Jürgen von der Lippe stellte in Dortmund sein neues Buch „Nudel im Wind“ vor

Lesung im Fritz-Henßler-Haus

Jürgen von der Lippe (70) ist ein Comedy-Urgestein. Am vergangenen Wochenende (30. und 31. März) las er im ausverkauften Fritz-Henssler-Haus aus seinem neuen Buch „Nudel im Wind“.

Dortmund

, 31.03.2019, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jürgen von der Lippe stellte in Dortmund sein neues Buch „Nudel im Wind“ vor

Jürgen von der Lippe zeigt sich auch bei Lesungen als Entertainer. © Archivbild Schaper

Jürgen von der Lippe ist ein routinierter Entertainer. Das merkt man sofort, als er die Bühne betritt: Kurz zuvor begann das Publikum lauthals „Wie schön, dass du geboren bist“ zu singen, weil ein Besucher wohl Geburtstag hatte. Von der Lippe bekam das natürlich mit: „Was ist denn hier los“, gibt er mit gewohnt trockener Art als ersten Satz an diesem Abend von sich.

Zweideutige Interpretationen sind beabsichtigt

Der Grund für den Auftritt: Von der Lippe hat ein neues Buch veröffentlicht, den Roman „Nudel im Wind“. Der Titel habe, erklärt der Entertainer, habe keine besondere Bedeutung, er habe ihn gewählt, weil er „einfach lustig“ klinge. Zweideutige Interpretationen seien durchaus von von der Lippe beabsichtigt worden.

Bevor der Komödiant anfängt zu lesen, erklärt er, wovon sein Roman handelt – der übrigens bereits sein 14. Buch ist. „Nudel im Wind“ beleuchtet den Entstehungsprozess einer Abnehm-Fernsehshow, wie sie heutzutage schon auf allen Sendern ausgestrahlt werden könnte. Insgesamt gibt es 41 Figuren in seinem Roman, die bei der Produktion der Fernsehshow eine Rolle spielen.

Lebendige, vielschichtige Charaktere

Für die Figuren hat von der Lippe sich scheinbar viel Zeit genommen. Sie besitzen alle eine detailreiche Biografie, die der Komödiant von Notizzetteln abliest, bevor er sich den Roman-Passagen widmet. Beim Lesen haucht von der Lippe den Figuren noch mehr Leben ein: Er mimt Stimmen, spickt sie mit Akzenten, Dialekten, Sprachfehlern.

Leider bedient sich von der Lippe dabei teilweise bei altbackenen Klischees: Holländer sind „Kaasköppe“, Türken sind dumm und können nicht richtig Deutsch sprechen, Chinesen verwechseln R und L. Witze wie diese kommen bei dem Publikum, das offensichtlich aus Fans besteht, aber gut an: Es gibt schallendes Gelächter nach jedem Gag, die Besucher kriegen sich zum Teil vor Lachen nicht mehr ein.

„Best of“ nach der Pause

Nach einer kurze Pause widmet sich von der Lippe seinen 13 weiteren Werken und liest ein „Best of“ aus seinen Büchern vor. Aus einem Witzebuch rezitiert er: „Sehr flach ist die Flunder – mit Pressluft wird sie runder“. Etwas Pressluft hätte nicht geschadet, das „Best of“ wirkt in die Länge gezogen, ein Flachwitz jagt den nächsten.

Nach insgesamt zweieinhalb Stunden ist Schluss und von der Lippe verlässt die Bühne. Den Besuchern scheint der Auftritt gefallen zu haben, sie applaudieren und jubeln.

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