Hui oder immer noch pfui? So steht es um das Dortmunder Straßengrün

dzGrünpflege durch die EDG

Ist das Grün am Straßenrand heute gepflegter als noch vor einem Jahr, als das Tiefbauamt zuständig war? Gibt es immer noch Bürger-Beschwerden? Wird es künftig teurer? Eine erste Bilanz.

Dortmund

, 09.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Die Dortmunder haben einen Anspruch darauf, dass es hübsch und schön wird“, sagt Sascha Mader. Der zuständige CDU-Mann im Rat spricht vom Straßenbegleitgrün, dessen Pflege die EDG zu Beginn dieses Jahres vom Tiefbauamt übernommen hat. 2017 hatten Politik und Bürger ihren Unmut über das vielerorts ungepflegte Straßengrün kundgetan.

Wiederholt kam die Forderung, angestoßen von der CDU, die städtische Grünpflege komplett an die EDG zu übertragen. Zunächst übernahm der heimische Entsorger am 1. April 2018 die Wildkrautbekämpfung vom Tiefbauamt, seit Anfang 2019 pflegt die EDG auch grüne Trennstreifen und Beete am Straßenrand.

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Verzahnung mit der Straßenreinigung

6,1 Millionen Euro im Jahr bekommt die EDG dafür von der Stadt überwiesen – exakt so viel Geld, wie die Stadt bisher für diese Aufgabe aufgebracht hat. Allerdings ist die EDG im Gegensatz zur Stadt mehrwertsteuerpflichtig, muss also 19 Prozent unter anderem durch Synergieeffekte und die Verzahnung mit der Straßenreinigung wettmachen. Gleichzeitig sollten sich aber Umfang und Qualität verbessern.

Hui oder immer noch pfui? So steht es um das Dortmunder Straßengrün

Mit großen Maschinen ist der Rasenstreifen schnell gemäht. © Kolle

Kann die EDG nun Straßengrünpflege besser als das Tiefbauamt? Bei einem Ortstermin an der Wittekindstraße ließ die CDU-Fraktion am Mittwoch (7.8.) den EDG-Geschäftsführer Frank Hengstenberg eine erste Bilanz ziehen. Zunächst habe die EDG ihren variabel einsetzbaren Fuhrpark vergrößert, neue Maschinen sowie Geräte zum Mähen, Schneiden und Reinigen angeschafft und dezentrale Sammelstellen zugunsten kurzer Fahrwege eingerichtet. 50 Mitarbeiter habe man neu eingestellt, weil bis auf drei Mitarbeiter niemand vom Tiefbauamt zur EDG wechseln wollte. Sie seien, so Hengstenberg, flexibel einsetzbar für die Grünpflege und den Winterdienst. Zudem ist ein digitales Grünflächeninformationssystem im Aufbau, das zeigt, welche Geräte und Fahrzeuge genau für den jeweiligen Arbeitsabschnitt einzusetzen sind.

Kehrmaschine kommt nach Grünschnitt sofort hinterher

Beim Ortstermin führen die EDG-Beschäftigten vor, wie sie bei der Grünpflege am Straßenrand arbeiten. Erst kommt der Gestrüppschneider, dann sofort die Kehrmaschine, die den Grünschnitt einsammelt. Die Mitarbeiter vom Tiefbauamt haben früher das Grün geschnitten und per Hand aufgekehrt. Mit dem Geräteeinsatz, so Josef Hümmecke, Leiter des Bereichs „Grünpflege“ bei der EDG , spare man 80 Prozent der Arbeitszeit.

Kommt die EDG also mit den 6,1 Millionen Euro brutto für 4,3 Millionen Quadratmeter Straßengrün hin angesichts des Ziels einer besseren Pflege? Geschäftsführer Hengstenberg ungewohnt zurückhaltend: „Das Geld wird reichen, auch weil wir nicht mehr zur Verfügung bekommen.“

Höheres Grünpflege-Budget ist eine politische Entscheidung

Sascha Mader springt für ihn in die Bresche: „Das ist eine politische Entscheidung.“ Und die müsse der Rat im Rahmen der Haushaltsberatungen 2020 treffen. „Dann werden wir bereit sein zu sagen, ob wir sieben oder acht Millionen Euro ausgeben. Alles andere ist Kaffeesatzleserei.“

Hui oder immer noch pfui? So steht es um das Dortmunder Straßengrün

Kleine wendige Kehrmaschinen arbeiten auf engem Raum schneller als ein menschlicher Straßenfeger. © Kolle

Zum Städtetag und Kirchentag habe sich die EDG auf Wunsch des Verwaltungsvorstands bei der Grünpflege auf die Innenstadt konzentriert, berichtet der EDG-Geschäftsführer – und das mit positiver Resonanz. „Jetzt flächen wir wieder aus und gehen in die Stadtbezirke.“ Und sagt dann doch, eine Diskussion über den dortigen Standard der Grünpflege, sprich über mehr Geld, mache Sinn.

220 Beschwerden im halben Jahr

220 Beschwerden habe es im ersten halben Jahr gegeben, sagt Grünpflege-Leiter Hümmecke. Allerdings sei die EDG nicht immer zuständig gewesen. Sollte der Rat mehr Geld für die Pflege des Straßenbegleitgrüns abnicken, hätte das keine Auswirkungen auf die Gebühren der EDG, versichern Mader und Hengstenberg. Das Geld komme direkt aus dem städtischen Haushalt.

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