Die Pfadfinder zeigen den Kirchentag-Besuchern wo es lang geht

dzEvangelischer Kirchentag

In Dortmund laufen während des Kirchentags Tausende Pfadfinder durch die Straßen. Sie sind deutlich an ihrer Kleidung zu erkennen. Doch was machen sie hier eigentlich und woher kommen sie?

Dortmund

, 21.06.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jan-Steffen Neurath (25) ist Pfadfinder und kommt aus der Nähe von Kiel. Um genau zu sein ist er Stammesleiter bei „Ring Evangelischer Gemeindepfadfinder (REGP)“ und kommt aus Schönberg bei Kiel.

Er zieht mit seinen 250 Pfadfinder-Kameraden aus Schleswig-Holstein durch Dortmunds Straßen und sorgt für Ordnung auf dem Kirchentag.

Als Stammesleiter steht er in der Pfadfinder-Hierarchie über den Helfern und koordiniert seine Truppe. Sie zeigen den Besuchern unter anderem die Wege zu den Veranstaltungen, helfen dabei, Parkplätze zu finden und sperren sogar teilweise kurzfristig Straßen ab.

Die Pfadfinder können gut mit Druck umgehen

Das ist eine große Verantwortung, wenn man bedenkt, dass die jüngsten Pfadfinder gerade mal 16 Jahre alt sind. Die meisten seien Mitte 20, so Neurath, aber es sind wohl auch bis zu 50-Jährige dabei.

„Jede helfende Gruppe braucht eine volljährige Person, die sich als Gruppenleitung zur Verfügung stellt“, so der Kirchentag-Sprecher Stephan von Kolson.

Der Kirchentag setze auf die 4200 engagierten ehrenamtlichen Helfer. Dies wurde im Sicherheitskonzept festgehalten und im Einvernehmen mit den Dortmunder Behörden vereinbart, so von Kolson weiter. Dadurch brauche man keinen Ordnungsdienst und spare Geld.

Die Pfadfinder zeigen den Kirchentag-Besuchern wo es lang geht

Nach der Arbeit gönnen sich die Pfadfinder eine kurze Pause. © Said Rezek

Um die Fragen der Kirchentag-Besucher beantworten zu können, sind die Pfadfinder mit Plänen der Stadt und der Verkehrsnetze ausgestattet.

Bei etwa 100.000 Besuchern auf dem Kirchentag kann es auch mal etwas stressiger für die Helfer werden.

Die Pfadfinder haben eine positive Ausstrahlung

Dem Druck sind die Kameraden laut dem Stammesleiter Neurath jedoch mehr als gewachsen, denn: „Der Pfadfinder lacht und pfeift in jeder Lebenslage. Wenn es Chaos gibt, arbeiten wir ganz gut.“

Laut ihrem Selbstbild sind die Pfadfinder stets hilfsbereit, freundlich, und gut gelaunt, sagt Neurath lächelnd. „Mir macht es Spaß, Aufgaben in der Gruppe zu lösen und Menschen zu helfen. Außerdem ist es etwas besonderes, bei einem Großereignis dabei zu sein, wo eine große Gemeinschaft entsteht“, so der Stammesleiter.

Was bedeuten die Wappen auf der Pfadfinder-Kluft?

Außergewöhnlich ist auch die Kluft der Pfadfinder, auf der viele Symbole zu erkennen sind. Auf dem Hemd sind auf Höhe der linken Brust die Lutherrose und das Deutschlandband zu erkennen.

Die Pfadfinder zeigen den Kirchentag-Besuchern wo es lang geht

Die Tracht von vorne. Zu sehen ist die Lutherrose. © Said Rezek

Auf der linken Seite über dem Ellenbogen ist das Stammesabzeichen. Es verrät, wo jemand herkommt. Der Fisch steht im Falle von Neurath für Schönberg.

Die Pfadfinder zeigen den Kirchentag-Besuchern wo es lang geht

Die Tracht von der linken Seite. Der Frisch symbolisiert das Stammesabzeichen und verrät, wo der Pfadfinder her kommt. © Said Rezek

Ein Kugelkreuz tragen nur diejenigen, die konfirmiert sind. Kameraden in der evangelischen Pfadfindergruppe müssen zwar nicht getauft oder Mitglied in einer Kirche sein, aber die Religion spielt für sie eine zentrale Rolle.

Was hält der Pfadfinder von Dortmund?

Wenn die Pfadfinder nicht auf dem Kirchentag unterwegs sind, treffen sie sich jede Woche, um Sport zu treiben oder zu basteln.

So wie man es aus diversen Filmen kennt, treffen sich sie auch regelmäßig am Lagerfeuer um Lieder zu singen oder Stockbrot zu essen. „Am wichtigsten ist dabei die Gemeinschaft“, so Neurath.

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Der Kirchentag in Dortmund ist bereits sein vierter. Sein erster Eindruck von der Ruhrgebietsstadt: „ Ich hatte ein gewisses Vorurteil, von verbauten Städten und stickiger Luft.“

Der Stammesleiter hofft auf ein großes Ereignis

“Aber vom Klima und von den Menschen her ist hier warm und herzlich“, so der Stammesleiter. Diese Einschätzung dürfte den Dortmundern gefallen.

Er erwartet vom Kirchentag eine Menge Arbeit und Freude, für die Besucher und der Stadt Dortmund hofft er auf ein super Erlebnis.

Die Pfadfinder haben während des Kirchentags zwei Tage frei und haben vor, in den Zoo zu gehen.

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