Krankheitsgefahr: Fast alle Supermärkte in der Region warnen vor einer bestimmten Milch

Rückruf

Vorsicht beim Griff in den Kühlschrank: Mehrere große deutsche Unternehmen haben einen Milch-Rückruf gestartet. „Verbraucher sollten die Milch auf keinen Fall trinken“, heißt es.

Dortmund

, 11.10.2019, 10:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Krankheitsgefahr: Fast alle Supermärkte in der Region warnen vor einer bestimmten Milch

Die Hersteller warnen vor dem Verzehr einer bestimmten Milchmarke. © dpa

Wegen der Gefahr von Durchfallerkrankungen nehmen das Deutsche Milchkontor (DMK) und das Unternehmen Fude und Serrahn eines ihrer Produkte vom Markt. Der am Freitagmorgen veröffentlichte Rückruf betrifft jeweils die Milch-Eigenmarken fast aller großen deutschen Supermärkte.

Betroffen sind den Angaben zufolge folgende Marken mit dem sogenannten Genusstauglichkeitskennzeichen DE NW 508 EG sowie den jeweils angegebenen Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD):

  • Metro: Aro Frische Milch 1,5 % Fett mit den MHD 15. und 18. Oktober
  • ALDI Nord: Milsani Frische Milch 1,5 % Fett mit den MHD 15., 18. und 20. Oktober
  • Kaufland: K-Classic Frische Milch 1,5 % Fett mit den MHD 14., 15. und 18. Oktober
  • Lidl: Milbona Frische Milch 1,5 % Fett mit den MHD 13., 14., 16. und 18. Oktober
  • Edeka: Gut und Günstig Frische Fettarme Milch ESL 1,5 % Fett mit den MHD 14., 16., 18. und 20. Oktober
  • Netto: Gutes Land Frische Fettarme Milch länger haltbar 1,5 % Fett mit den MHD 14., 15., 16., 18. und 20. Oktober
  • Rewe: Ja! Frische Milch 1,5 % Fett mit den MHD 14., 15., 18. und 20. Oktober
  • Real: Tip Frische Milch 1,5 % Fett mit den MHD 14., 15. und 18. Oktober

Artikel mit anderen Mindesthaltbarkeitsdaten sowie Artikel mit gleichen MHD, aber anderem Identitätskennzeichen sind nicht betroffen.

Die belieferten großen Handelsunternehmen - darunter Metro, Aldi, Edeka, Rewe und Lidl in Dortmund - hätten umgehend reagiert, die Ware werde vorsorglich aus dem Handel genommen, hieß es.

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Bei Routinekontrollen sei „bei einzelnen Artikeln“ eine Belastung festgestellt worden, die „zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Durchfall führen“ könne. Sonja Pannenbecker, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale, warnt vor der Milch: „Verbraucherinnen und Verbraucher sollten diese auf keinen Fall trinken und können die gekauften Verpackungen im Laden zurückgeben.“

Die gefundenen „Aeromonas“-Arten sind typischerweise in Süß- und Brackwasser zu finden. Zur Gruppe gehören mehrere Krankheitserreger für Menschen und bestimmte Tiere, etwa Fische.

Vor allem bei abwehrgeschwächten Menschen sind Durchfall, aber auch Haut- oder Weichteil-Infektionen sowie Entzündungen des Knochens oder Knochenmarks möglich, etwa wenn die Keime in eine Wunde gelangen. Die Infektionen lassen sich mit Antibiotika behandeln, allerdings breiten sich wie bei anderen Bakteriengruppen auch zunehmend resistente Stämme aus.

Es handele sich nur um einzelne Chargen

DMK-Sprecher Oliver Bartelt warnte vor einer Überbewertung. Für den Verbraucher sei wichtig zu wissen, dass es sich nur um einzelne Chargen handele. Die genaue Menge der betroffenen Milch konnte er zunächst nicht beziffern. Es handele sich aber eher um ein übersichtliches Volumen.

Der Warenrückruf erfolge aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes. Verbraucher, die einen der angegebenen Artikel gekauft haben, erhalten den Angaben zufolge auch ohne Vorlage des Kassenbons den Kaufpreis in ihren Einkaufsstätten zurück.

mit Material von dpa

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