Gastro-Lockdown: Warum Minister Laumann ihn für zumutbar hält

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Am Tag nach dem Lockdown-Beschluss für die Gastronomie war NRW-Minister Karl-Josef Laumann am Donnerstag bei der Handwerkskammer Dortmund zu Gast. Wie steht er zum K.o. für die Restaurants?

Dortmund

, 29.10.2020, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange schon war NRW-Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zum traditionellen Round-Table-Gespräch der Handwerkskammer Dortmund eingeladen, um über die Situation des Handwerks und den Ausbildungsmarkt in der Corona-Krise zu sprechen.

Am Rande der Veranstaltung, die in diesem Jahr erstmals ohne Publikum stattfand, dafür aber per Live-Stream im Internet zu verfolgen war, nahm Nordrhein-Westfalens Krisenmanager in der Corona-Pandemie am Donnerstag auch zum neuerlichen Lockdown für die Gastronomie Stellung.

„Die Sache können wir deswegen so gerade zumuten“, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion, „weil damit verbunden ist, dass wir sagen: Guckt mal in euren Büchern nach, was ihr letztes Jahr im November verdient habt! Und davon geben wir euch 75 Prozent.“

Was wird aus dem Außer-Haus-Verkauf?

Der Minister betonte auch, dass die Gastronomie ein „menschennaher Wirtschaftsbereich“ sei und nicht allein vom Lockdown betroffen sei. Dieser gelte ja auch für Kulturveranstaltungen, körpernahe Dienstleistungen in Kosmetikstudios oder Fußballvereine.

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„Ich verstehe“, sagte Karl-Josef Laumann, „dass man böse und sauer ist, wenn man alles getan hat, um seinen Betrieb möglichst sicher zu machen. Aber es geht um das große Ziel, die Kontakte runterzudrücken.“ Die Einschnitte, die jetzt erfolgen würden, seien „nicht planlos“. Er stellte klar, dass neben Friseuren auch Fußpflege-Praxen geöffnet bleiben, „weil sie eine wichtige medizinische Aufgabe erfüllen“.

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Offen war am Donnerstagmittag noch die Frage, wie und wann die Ausgleichszahlungen des Bundes an die Gastronomen gelangen. Gerüchteweise hieß es beispielsweise, dass Erlöse aus dem Außer-Haus-Verkauf wieder von der Staatshilfe abgezogen werden sollen. Das wiederum könnte bedeuten, dass viele Restaurantbetreiber - anders als im Frühjahr - ihre Küche diesmal kalt lassen.

Staatshilfe soll schnell zu den Gastwirten kommen

Karl-Josef Laumann äußerte sich zu dieser Frage nicht. „Das wird der Bundeswirtschaftsminister noch verkünden, wie er sich die Administration der Staatshilfe vorstellt“, sagte Laumann.

Als Mitglied der Landesregierung versicherte der Minister aber: „Das Land Nordrhein-Westfalen wird alles tun, damit das Geld möglichst schnell zu den Gastwirten kommt.“

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Karl-Josef Laumann stellte sich in Dortmund den Fragen aller Journalisten nachdem er zuvor während der eineinhalbstündigen Veranstaltung über das Handwerk gesprochen hatte. Das Thema war freilich etwas dankbarer. „Das Handwerk war bisher mit der stabilste Faktor während der Pandemie. Von Kurzarbeit wurde hier wenig Gebrauch gemacht“, so Laumann.

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