich deutlich in den Fluggast-Zahlen nieder.

Von Januar bis November 2020 wurden am Flughafen insgesamt 1.165.166 Passagiere gezählt – 53 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit dürfte man am Jahresende weit unter der Marke von 2019 mit 2,7 Millionen Passagieren bleiben.

„Auch wenn wir derzeit im Vergleich mit dem Durchschnitt aller Airports in Deutschland besser durch die Corona-Krise kommen, können wir mit diesem Ergebnis natürlich nicht zufrieden sein“, erklärte Airport-Chef Ludger van Bebber am Freitag zur Sitzung des Flughafen-Aufsichtsrats. Auf Bundesebene seien die Passagierzahlen von Januar bis Oktober 2020 bereits um 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Für das nächste Jahr gibt sich van Bebber trotzdem optimistisch. „Wir gehen davon aus, dass es im Jahr 2021 eine substanzielle Erholung des Luftverkehrs geben wird. Nur wann diese eintritt, kann momentan niemand vorhersagen“, sagte der neue Flughafen-Chef.

Ludger van Bebber ist der neue Geschäftsführer der Flughafen Dortmund GmbH. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Wenn sich der Luftverkehr bis zum Start des Sommerflugplans 2021 Ende März tatsächlich erholt rechnet der Dortmund Airport mit etwa 2,3 Mio. Passagieren im Jahr 2021. „Wir gehen davon aus, dass wir 2022 die Werte aus dem Rekordjahr 2019 wieder erreichen können, wenn die Corona-Pandemie bis dahin keine oder nur noch eine geringe Rolle im Luftverkehr spielt“, erklärt van Bebber.

Am Flughafen wird die ruhigere Corona-Zeit derweil für Umbaumaßnahmen genutzt. Neu gestaltet wird bis März der Einreise-Bereich für Fluggäste aus Nicht-Schengen-Staaten. Hier werde die Anzahl der Arbeitsplätze der Bundespolizei von 4 auf 6 erweitert. Damit könne die Wartezeit für ankommende Passagiere deutlich reduziert werden. Der Wartebereich wird komplett überdacht.

Pehlke weiter Aufsichtsrats-Chef

In der Sitzung des Aufsichtsrates am Freitag (18.12.) wurde DSW-Vorstandschef Guntram Pehlke einstimmig bis 2025 als Vorsitzender wiedergewählt. Pehlke ist bereits seit 2006 Aufsichtsratsvorsitzender. Die Stadttochter DSW21 ist mit 74 Prozent Hauptanteilseigner an der Flughafen Dortmund GmbH. Die Stadt selbst hält 26 Prozent.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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