Lange Schlange vor neuem Corona-Testzentrum am Dortmunder Flughafen

dzAirport

Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten gibt es im Dortmunder Airport seit Samstag (25.7.) ein neues Corona-Testzentrum. Wir haben uns am ersten Tag vor Ort umgesehen.

Dortmund

, 26.07.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einem abgetrennten Bereich in der Ankunftshalle des Dortmunder Airports befindet sich seit Samstag (25.7.) eine kleine medizinische Station.

Hier besteht die Möglichkeit, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Der Abstrich ist freiwillig und kostenlos. Das neue Corona-Testzentrum wird von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) organisiert.

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Zunächst ist die Warteschlange an diesem Nachmittag des ersten Tages nach dem Start noch sehr klein. Doch schon bald wächst sie auf ein Vielfaches an. Denn zwischen 15.30 und 15.50 Uhr landen gleich drei Wizz-Air-Maschinen.

Zwei davon kommen aus Ländern, die vom Robert-Koch-Institut (RKI) als Risikogebiete eingestuft wurden. Aus Kharkiv (Ukraine) und Skopje (Nordmazedonien). Der dritte Flieger kommt aus Vilnius (Litauen).

Warteschlange wird immer länger

Folglich strömen immer mehr Menschen mit ihrem Gepäck in die Ankunftshalle. Die Schlange vor dem Schild mit der Aufschrift „Corona Diagnosezentrum KVWL“ wird immer länger.

Am Eingang steht eine Frau mit Mundschutz und blauem Kittel, die sich die Gesundheitskarten der Testpersonen geben lässt. Dahinter sitzen sechs Mitarbeiter – ebenfalls in blauen Kitteln – und nehmen die Daten der Testpersonen auf.

Sie drucken sie auf Etiketten und kleben diese auf kleine Röhrchen, in denen sich die Teststäbchen befinden. Mit Papier-Bögen mit den Angaben zur Person kommt das Röhrchen in einen Plastikbeutel mit Zippverschluss.

Zunächst werden die Daten der Testpersonen aufgenommen.

Zunächst werden die Daten der Testpersonen aufgenommen. © Wilco Ruhland

Damit müssen die Testpersonen zum eigentlichen Testraum, ein paar Meter weiter. Auch davor steht eine Dame in Blau und kontrolliert den Zugang.

Hinter der Milchglasscheibe sind nur Schemen zu erkennen. Doch sobald die Tür sich öffnet, erblickt man einen kleinen Raum, in dem die Abstriche gemacht werden.

Häufiger ist zu beobachten, wie Menschen das Gesicht verziehen und sich die Nase halten, wenn sie aus dem Raum kommen. Der Abstrich in der Nase scheint nicht für jeden etwas zu sein.

Rund 20 Minuten Wartezeit

„Einmal im Rachen und einmal in der Nase“, sagt Peter, für den der Abstrich jedoch kein Problem war. Seinen Nachnamen möchte er nicht verraten – es müsse ja nicht direkt jeder wissen, dass er gerade aus einem Risikogebiet zurückkommt. Er saß in dem Flieger aus Kharkiv.

Hinter dieser Milchglasscheibe werden die Abstriche gemacht.

Hinter dieser Milchglasscheibe werden die Abstriche gemacht. © Wilco Ruhland

„Zwei Mitfliegern wurde gesagt, die sollen sich testen lassen“, sagt er. Er hätte das aber „selbstverständlich“ so oder so gemacht, meint er. So wisse man in drei bis vier Tagen Bescheid. Rund 20 Minuten habe er in der Schlange angestanden.

Die meisten Leute haben es eilig, nachdem sie aus dem Testraum kommen. Das Stäbchen in der Nase sei „nichts Schlimmes“, sagt ein junger Mann, der mit Frau und Kind unterwegs ist. „Wir kommen gerade aus Nordmazedonien, da wollten wir den Test lieber machen“, sagt er noch, bevor es hastig Richtung Ausgang geht.

Einige Verbindungen zu Risikogebieten

In Dortmund gibt es Verbindungen in sechs Länder, die vom RKI als Risikogebiet eingestuft wurden. Insgesamt werden zehn Ziele angeflogen: Albanien (Tirana), Bosnien-Herzegowina (Tuzla), Kosovo (Pristina), Nordmazedonien (Ohrid, Skopje), Serbien (Belgrad, Nis) und Ukraine (Charkiw, Lemberg, Kiew-Schuljany).

Airport-Sprecherin Davina Ungruhe sagte am Freitag (24.7.), dass es um circa 25 Ankünfte und 25 Abflüge pro Woche geht.

Am gleichen Tag meinte KVWL-Sprecherin Jana Elbert, dass die Teststelle an den Flugplan angepasst werden soll. Vor Ort werden nur Abstriche gemacht, die dann ins Labor geschickt werden. „Es wird keine Behandlung, Atteste oder Rezepte geben“, sagte Elbert.

Bisher gab es nach Angaben des Flughafens für Passagiere aus Risikogebieten die Anweisung, sich in 14-tägige Quarantäne zu begeben und sich beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden.

Am Samstag waren weder die Pressestelle der KVWL noch des Flughafens für ein erstes Fazit zu erreichen.

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