Hochofen-Investor stimmt die Bürger in Hörde auf seine Pläne für das Schalthaus ein

dzPhoenix-West

Auf Phoenix-West gibt es nicht mehr viele leerstehende Gebäude. Eines soll jetzt entwickelt werden. Der kanadische Investor hat die Hörder besucht und seine Pläne in Dortmund vorgestellt.

Dortmund

, 25.10.2019, 17:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerben van Straaten, Gründer des Projektentwicklers World of Walas, sitzt im beschaulichen Saal von Gasthaus Wüstefeld in Hörde. Er ist aus aus dem kanadischen Vancouver angereist und verfolgt den Vortrag von Architekt Udo Greif. Der SPD-Ortsverein Hörde-Nord hat eingeladen. Van Straaten blickt in rund 20 Gesichter, denen Architekt Greif erklärt, was das niederländisch-kanadische Unternehmen vorhat auf Phoenix-West, nachdem es Ende 2018 Hochofen, Schalthaus und ein weiteres Baufeld gekauft hat.

Hochofen-Investor stimmt die Bürger in Hörde auf seine Pläne für das Schalthaus ein

World of Walas will das denkmalgeschützte Industriegebäude in ein Haus-in-Haus-System verwandeln und Selbstständige hineinholen. © Schaper

Das Gebäude, das World of Walas später entlang und durch den Hochofen ziehen will, bleibt erst einmal außen vor. Genau wie das „Exzellenzzentrum für Innovationen“, das vor dem Hochofen gebaut werden soll. An diesem Abend konzentriert sich Architekt Greif auf den Umbau des alten Schalthauses 101. Es soll, verkürzt ausgedrückt, mit flexiblen Einbauten ab einer Größe von 20 Quadratmetern versehen werden, in die beispielsweise Handwerker, Künstler, Architekten oder Start ups ziehen und arbeiten.

„Wissensträger wie Sie sind für wichtig für uns“

Greif fragt, ob jemand auf Phoenix-West gearbeitet habe. „Ja, am Hochofen“, meldet sich Karl-Heinz Kleinhans. Dann erklärt er, dass der Begriff „Schalthaus“ nur auf einen kleinen Teil des denkmalgeschützten Industriegebäudes zutreffe und insofern nicht korrekt sei. „Aber das ist aus den Köpfen wohl nicht mehr rauszukriegen.“ Macht aber nichts. „Solche Wissensträger wie Sie sind wichtig für uns“, entgegnet der Architekt.

Hochofen-Investor stimmt die Bürger in Hörde auf seine Pläne für das Schalthaus ein

Zu einem späteren Zeitpunkt soll auch der Hochofen auf Phoenix-West so umgebaut werden, dass Unternehmen einziehen können. © Beushausen

Immer wieder sagt Greif Sätze wie „Wir können das Projekt nicht ohne die Menschen machen.“ Oder: „Wir wollen den Menschen etwas zurückgeben.“ Oder: „Wir haben uns in die Anlagen verliebt.“ Solche Sätze kommen gut an in Hörde, jenem Vorort, der wie kaum ein zweiter von der Montanindustrie geprägt war. Aber die Zukunft ist längst da, und sie klopft ans Schalthaus. Natürlich sollen die Böden und die alten Stützen drin bleiben.

Das alte Schalthaus als neues Ausflugsziel

Der Charme des Alten umarmt das Neue: „Nachbarschaften“ nennt Architekt Greif die Boxen, die wie in einem Haus-in-Haus-System eingebaut werden und den verschiedensten Berufen Platz bieten sollen. Auch Verkauf soll dort stattfinden. Was eine Zuhörerin zur Feststellung veranlasst, dann könne das Schalthaus ja zu „einem Ausflugsziel werden“. Der Architekt nickt.

Jan Tech erkundigt sich nach den Mieten. Sie sollen „im Schnitt“ liegen, lautet die Antwort. Wer mehr Umsatz macht, soll mit der Zeit auch mehr zahlen. Ende 2020, sagt Greif, „sollen die ersten Dinge schon zu sehen sein.“ World of Walas ist gekommen, um zu bleiben.

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