Kinderpornografie: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen 52-jährigen Dortmunder

dzKinderpornografie in Wuppertal

Nach dem Fund von Kinderpornografie hat die Polizei in Wuppertal die Grabungen im Garten eines 83-Jährigen abgeschlossen. Die Ermittlungen gegen seinen Sohn (52) in Dortmund gehen weiter.

Dortmund

, 02.07.2019, 15:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hat ein Verfahren gegen einen 83-jährigen Wuppertaler und dessen 52 Jahre alten Sohn aus Dortmund eingeleitet. Die Polizei hatte am Mittwoch (26. Juni) bei einer Durchsuchung im Haus des 83-Jährigen 50 Festplatten, mehrere Laptops und Computer mit kinderpornografischem Bildmaterial im Haus sichergestellt und dazu im Safe auch mehrere Zeitungartikel über vermisste Kinder.

Daraufhin wurde der Garten des 83-Jährigen umgegraben. Diese Grabungsarbeiten hat die Polizei am Dienstag (2. 7.) beendet. Die Polizei hatte dort nach Leichen gesucht. Sie sei aber nicht fündig geworden, sagt Baumert von der Wuppertaler Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft hatte auch den Dortmunder Sohn des 83-Jährigen ins Visier genommen, weil kinderpornografisches Material in seinem ehemaligen Kinderzimmer in Wuppertal gefunden worden war. "Der Sohn besucht den Vater regelmäßig und schläft auch von Zeit zu Zeit in dem Zimmer, deshalb führen wir ihn zurzeit als Beschuldigten.“, sagte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert von der Staatsanwaltschaft Wuppertal am Freitag.

Ermittlungen dauern weiter an

Die Wohnung des Sohnes in Dortmund sei durchsucht worden. Dabei habe man allerdings nichts Verdächtiges und keine Hinweise darauf gefunden, dass das Material dem 52-jährigen Sohn aus Dortmund gehöre. "Es könnte seine Kinderpornografie sein, aber auch die des Vaters", sagt Baumert am Dienstag auf Anfrage dieser Redaktion. "Das werden weitere Ermittlungen zeigen müssen." Diese würden noch andauern.

"Der erste Impuls war deshalb nachzusehen, ob auf dem Grundstück Hinweise auf weitere Delikte zu finden sind", sagt Baumert. Kinderleichen wurden aber nicht gefunden. Die Grabungen wurden am Dienstag abgeschlossen. Die Polizei hatte in den vergangenen Tagen mit Baggern den etwa 1000 Quadratmeter großen Privatgarten umgegraben. Der Bodenaushub wurde dabei von Leichenspürhunden untersucht.

Datenträger werden ausgewertet

Ob der Wuppertaler aktiv mit dem Verschwinden der Kinder zu tun habe, sei aktuell nicht ersichtlich. Man prüfe aber die gefundenen Datenträger und würde schauen, ob sich dadurch Erkenntnisse ergeben, so der Oberstaatsanwalt.

Die Menge des gefundenen kinderpornografischen Materials bezeichnet Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert als „erheblich“. Aktuell werden die Datenträger ausgewertet, die bei dem 83-jährigen Wuppertaler, gefunden wurden. Man werde auch weitere Personen anhören, um in Erfahrung zu bringen, ob es Hinweise auf sexuellen Missbrauch gebe. Aktuell liege da aber noch nichts vor, so Baumert.

83-Jähriger auf freiem Fuß

Der Mann war nach Informationen des WDR am Donnerstag (27. Juni) in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Der Haftbefehl wegen Besitzes von Kinderpornografie und Verstoßes gegen das Waffengesetz gegen den 83-Jährigen war von einem Haftrichter außer Vollzug gesetzt worden. Einem Bericht der Bild-Zeitung vom Samstag (29. Juli) zufolge, ist der Mann inzwischen aber nicht mehr in der Klinik. Dass der 83-Jährige aktuell auf freiem Fuß ist, bestätigte Oberstaatsanwalt Baumert am Dienstag (2. Juli) auf Anfrage unserer Redaktion.

Der 83-Jährige war aufgefallen, weil er - engagiert in der Flüchtlingshilfe - einer syrischen Familie einen USB-Stick gegeben hatte, auf dem für sie wichtige Formulare abgespeichert waren. Auf dem Stick waren aber nicht nur die Formulare, sondern auch Kinderpornografie. Der Vater der Familie informierte daraufhin die Arbeiterwohlfahrt, diese wiederum schaltete die Polizei ein.

mit dpa

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