Kaufhof- und Karstadt-Mitarbeiter streiken am Donnerstag in Dortmund

Verdi-Streik

In vielen Kaufhof- und Karstadt-Sports-Filialen in NRW wird am Donnerstag gestreikt – so auch in Dortmund. Die Mitarbeiter fürchten massive Lohneinbußen durch die Verschmelzung mit Karstadt.

Dortmund

, 12.12.2019, 09:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kaufhof- und Karstadt-Mitarbeiter streiken am Donnerstag in Dortmund

© picture alliance / dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag (12.12.) die Beschäftigten von Kaufhof und Karstadt-Sports in Dortmund zum Streik aufgerufen. Insgesamt werden an diesem bundesweiten Streiktag die Beschäftigten von 24 Kaufhof- und vier Karstadt-Sports-Filialen in Nordrhein-Westfalen die Arbeit niederlegen.

Mit den Streiks will die Gewerkschaft in den laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen, um in den für Donnerstag und Freitag (12./13.12.) geplanten Gesprächen endlich zu einer Einigung zu kommen.

Treffen im Streikcafé

Streikversammlungen sollen in Köln, Duisburg, Münster, Bonn, Gelsenkirchen, Aachen, Hagen, Paderborn und Dortmund stattfinden. Die Dortmunder Steikenden treffen sich von 10 Uhr bis 13 Uhr im Streikcafé im Verdi-Haus am Königswall 36. Der Gewerkschaftssekretär im Bezirk Westfalen, Reiner Kajewski, sagte am Donnerstagmorgen auf Nachfrage dieser Redaktion, dass er noch nicht einschätzen könne, wie viele Dortmunder Beschäftige dem Streikaufruf folgen. Er versicherte aber: „Im Weihnachtsgeschäft sind viele Aushilfen in den Filialen, die den Betrieb aufrechterhalten.“ Kunden sollten demnach keine Auswirkungen des Streiks spüren.

Nachtrag: Auf Anfrage sagte Kajewski am Donnerstagmittag, dass 70 Beschäftige beider Betriebe zur Streikversammlung in Dortmund gekommen seien.

Verdi und Galeria Karstadt Kaufhof verhandeln bereits seit einiger Zeit über einen gemeinsamen Sanierungstarifvertrag für den durch den Zusammenschluss entstandenen neuen Warenhausriesen. Laut Verdi würde eine Verschmelzung ohne neuen Tarifvertrag für die Kaufhof-Beschäftigten automatisch eine rund elfprozentige Entgeltabsenkung bedeuten.

Bereitschaft zu Zugeständnissen

Galeria Karstadt Kaufhof hatte in der Vergangenheit bereits eine Lösung vorgeschlagen, die für die Kaufhof-Mitarbeiter nicht ganz so große Einbußen bedeuten und den Karstadt-Beschäftigten sogar mehr Geld bringen würde. Auch Verdi hatte die Bereitschaft zu Zugeständnissen erkennen lassen. Doch sind die Positionen der beiden Seiten offenbar noch weit voneinander entfernt. Das gilt nicht nur für die künftige Lohnhöhe, sondern auch für die Frage, wie lange ein neuer Sanierungstarifvertrag gelten soll.

An dem Streik werden laut Verdi in NRW auch Beschäftigte aus Filialen der Parfümeriekette Douglas und des Spielzeughändlers Smyths Toys teilnehmen. Dort fordert Verdi die Anerkennung der Tarifverträge des Einzelhandels.

Mit Materiel von dpa

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