Klimaschutz als gemeinsames Ziel von Kirchen und Politik

dzReinoldustag der Kirchen

Klimaschutz ist für die Kirchen ein zentrales Anliegen. Das wurde beim Reinoldustag, dem Neujahrsempfang von evangelischer und katholischer Kirche deutlich. Aber es gibt auch andere Themen.

Dortmund

, 17.01.2020, 17:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein großer Erdball lag oberhalb der Stufen zum Altarraum der Reinoldikirche. Als Symbol dafür, dass das Thema Klimaschutz bei den Kirchen breiten Raum einnimmt.

„Schöpfung bewahren - Klima schützen“ war denn auch das Motto beim Gottesdienst zum Reinoldustag mit dem anschließenden Neujahrsempfang der evangelischen und katholischen Kirche in Dortmund am Donnerstagabend in der Reinoldikirche.

Dass Klimaschutz und der dafür notwendige Wandel Aufgaben für alle sind, hatte schon Caritaspfarrer Michael Ortwald in seiner Predigt deutlich gemacht. „Der Wandel braucht Akteure“, so der katholische Geistliche. „Als Christen können wir nicht andere zur Umkehr aufrufen, wenn wir selber nicht umkehren.“

Rückblick auf Kirchentag

Beim Neujahrsempfang nach dem Gottesdienst nahm die evangelische Superintendentin Heike Proske in ihrer Ansprache den Ball auf. „Klimaschutz ist die große, vielleicht entscheidende Frage des neuen Jahrzehnts“, sagte Heike Proske. „Es muss jetzt gehandelt werden.“

Klimaschutz und Unterstützung für die Fridays-for-Future-Bewegung waren auch schon wichtige Themen beim Evangelischen Kirchentag in Dortmund im Juni 2019, auf den die Kirchenvertreter beim Reinoldustag dankbar zurückblickten.

„121.000 Besucherinnen und Besucher haben eine Stadt erlebt, die weltoffen, gastfreundlich, tolerant und flexibel war.“ Damit habe Dortmund positiv überrascht, stellte Heike Proske fest.

Aber auch viele Einheimische seien überrascht gewesen, wie fröhlich, entspannt und zugleich gläubig und engagiert Christen sein könnten. Der Kirchentag habe die Stadtgesellschaft verändert, stellte auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau lobend fest.

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Aber Proske und Sierau machten noch weitere Themen aus, die Kirchen und Politik gemeinsam bewegen. Dazu gehöre die Frage der sozialen Gerechtigkeit. „Ein Drittel der Kinder in Dortmund ist von Armut betroffen. Aber auch immer mehr ältere Menschen werden nicht mehr das Nötigste zum Leben haben“, sagte Heike Proske. Eine soziale Stadtgesellschaft sei für Christen eine wichtige Aufgabe.

Aufruf zur Kommunalwahl

Zum Themenkomplex Flucht und Migration stehe nun das Thema Integration im Mittelpunkt. Als Kirche werde man am Kirchenasyl als ultima ratio bei besonderen Härtefällen festhalten.

Die Superintendentin rief dazu auf, sich im September an der Kommunalwahl zu beteiligen - und Rechtsextremisten und Populisten eine Absage zu erteilen. „Wir stehen auf gegen Ressentiments und Antisemitismus. Hier ziehen wir aus christlicher Sicht klare Grenzen“, erklärte Heike Proske.

Der Oberbürgermeister hörte es gern und dankte seinerseits den Kirchen für ihre Arbeit. „Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Zusammenleben in dieser Stadt“, lobte Sierau.

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