Ich freu mich auffe nächsten Ferien

dzGlosse: Wenn Sie Günna fragen...

Wenn Sie Günna fragen, hat Günna immer eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Immer ehrlich, immer direkt, immer Dortmund. Dieses Mal: Wie Kinder sich in den Ferien beschäftigen.

von Bruno "Günna" Knust

Dortmund

, 30.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hömma, Fritz, ich bin ganz erstaunt darübba abba egal mit wem ich geredet hab warn fast alle froh datte Ferien vorbei sind und die Schule widda angefangen hat. Viele Eltern freuen sich drauf jetz am Arbeitsplatz in Ruhe arbeiten zu dürfen und hauptsächlich mit Erwachsene die nix von dir wollen abzuhängen und dann am Schreibtisch ma ganz easy ein Kaffee trinken zu können ohne dat deine rumnölenden Quietschis im Hintergrund die Bude verwüsten.

Es hat ja leider nich jeder die Kohle datte die ganzen Ferien mit Kind und Kegel ganz weit weg ans Meer inne Sonne düsen kannz wo es möglichst noch ne Betreuung fürde Blagen gibt damitte dich den lieben langen Tach um nix kümmern muss.

Normal iss für bekinderte Familie nur ein Urlaub vonne Stange ohne viel Schi-Schi und Hokuspokus und inne Regel auch nur fürn Zeitfenster von ein bis höchstens drei Wochen. Die restlichen Ferien musse die Ableger entweder inne Verwandtschaft verleihn odda Ausflüge und Spielenachmittage organisieren wat auf jeden Fall auch ins Geld geht.

Alternativ geniesst die Familie den Ferienfrieden zu Hause und man schläft sich aus bis inne Puppen und spielt den ganzen Tach im Schlafanzuch dat beliebte Drück-dat-Kissen-Spiel. Und irgendwann kommt so sicher wie dat Amen inne Kirche etwas wat wir damals in unsre Kindheit noch nich kannten: Dat Wort Langeweile!

Sich selbs mit irgendwat sinnvoll zu Beschäftigen iss heute woll nich mehr angesacht und geplagte Eltern wissen nur zu genau dat „langweilich“ nix anderes bedeutet als um die Erlaubnis zu bitten mit Computer odda Handy rumdaddeln zu dürfen.

Inne Zeitung habbich gelesen dat ein 8 Jahre alter Junge sich aus Langeweile mitten inne Nacht ins Auto vonne Mama gesetzt hat und dann durch die Stadt gedonnert iss mit Vollkaracho. Da waren die Animateurs-Qualitäten der Eltern allem Anschein nach nich besonders ausgeprägt wenn der Kurze statt als Rennfahrer Torte ne Fantasiereise aum Sofa zu machen sich heimlich an schnarchende Mami und Papi vorbeischleichen kann um dann seinen Umgang mit chronischem Leerlauf inne Birne mit ner lebensgefährlicher Vollgasaktion auszutoben.

Abba vielleicht war dat auch nur der klassische Fall von gemeinsamer Erziehungs-Allergie vom Kind und seinem Erzeugerduo.

Hömma, Fritz, Kinder sind nix für Feiglinge hab ich ma gehört und selbst wenn ich jetz viele Eltern erschrecke: Ich freu mich schon auffe nächsten Ferien. Prost.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Glosse: Wenn Sie Günna fragen...

Jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen - wozu dann noch einen Rucksack aufsetzen?

Hellweger Anzeiger Serie: Legendäre Dortmunder Bands

Too Strong und die „Silo Nation“: Wie Dortmund den deutschen Hip-Hop nach vorne brachte

Hellweger Anzeiger Soziale Medien

Witzige Bildchen und Sprüche über die Stadt: Diese Instagram-Seite postet Dortmund-Memes