Schulbus-Ärger: DSW21 sieht „keinen unmittelbaren Handlungsbedarf“

dzNahverkehr in Dortmund

Nach den Beschwerden über verspätete und überfüllte Busse in ganz Dortmund äußert sich nun DSW21 zu den Vorwürfen. Einen konkreten Handlungsbedarf sieht der Nahverkehrbetreiber nicht.

von Jakob Schiffer

Dortmund

, 17.12.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den letzten Wochen häufen sich die Beschwerden über die Busse der Dortmunder Stadtwerke (DSW21). Auslöser war die Geschichte der Deusener Schülerin Chiara Wientjens (15), über die wir Anfang Dezember berichteten.

Weil der Bus morgens zu voll war, wurde Wientjens mehrmals vom Busfahrer stehen gelassen und kam zu spät zur Schule. Sie fährt nun einen Umweg mit der Bahn und muss das Haus bereits eine halbe Stunde früher verlassen.

DSW21 auf Rückmeldungen von Schulen angewiesen

Kurz danach folgten zahlreiche weitere Beschwerden von Bürgern aus dem gesamten Gebiet der DSW21. Das Problem ist anscheinend kein Einzelfall: Viele Buslinien kommen morgens nicht pünktlich oder sind so voll, dass die wartenden Schüler an der Haltestelle stehen gelassen werden. Betroffen sind unter anderem Linien in Eving, Brackel, Aplerbeck und in der Nachbarstadt Castrop-Rauxel.

Jetzt lesen

Nun reagierten die Dortmunder Stadtwerke auf Nachfrage unserer Redaktion auf die Vorwürfe. Es werde beim Thema Schulbusse schon eine Menge getan, so DSW21-Sprecherin Britta Heydenbluth. So gebe man sich Mühe, die Anzahl der Busse auszubauen und die Fahrpläne an die Unterrichtszeiten anzupassen.

„Im Linienverkehr setzen wir morgens zusätzlich 61 Busse als Einsatz-Wagen ein“, schreibt Heydenbluth in der Stellungnahme. „Diese E-Wagen dienen dazu, die Kapazitäten im Linienverkehr dort zu erweitern, wo zusätzlicher Bedarf ist. Das sind naturgemäß vor allem die Schulen, die Wagen können aber von allen Fahrgästen genutzt werden.“ Morgens rolle im Busbereich alles, was Räder habe.

Linie 482: „Wir haben hier ein sehr gutes Angebot“

Um die Fahrpläne gut an den Unterricht der Schüler anzupassen, sei man auch auf Rückmeldungen von Schulen angewiesen, wenn diese Unterrichtsbeginn und -ende ändern. Trotzdem sei es nicht möglich, jeden Schüler bei der Planung zu berücksichtigen: „Was wir nicht leisten können, sind auf den einzelnen Fahrgast zugeschnitte Zubringer jenseits der Linienwege.“

Bei den Bürgerbeschwerden zu den einzelnen Linien geht Heydenbluth lediglich auf die Linie 482 konkret ein, die für die Anbindung an das Schulzentrum Habinghorst in Castrop-Rauxel sorgt: „Wir haben hier ein sehr gutes Angebot.“ Das Schulzentrum werde morgens durch mehrere Linien im Zehn-Minuten-Takt angefahren und sei deshalb ausreichend angebunden.

Zu den anderen Fällen aus Eving, Brackel und Aplerbeck äußert sich DSW21 allgemein: „Wir werden die genannten Punkte im Blick behalten, sehen aber im Moment keinen unmittelbaren Handlungsbedarf.“

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Messe „Jagd & Hund“
Giraffen abschießen für 2200 Euro: Wie Anbieter ihre umstrittenen Jagd-Reisen verteidigen
Hellweger Anzeiger Panzer-Einsatz
Dortmunder nach Bandidos-Razzia in U-Haft – Polizei verteidigt Panzer-Einsatz