Lichterfest-Abbruch: „Ich würde wieder so entscheiden“, sagt die Park-Chefin

dzLichterfest-Ärger

Für viel Ärger hat das Lichterfest im Westfalenpark gesorgt, das erst abgebrochen und dann doch fortgesetzt wurde. Jetzt stand die Park-Chefin der Politik Rede und Antwort.

Dortmund

, 10.09.2019, 19:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie kam es zur Entscheidung, das Lichtfest am 31. August abzubrechen – und dann hinterher doch ein Höhenfeuerwerk stattfinden zu lassen? Die Frage, die sich viele verärgerte Besucher des Lichterfestes stellten, warf am Dienstag auch die CDU-Fraktion im Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit auf. Parkchefin Annette Kulozik nutzte die Gelegenheit, ausführlich über den Ablauf des Abends zu berichten.

Späte Gewitterwarnung

„Angekündigt war eine neue kleine Hitzewelle“, erklärte sie. Deshalb sei man von einem störungsfreien und sicheren Ablauf des Lichterfestes ausgegangen. Bis 20 Uhr habe es noch keinen Hinweis auf ein nahendes Gewitter.

Die erste Nachricht über eine aufziehende Gewitterfront habe es von den Wetterdiensten gegen 21.11 Uhr gegeben. Das habe man mit der Feuerwehr abgeglichen. Auch per Kamera habe man das herannahende Gewitter verfolgen können, berichtete Annette Kulozik.

Gemeinsam mit Feuerwehr und Polizei habe man als Veranstalter um 21.25 Uhr schließlich die Entscheidung getroffen, dass das Gelände evakuiert werden muss. Alle am Lichterfest Beteiligten seien darüber kurzfristig informiert worden von der Security über die Gastronomiebetriebe und die Bühne von Radio 91.2 bis zu DSW21 als Verkehrsunternehmen. Das habe etwa zehn Minuten gebraucht, erklärte Kulozik.

Im Park Schutz gesucht

Zum Zeitpunkt des Abbruchs seien etwa 35.000 Menschen im Park gewesen. Viele hätten den Park wie gefordert verlassen, viele hätten aber auch vor Ort Schutz gesucht. „Für uns hat immer die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher im Mittelpunkt gestanden“, versicherte Annette Kulozik.

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Sie räumte aber auch Fehler ein. Dass es unterschiedliche Informationen an die Besucher gegeben habe, sei bedauerlich. Nachdem der Regen abgeklungen war, habe Radio 91.2 das Programm wieder aufgenommen, nachdem man auf der Bühne nur eine Unterbrechung des Festes angekündigt hatte.

Weil generell noch viele Besucher im Park waren oder an den Eingängen gewartet hätten, habe man sich dann entschieden, auch das Feuerwerk stattfinden zu lassen, erklärte die Parkchefin.

Ihr Fazit: „Ich würde aus heutiger Sicht, mit Blick auf die Evakuierung, wieder so entscheiden. Die Entscheidung, die Veranstaltung wieder fortzusetzen, würde ich aus heutiger Sicht sicherlich so nicht mehr treffen“, sagte Annette Kulozik.

Verständnis für Verärgerung

„Ich verstehe die Verärgerung der Menschen. Aber ein glückliches klagloses Ende ohne Beschwerden hätten wir in keiner Situation gehabt“, bilanzierte die Parkchefin.

Die Politiker im Ausschuss zeigten sich halbwegs zufrieden – auch mit der Wiedergutmachung für die Besucher des Lichterfestes, die das Feuerwerk nicht mehr miterleben konnten. Eine Erstattung des Eintrittsgeldes sei schlicht nicht praktikabel, erklärte Bernd Kruse als Chef der städtischen Sport- und Freizeitbetriebe.

Wie berichtet soll es nun beim Auftakt des Winterleuchtens am 7. Dezember freien Eintritt in den Park und ein Höhenfeuerwerk geben. „Ganz viel mehr kann man nicht machen“, bilanzierte Bürgermeisterin Birgit Jörder als Ausschussvorsitzende.

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