Lange Besucherschlangen bei Pink-Floyd-Schau - mauer Start sorgt für Millionen-Finanzloch

dzDortmunder U

Über großen Andrang können sich die Organisatoren der Pink-Floyd-Ausstellung im U-Turm seit einigen Wochen freuen. Doch der Start war mau - und macht eine Millionen-Finanzspritze nötig.

Dortmund

, 27.01.2019, 16:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schlangen sind – vor allem an den Wochenenden – mitunter lang auf dem Weg in die Pink-Floyd-Ausstellung. „Jetzt läuft es richtig gut“, freut sich U-Turm-Chef Edwin Jacobs, der die spektakuläre Ausstellung zur Geschichte der britischen Kultband nach Stationen in London und Rom nach Dortmund geholt hat.

Am Samstag hieß es wie schon eine Woche zuvor wieder „ausverkauft“. Auch viele Dortmunder haben inzwischen die späte Liebe zu Pink Floyd entdeckt. Endlich, kann man sagen. Denn in den ersten Monaten war der Besucherandrang sehr mau.

Erste konkrete Zahlen

Der Quartalsbericht der städtischen Kulturbetriebe liefert dazu erstmals Zahlen: Während des gesamten Jahres 2018 kamen gerade einmal 33.961 Besucher auf die Ausstellungsebene des U-Turms – also für die Ausstellung zum Ende des Bergbaus unter dem Titel „Kunst und Kohle – Schichtwechsel“ und die ersten Monate der Pink-Floyd-Schau „Their Mortal Remains“ zusammen. Kalkuliert worden war mit 153.000 Besuchen. Damit wurde das Ziel nur zu 22 Prozent erreicht, wie die Bilanz der Kulturbetriebe vermerkt.

Lange Besucherschlangen bei Pink-Floyd-Schau - mauer Start sorgt für Millionen-Finanzloch

Die Pink-Floyd-Schau ist noch bis zum 10. Februar im U-Turm zu sehen. © Stephan Schütze

Und das macht sich – zumindest vorübergehend – in der Kasse der Kulturbetriebe bemerkbar. Der Kulturausschuss soll in seiner Sitzung am 5. Februar einer Dringlichkeitsentscheidung zu überplanmäßigen Mehraufwendungen für die Kulturbetriebe den Segen geben. 2,8 Millionen Euro zusätzlich sind nötig, um die Liquidität der Kulturbetriebe zu sichern, wie es in der Vorlage der Verwaltung heißt.

1,7 Millionen Euro fehlen in der Kasse

Als Hauptgrund werden neben Tarifänderungen für das Bibliotheks-Personal „Mindererlöse“ bei den Ausstellungen von 1,7 Millionen Euro genannt. „Das Risiko war absehbar“, merkt Kulturdezernent Jörg Stüdemann an. Und er gibt die Hoffnung nicht auf, dass in der Gesamtbilanz zum Ende der Ausstellung „das Bild wieder besser sein wird“.

Davon geht auch Edwin Jacobs aus, der auf die deutlich gestiegenen Besucherzahlen seit Anfang Dezember verweist. Und er erinnert an die überregionale Ausstrahlung der Ausstellung, zu der Besucher aus ganz Europa angereist sind. Der U-Turm werde nun deutlich stärker wahrgenommen, stellt Jacobs fest. Sein Ziel ist jetzt, dass der U-Turm dauerhaft in der ersten Liga der Kulturorte mitspielt.

Dazu soll auch die Nachfolge-Ausstellung der Pink-Floyd-Schau beitragen, auch wenn die nichts mit Popkultur, sondern mit der klassischen Moderne der Bildenden Kunst zu tun hat. Weil das Museum Ostwall wegen des geplanten Umbaus ab April für mehrere Monate schließt, leiht Dortmund die eigene Expressionisten-Sammlung an das Singer-Museum im niederländischen Laren aus.

Meister der niederländischen Moderne

Im Gegenzug bekommt das Dortmunder U eine hochkarätige Auswahl von 120 Meisterwerken niederländischer Künstler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie ist unter dem Titel „Ein Gefühl von Sommer…“ vom 11. Mai bis 25. August 2019 auf der Ausstellungsetage in der sechsten Ebene des U-Turms zu sehen und soll dann auch die Freunde der klassischen Kunst anlocken.

Tipps zum Endspurt

Die letzte zwei Wochen der Pink-Floyd-Schau

  • Die Ausstellung „Pink Floyd: Their Mortal Remains“ läuft noch bis zum 10. Februar im Dortmunder U, Di+Mi 10 bis 18 Uhr, Do+Fr 10 bis 20 Uhr, Sa+So 10 bis 22 Uhr.
  • Der Tipp von U-Turm-Chef Edwin Jacobs, um Wartezeiten vor allem an den Wochenenden zu vermeiden: die Abendstunden nutzen. Erfahrungsgemäß sei die Situation nach 18 Uhr deutlich entspannter.
  • Für die letzten Wochenenden gibt es sogar ermäßigte Abendtickets zum Preis von 23,16 Euro. Sie gelten für einen Eintritt zwischen 18 und 22 Uhr.
  • Die Ausstellung endet am 10. Februar (Sonntag) um 20 Uhr mit dem Pink Floyd-Film „The Wall“ im Kino im U. Der Kino-Eintritt ist frei.
  • Tickets für die Ausstellung gibt es online bei Eventim oder an der Tageskasse im Shop auf der Leonie-Reygers-Terrasse.
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Messe in Westfallenhallen

Veggie World 2019: Zwischen Löwenzahn-Honig, Camembert aus Cashews und veganem Deo