Haufenweise Reifen am Straßenrand: Stadt Dortmund bittet Bürger um Hilfe

Illegale Müllentsorgung

Vermehrt werden in Dortmund aktuell Altreifen illegal entsorgt. Die zuständigen Behörden haben noch keine Hinweise auf die Täter und bitten um Hilfe aus der Bevölkerung.

Dortmund

von Beat Linde

, 31.07.2020, 15:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vermehrt finden sich in den letzten Wochen große Mengen an Altreifen und Müll an den Dortmunder Straßenrändern

Vermehrt finden sich in den letzten Wochen große Mengen an Altreifen und Müll an den Dortmunder Straßenrändern © EDG

In den vergangenen Wochen ist es vermehrt zu illegalen Entsorgungen von Altreifen gekommen. Ganze Lkw-Ladungen mit bis zu 60 Reifen sind in verschiedenen Stadtgebieten (Brackel, Marten, Berghofen und Groppenbruch), an ruhigen Straßen und Plätzen abgelegt worden.

Der letzte Fall ereignete sich am Freitag (31.7.): In Husen wurden 40 Reifen gefunden, zusätzlich dazu auch Container und Fässer, die bislang noch nicht überprüfte Flüssigkeiten beinhalteten.

Bußgeldkatalog für illegale Entsorgungen

Erst im Juni 2019 erweiterte das Land NRW den Bußgeldkatalog für abfallrechtliche Vergehen. „Der öffentliche Raum ist kein Mülleimer. Die oftmals acht- und rücksichtslose Müllentsorgung ist kein Kavaliersdelikt“, sagte die NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser damals. Die Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßen NRW sammeln nach eigenen Angaben jedes Jahr 16.000 Tonnen Müll von den Straßenrändern ein.

Die Dortmunder Stadtverwaltung weist darauf hin, dass das sorglose Abkippen von Kunststoff sehr schädlich für die Umwelt ist. Gelangt Mikroplastik in den Körper, kann das auch für Menschen gefährlich werden.

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Dennoch hat sich die Zahl illegaler Müllentsorgungen in Dortmund von 2009 bis 2019 verdreifacht. Neben den Schäden für die Umwelt entstehen hierdurch auch Mehrkosten für die öffentliche Hand, die EDG bezifferte diese Summe letztes Jahr auf 1,8 Millionen Euro.

Für den immer größeren Arbeitsumfang müsste eigentlich auch mehr Personal angestellt werden, was die EDG vermeiden möchte, da sonst auch die Gebühren erhöht werden müssten.

Der neue Bußgeldkatalog sollte Abhilfe schaffen und auch abschreckend wirken: Die Strafen reichen von 100 Euro für kleineren Haushaltsmüll, wie Zigarettenstummel, bis zu 100.000 Euro für gewerblich organisierte Entsorgungen. Letzteres scheint momentan an den Dortmunder Straßen häufiger aufzutreten.

Stadt bittet um Mithilfe aus der Bevölkerung

Die Stadtverwaltung habe zwar ihre Bemühungen verstärkt, die Schuldigen zu ermitteln, allerdings noch keinerlei Anhaltspunkte, ob es sich um mehrere unterschiedliche Täter oder eine einzelne Gruppe handelt und in welchem Rahmen die illegalen Entsorgungen organisiert werden.

Es wird explizit um die Mithilfe der Bevölkerung gebeten, beispielsweise in Form von Hinweisen auf Kfz-Kennzeichen. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich via E-Mail beim Dortmunder Umweltamt zu melden: umweltamt@stadtdo.de

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