Der Coronakrise zum Trotz gehen die Bauarbeiten am Hauptbahnhof weiter. Zu Beginn dieser Woche kam man dort im wahren Wortsinn ein gewichtiges Stück voran.

Dortmund

, 18.03.2020, 04:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Oben ohne“ war in den letzten Tagen ein Teil des Fußgängertunnels unter dem Hauptbahnhof. Seit dem frühen Dienstagmorgen ist das wieder anders. Denn in der Nacht wurde bei gesperrtem Tunnel das Loch in der Decke am Bahnsteig mit den Gleisen 21 und 23 wieder gestopft.

Dazu war schweres Gerät im Einsatz. Mit einem Mobilkran wurden in der Nacht zu Dienstag vier fast 14 Meter lange Fertigteil-Balken eingehoben. Jeder einzelne ist gut 14 Tonnen schwer.

Mit einem Mobilkran wurden die Betonfertigteile montiert.

Mit einem Mobilkran wurden die Betonfertigteile montiert. © Deutsche Bahn

Die Balken bilden die Grundlage für die weitere Arbeit: Denn auf die Fertigteil-Balken sind anschließend 13 sogenannte „Filigrandeckenplatten“ - jede ist 1,15 Meter breit und 4,50 Meter lang - aufgelegt worden. Im Laufe des Dienstags wurde daran kräftig gebohrt und geschraubt.

Rolltreppen und Aufzüge kommen

Jetzt gilt es, die Tragfähigkeit der Betonteile zu verstärken, bevor die neue Bahnsteigbrücke betoniert wird. Sie ist der Untergrund für den neuen Bahnsteig 7. Danach können die Fundamente für das Bahnsteigdach hergestellt und mit der Montage des Daches begonnen werden, erklärt die Bahn das weitere Vorgehen.

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Parallel dazu laufen die vorbereitenden Arbeiten für die Rolltreppen, die ab Mai montiert werden können. Einen solchen „Luxus“ wie Rolltreppen gab es an dem Bahnsteig im Norden des Hauptbahnhofs bislang gar nicht. Künftig soll es auch einen Aufzug geben, für den der Schacht in der Mitte des Bahnhofstunnels bereits mit einer Baustellen-Absperrung markiert ist.

Umbau des Hauptbahnhofs von Nord nach Süd

Denn eines der Hauptziele des seit dem Sommer 2018 laufenden Umbaus am Hauptbahnhof ist es, die Zugänge und die Bahnsteige selbst barrierefrei zu machen. Nach und nach werden deshalb die Bahnsteige von Norden nach Süden umgebaut. Jeweils ein Jahr dauern die Arbeiten an jedem Abschnitt.

Der erste barrierefreie Bahnsteig mit den Gleisen 26 und 31 wurde im September 2019 freigegeben. Seit Februar dieses Jahres ist hier auch der Aufzug in Betrieb.

Der Bahnsteig mit den Gleisen 26 und 31 ist der erste, der barrierefrei umgebaut wurde.

Der Bahnsteig mit den Gleisen 26 und 31 ist der erste, der barrierefrei umgebaut wurde. © Oliver Volmerich

Für den Nachbar-Bahnsteig, an dem jetzt die Umbauarbeiten laufen, geht die DB als Bauherr davon aus, dass er wie geplant im Juli 2020 freigegeben werden kann. Mit etwas Verzögerung folgt dann der Aufzug.

„Auch an den anderen Bahnsteigen werden die Aufzüge jeweils zum Abschluss installiert“, sagt Nicole Becker, Projektleiterin der Bahn für den Umbau des Hauptbahnhofs. „Erst muss die Bahnsteigbrücke fertig sein und anschließend, wenn der Bahnsteig fast fertiggestellt ist, startet der Aufzugeinbau.“

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Zum Abschluss der Umbauarbeiten im Jahr 2024 soll der Hauptbahnhof dann komplett barrierefrei sein. Dann soll es 14 Rolltreppen und 7 neue Aufzüge geben. Die Bahnsteige selbst bieten neben neuer Lautsprechertechnik und Zielanzeigern neue Beläge, Blindenleitstreifen, Wetterschutzhäuschen und neue Bahnsteigdächer - auch wenn die nach dem Geschmack vieler Reisender sehr kurz ausfallen.

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Deutlich sichtbar sind die Veränderungen auch im Fußgängertunnel unter den Bahnsteigen, der heller, freundlicher und vor allem breiter wird. Er „wächst“ von

9,50 Meter auf über 13 Meter Breite, um Platz zu schaffen für die Aufzüge, die in der Mitte des Tunnels liegen.

So soll der Bahnhofstunnel mit Aufzügen und neuen Aufgängen zu den Bahnsteigen künftig aussehen.

So soll der Bahnhofstunnel mit Aufzügen und neuen Aufgängen zu den Bahnsteigen künftig aussehen. © Deutsche Bahn (Animation)

Insgesamt werden in den Umbau des Hauptbahnhofs 130 Millionen Euro investiert. Den Großteil der Summe - genau 73,2 Millionen Euro - trägt der Bund. 51,3 Millionen Euro steuert das Land bei. Der Eigenanteil der Bahn beträgt rund 6 Millionen Euro.

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