Kompromiss bei Kastrationspflicht für Katzen in Sicht

dzTierschutz

Die unendliche Geschichte um die Einführung einer Kastrationspflicht für Freigängerkatzen in Dortmund geht weiter. Doch es zeichnet sich ein Kompromiss zwischen Stadt und Tierschützern ab.

Dortmund

, 04.10.2018, 11:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hoffnung und Enttäuschung wechseln sich ab in der Gemütslage der Mitglieder von Tierschutzverein und Katzenschutzverein, wenn es um die Einführung der Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht für Freigängerkatzen in Dortmund geht. Der vierte Anlauf im Ausschuss für Bürgerdienste hat die Tierschützer nach sechs Jahren zwar einen Schritt näher zum Ziel gebracht, doch es gilt, eine weitere Hürde zu nehmen.

Der Ausschuss hatte in der letzten Septemberwoche einstimmig für eine Einführung der Kastrationspflicht votiert – allerdings mit der Einschränkung, dass die Tierschützer der Verwaltung bei Bedarf weitere Daten über wild lebende Katzen in Dortmund und ihre medizinische Behandlung beibringen sollen.

Weitere Datensammlung gefordert

Die Verwaltung wollte daraufhin, dass die Tierschützer ein weiteres Jahr Daten sammeln und diese für jedes eingefangene Tier akribisch auf einem Erfassungsbogen festhalten. Und das, obwohl der Katzenschutzverein bereits eine umfangreiche Datensammlung für Politik und Verwaltung zusammengestellt hatte. Rechtsdezernent Norbert Dahmen hatte betont, dass die Stadt nur auf Basis eines so abgestimmten Datenmaterials eine rechtssichere Satzung erstellen könne, sofern sie überhaupt notwendig sei.

Erika Scheffer, Vorsitzende des Dortmunder Tierschutzvereins, war empört und erklärte schriftlich gegenüber Verwaltung und Politik, man werde die vorgeschlagenen Maßnahmen zum Nachweis der eingefangenen Katzen nur vom 1. Oktober 2018 bis 31. Januar 2019 erfüllen. Scheffer: „Das muss genügen.“ Das Ergebnis solle dann zur Februar-Sitzung des Bürgerdienste-Ausschusses vorliegen. Zudem solle die Verwaltung sich bei den rund 690 Städten und Kommunen erkundigen, die die Kastrationspflicht bereits eingeführt haben, wie diese ihre Verordnungen für Freigänger-Katzen praktizierten.

Erfassungsbogen wird angepasst

Nach einem Gespräch von Norbert Dahmen mit Vertretern des Katzenschutzvereins einige Tage später haben sich beide Seiten darauf verständigt, die bereits vergangenen drei Monate von Anfang Juli bis Ende September 2018 für die Datensammlung gelten zu lassen, sodass jetzt noch bis Ende Juni Daten zu sammeln sind. Auch der von der Verwaltung vorgeschlagene Erfassungsbogen werde an die Wünsche der Katzenschützer angepasst, sagte der Rechtsdezernent auf Anfrage.

Inzwischen zeichnet sich auch ein Kompromiss zur rechtssicheren Einführung der Kastrationspflicht ab. Denkbar sei, die Verordnung für einzelne Stadtbezirke zu erlassen, nämlich dort, wo Streunerkatzen in Kolonien leben, erläuterte Dahmen. Nach den Zählungen der Katzenschützer sind die am Nordmarkt in der Nordstadt, in Lanstrop und in Scharnhorst.

Sollten Katzenschützer schon jetzt auf uneinsichtige Katzenhalter stoßen, die ihre Tiere unkastriert ins Freie lassen, wo sie sich mit Streunerkatzen paaren, solle das Veterinäramt verständigt werden, sagte Dahmen.

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