Laut der Stadt Dortmund soll noch im Dezember Impfstoff für Kinder bereitstehen. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Impfung ab 5 Jahren: Dortmunder Kinderarzt sieht neue Herausforderungen

Die Stadt Dortmund hat Impfungen für 5- bis 12-Jährige ab dem 20.12. angekündigt. Kinderärzte und Impfstoff-Hersteller müssen Fragen beantworten, die sich bisher nicht gestellt haben.

Ab dem 20.12. (Montag) soll es in großem Stil in Dortmund die Möglichkeit geben, Kinder zwischen 5 und 12 Jahren gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Das hat Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner am Dienstag (30.11.) angekündigt. Viele Details sind noch offen.

Klar ist jedoch, dass das Impfen hauptsächlich in den Praxen der Kinder- und Jugendmediziner passieren soll. Es wird aber auch ein Angebot der Stadt für rund 20 Prozent der Kinder geben.

In Dortmund gibt es 26 Praxen für Kinder- und Jugendmedizin, in denen rund 50 Ärztinnen und Ärzte arbeiten. Sie versorgen rund 100.000 Menschen unter 18 – knapp 47.000 davon sind jünger als 12 Jahre.

Marco Guse ist einer der Sprecher dieser Dortmunder Kinder- und Jugendmediziner. Er sagt: „Viel Arbeit wird in den Praxen hängen bleiben.“

Großer Gesprächsbedarf bei Eltern

Er hält die Konzentration auf die Kinderärzte aber bei jüngeren Kindern aber zugleich für unverzichtbar. „Hier gibt es den Kontakt zu den Eltern und der ist wichtig. Denn man muss anders als bei Jugendlichen viel sprechen, Aufklärungsarbeit leisten, Sorgen und Befürchtungen dämpfen“, sagt Marco Guse.

Bei den Impfungen für Kinder stellen sich außerdem viele logistische Herausforderungen. Manche davon sind profan, aber kompliziert.

Kleinere Kinder werden nur mit einem Drittel des Wirkstoffes geimpft. Damit das vom Bundesamt für Arzneimittelsicherheit vorgegeben Mischverhältnis beibehalten werden kann, muss der Hersteller Biontech/Pfizer laut Guse kleinere Flaschen ausliefern als bei bisherigen Impfungen.

Für die Impfungen der über-12-Jährigen wird wiederum dieselbe Menge Wirkstoff verwendet wie bei Erwachsenen, also auch die bisherigen Flaschen. Bei den Jugendlichen kommen mittlerweile die ersten in den Bereich, ab dem eine Booster-Impfung sinnvoll ist.

Auch Kinder brauchen eine Zweitimpfung

Für die Kinder-Impfungen wird ausschließlich das Vakzin von Biontech/Pfizer verwendet. Eine zweite Dosis wird nach vier bis sechs Wochen notwendig.

Die zuständige EU-Behörde hat ihre Empfehlung bereits ausgesprochen, die Ständige Impfkomission (Stiko) hat in Deutschland bisher nicht abschließend entschieden. Offen ist zudem, ob die Stiko Priorisierungen bei den Impfangeboten empfehlen wird.

Stürmen Eltern mit ihren Kindern jetzt ab der Weihnachtswoche die Dortmunder Praxen? Zumindest Marco Guse hat mit seiner Praxis einen etwas anderen Plan.

Er hält es für sinnvoll, erst nach den Weihnachtsferien ab dem 10. Januar richtig in die Impfkampagne einzusteigen. „Wenn man es vor den Feiertagen macht und dann etwas ist nach der Impfung, sitzt man über Weihnachten im Notdienst. Das ist nicht zu empfehlen.“

Seine Erfahrungen mit den Impfungen der über 12-Jährigen ist sei allerdings, dass durchweg nur minimale Beschwerden auftreten, geringer als bei Erwachsenen. Bei jüngeren Kindern sei zu erwarten, dass die Impfreaktion noch milder ausfalle.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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