Lob der Bürger zum Corona-Management der Stadt zeigt: Dortmund kann Krise

dzKommentar

Corona ist eine große Zumutung für Dortmund und die Dortmunder. Doch die Verwaltung hat die Stadt bislang gut durch die Krise manövriert. Das verdient Anerkennung, meint unsere Autorin.

Dortmund

, 06.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dortmund kann Krise, hat Oberbürgermeister Ullrich Sierau mal gesagt. Damals, im Jahr 2015, ging es um die Flüchtlingskrise, in der die Stadt das Chaos ordnen und auch die Folgen in der Zeit danach bewältigen musste und noch heute muss. Jetzt die Corona-Krise, die mit der Sorge um Ansteckung mit dem Virus und dem Lockdown um vieles mehr in das Leben der Bürger eingreift. Das Ausmaß hätte sich vorher doch niemand vorstellen können.

Dortmund war einmal mehr Vorreiter bei der Bewältigung der Krise. Als andere Städte noch mehr oder weniger in Schockstarre verharrten, war in Dortmund bereits ein Corona-Krisenstab gegründet, der Prioritäten setzte.

Niedrige Zahlen sprechen für sich

Zunächst ging es um die Gesundheit und die Schutzmaßnahmen, einhergehend mit Recht und Ordnung. Auch wenn es anfangs bei den Tests haperte – Dortmund hat es unter den widrigen Umständen gut hinbekommen. Infektionsketten wurden konsequent verfolgt. Und die Bürger haben in der Regel mitgezogen. Die anhaltend niedrigen Infektionszahlen sprechen für sich.

Die Landesregierung hat es mit ihren kurzfristigen Entscheidungen und zum Teil schwammig formulierten Verordnungen der Verwaltung nicht leicht gemacht. Trotzdem: Die letzte Corona-Schutzverordnung erreichte die Stadt in der Nacht auf Dienstag nach Pfingsten um 0.50 Uhr und war bereits keine zwölf Stunden später in Dortmund in Handlungsanweisungen gegossen.

Sorgfalt vor Schnelligkeit

Bei der Umsetzung lässt sich die Verwaltung nicht kopflos treiben, sondern lässt – etwa wie bei der Öffnung der Freibäder – Sorgfalt vor Schnelligkeit walten. Niemand will schließlich die bisherigen Erfolge gefährden.

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Dennoch hat Dortmund es geschafft, grundlegende Funktionen in der Stadt unter den neuen Bedingungen aufrechtzuerhalten oder im Rahmen der Schutzverordnungen schnell wieder zu ermöglichen, von der Verwaltung und Sozialarbeit, über Schulraumorganisation, Kita-Betrieb und Wirtschaftsförderung bis zu Sport- und Kulturangeboten.

Das dicke Ende kommt noch

Selbst bei denjenigen 24 Prozent, die noch Verbesserungsbedarf beim Umgang der Stadtverwaltung mit der Corona-Krise gesehen haben, haben nur zehn Prozent die Umsetzung der vom Land verordneten Regelungen für Kitas und Schulen beanstandet. Das ist erstaunlich angesichts der immer wieder zu vernehmenden Kritik von Eltern an der Landesregierung.

Bisher ist Dortmund im Großen und Ganzen gut durch die Krise gekommen. Und die Bürger erkennen an: Dortmund kann Krise. Doch das dicke Ende könnte noch kommen, wenn die Rechnungen aufgemacht werden und die Frage ansteht, wer das alles bezahlen soll. Damit umzugehen, ist neben der Verwaltung auch eine Aufgabe des im September neugewählten Rates.

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