JVA Dortmund: Mutmaßlicher Rechtsterrorismus-Unterstützer tot aufgefunden

dzIn Untersuchungshaft

In der Dortmunder JVA ist ein Mann tot aufgefunden worden, der mutmaßlich ein Unterstützer der rechtsterroristischen Vereinigung „Gruppe S.“ war. Was zu den Hintergründen bekannt ist.

Dortmund

, 15.07.2020, 17:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Dortmunder Justizvollzugsanstalt ist ein 46-jähriger Mann, der in Untersuchungshaft saß, tot aufgefunden worden. Dabei handelt es sich um einen mutmaßlichen Unterstützer der rechtsterroristischen Vereinigung „Gruppe S.“ Das bestätigte ein Sprecher der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe am Mittwochabend (15.7.) gegenüber dieser Redaktion.

Die JVA Dortmund hatte bereits am Montag (13.7.) in einer Pressemitteilung darüber informiert, dass sich „ein Untersuchungsgefangener das Leben genommen“ habe.

Er sei gegen 11.45 Uhr leblos in seiner Einzelzelle aufgefunden worden. Wiederbelebungsversuche von Mitarbeitern der JVA und des sofort herbeigerufenen Notarztes seien erfolglos geblieben. Die Dortmunder Polizei hat die Ermittlungen zur Todesursache aufgenommen.

Seit dem 14. Februar in Untersuchungshaft

Der aus Ostwestfalen stammende Mann befand sich nach Angaben von JVA-Leiter Ralf Bothge seit dem 14. Februar 2020 in Haft. An diesem Tag hatte die Generalbundesanwaltschaft die Haftbefehle gegen zwölf Personen der „Gruppe S.“ öffentlich gemacht. Sie stammen aus sechs unterschiedlichen Bundesländern.

Die Männer werden beschuldigt, in Chats und bei konspirativen Treffen Anschläge auf Moscheen und Politiker geplant zu haben. Vorbild für die Anschlagspläne sollen unter anderem die rechtsterroristischen Attentate in Christchurch (Neuseeland) und Halle/Saale gewesen sein.

„Gruppe S.“ soll Anschläge geplant haben

Bei mehreren Tatverdächtigen wurden selbst gebaute Waffen und Handgranaten gefunden. Bei den Mitgliedern der „Gruppe S.“ handelt es sich zum Teil um Personen, die als Reichsbürger oder Mitglieder in rechtsextremen Vereinigungen bereits bei der Polizei bekannt waren.

Laut der Generalbundesanwaltschaft soll es Ziel der Vereinigung gewesen sein, „die Staats- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland zu erschüttern und letztlich zu überwinden. Zu diesem Zweck sollten durch Anschläge auf Politiker, Asylsuchende und Personen muslimischen Glaubens bürgerkriegsähnliche Zustände herbeigeführt werden“.

Grund für Haft in Dortmund

Dass der nun tot aufgefundene Mann in der JVA Dortmund inhaftiert war, hat laut Generalbundesanwaltschaft auch mit der Schwere des Vorwurfs und der hohen Zahl an Beschuldigten zu tun.

So soll aufgrund der hohen Zahl an Beschuldigten Kontakt innerhalb von Gefängnissen verhindert werden. Ein weiterer Faktor ist, ob die hohen Sicherheitsvorkehrungen gewährleistet werden können, die für Terrorverdächtige im Gefängnis gelten.

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