Küssen verboten: Party mit 4500 Besuchern in Dortmund wegen Coronavirus abgesagt

dz„Erhöhte enge Interaktion“

In Dortmund fällt die erste größere Veranstaltung wegen der zunehmenden Verbreitung des Coronavirus aus: Eine beliebte Party mit 4500 Besuchern am Samstag ist abgesagt worden.

Dortmund

, 06.03.2020, 15:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Partyveranstalter Suberg‘s und die Westfalenhalle haben die Ü30-Party am Samstag (7.3.) verschoben. Zu der in der gesamten Region mit großflächigen Plakaten beworbenen Veranstaltung waren rund 4500 Besucher erwartet worden.

Der Termin sei laut Diana Brauckmann von der Suberg’s Veranstaltungsgesellschaft neu bewertet worden, nachdem die ersten positiven Coronavirus-Fälle am Donnerstag (6.3.) in Dortmund bekannt geworden waren.

Tanzpartys sind gefährdeter als Konzerte

„Uns wurde mitgeteilt, dass die Gefährdungslage bei unserer Veranstaltung größer ist als zum Beispiel bei Konzerten. Sobald so ein Hinweis kommt, können wir es nicht mehr machen, auch wenn es gewollt hätten“, sagt Diana Brauckmann.

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Grundlage dafür sei eine Empfehlung des Gesundheitsamts, Veranstaltungen mit „einer hohen Personendichte und gleichzeitig erhöhter und enger Interaktion zwischen den Teilnehmern sowie einer langen Verweildauer am Veranstaltungsort“, mit erhöhtem Risiko zu bewerten.

Zur „erhöhten engen Interaktion“ werden etwa Tanzen und Küssen gezählt.

Absage verursacht „erheblichen Schaden“

„Wir sind dieser Empfehlung gefolgt und versuchen nun einen Ausweichtermin zu finden“, sagt Diana Brauckmann. Aufgrund der unklaren Lage sei es aber für die Veranstaltungsbranche im Moment unmöglich, verlässlich zu planen. „Es bricht ganz viel zusammen“, sagt Diana Brauckmann.

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Die Absage verursache einen „erheblichen Schaden“. Diana Brauckmann sieht durch das Coronavirus wirtschaftliche Kreisläufe in ihrer Branche in Gefahr. Alle Unternehmen, die mit der Großveranstaltung mit fünf Tanzflächen in der Westfalenhalle 1 (ehemalige Halle 2) geplant hatten, verlieren Aufträge.

FZW: „So lange der BVB spielt, spielen wir auch“

In der Mitteilung über die Absage von „Suberg‘s Ü30-Party“ betont das Unternehmen aus Recklinghausen: „Jede Veranstaltung wird individuell betrachtet und mit einer eigenen Risikobewertung behandelt. Diese Entscheidung hat daher keinerlei Auswirkungen auf andere Veranstaltungen in Dortmund.“

An Dortmunder Locations wie dem FZW läuft deshalb aktuell alles noch nach Plan. Es gebe keinerlei Überlegungen, Partys oder Konzerte abzusagen, so lange dies nicht offiziell angeordnet ist. „So lange der BVB spielt, spielen wir auch“, sagt Matthias Schmidt vom FZW.

Bisher sind Tanz- oder Konzertveranstaltungen in Dortmund nicht generell untersagt worden. Nachbarländer wie Frankreich oder die Schweiz handhaben das anders. Dort fallen zahlreiche Kulturveranstaltungen wegen des Coronavirus’ aus.

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