Harpen plant Büroimmobilie mit sechs Geschossen neben ADAC-Gebäude an der B1

dzStadtkrone Ost

Repräsentative Bürobauten statt meterhohe Lärmschutzwände: So soll sich die Stadtkrone Ost nach dem Ausbau der B1 in vorderster Reihe präsentieren. Ein erster Investor zeigt Interesse.

Dortmund

, 29.11.2018, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im August gab NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst den Startschuss für die Umbauarbeiten an der B1. Sie wird von der B236 bis zum Autobahnkreuz Unna für 105 Millionen Euro in drei Abschnitten auf der gesamten Länge sechsspurig ausgebaut.

Das Problem: Durch den Ausbau zur Autobahn (A40) werden auf der Stadtkrone Ost Lärmschutzmaßnahmen fällig. Der Planfeststellungsbeschluss sieht eine Lärmschutzwand vor, die hinter der Ausfahrt B236 zunächst fünf Meter hoch wäre und in Richtung Osten bis auf drei Meter abfällt.

Um das zu verhindern, hatte die Stadt bereits im Vorfeld mit dem Land NRW vereinbart, den Bauabschnitt in Höhe Stadtkrone Ost im Zeitraum 2022/2023 als letzten Abschnitt anzugehen. Ihr Vorschlag: Bis dahin sollen Investoren gefunden sein, deren Bürobauten die vorderste Reihe der Stadtkrone Ost verdichten, selbst als Lärmschutzriegel wirken und die Wand überflüssig machen.

Stadt bleibt reichlich Zeit für Lärmschutz

Inzwischen hat die Stadt sogar noch mehr Zeit herausgeholt, 2022/2023 scheint nicht in Stein gemeißelt. Das Land habe signalisiert, sich auch über das Datum hinaus in Geduld zu fassen, sagt Planungsdezernent Ludger Wilde, ohne einen exakten Zeitplan zu nennen. Er gehe ohnehin davon aus, dass der letzte Bauabschnitt „frühestens 2025“ in Angriff genommen werde.

Gleichwohl hat sich die Entwicklungsgesellschaft Stadtkrone Ost, eine Tochter der Dortmunder Stadtwerke (DSW21), bereits auf Investorensuche begeben. „Ja, es gibt erste Interessenten“, bestätigt Geschäftsführer Ludger Schürholz. Maximal sechs Grundstücke in einer Größe von 7000 bis 20.000 Quadratmeter seien in vorderster Reihe zu vergeben. Er hoffe, 2019 einen ersten Investor präsentieren zu können.

Die Chancen stehen nicht schlecht: Die Harpen AG, traditionsreiches Immobilienunternehmen mit Sitz im früheren Eurowings-Gebäude am Dortmunder Flughafen, meldet bereits seit Monaten Interesse an, wie Geschäftsführer Franz-Josef Peveling auf Anfrage bestätigt. In Planung ist eine sechsgeschossige Büroimmobilie mit dem Arbeitstitel „SKOffice“.

2019 will Harpen die Würfel fallen lassen

Sie soll auf eine Tiefgarage aufsetzen und auf dem Grundstück neben dem ADAC-Gebäude hochgezogen werden. Eigentlich sollte die fragliche Fläche längst bebaut sein: Ein Hotelinvestor hatte sich in der Vergangenheit erst eine mehrjährige Option geben lassen und war dann doch wieder abgesprungen.

Allerdings stehen die Pläne der Harpen AG bislang auf tönernen Füßen. Peveling weist daraufhin, „dass noch einige Rahmenbedingungen zu klären und bauliche Restriktionen zu beseitigen sind“. Ein Knackpunkt könnten die Bäume im südlichen Bereich des Grundstücks werden. Es handelt sich um Platanen, die laut Baumschutzsatzung zu erhalten sind.

Zu einem weiteren Knackpunkt könnte sich die Frage entwickeln, ob der in der Planfeststellung vorgeschriebene 40 Meter-Abstand zwischen dem Bürogebäude und dem äußeren Fahrbahnrand der künftigen Autobahn A40 tatsächlich bis auf den letzten Zentimeter gewahrt werden muss. Das ADAC-Gebäude beispielsweise weist einen kürzeren Abstand auf. Es ist allerdings auch vor Beginn der Ausbauplanungen gebaut worden.

„Ich kämpfe mit großer Macht und Anstrengung, die Realisierbarkeit des Projekts herzustellen“, sagt Harpen-Geschäftsführer Peveling. Ein Bauantrag liegt naturgemäß noch nicht vor. Spätestens 2019 soll endgültig über den Bau der Büroimmobilie entschieden werden, wie Peveling sagt. „Ich bin sicher, dass die Würfel im nächsten Jahr fallen.“

Die Ausbaustrecke zwischen B236 und dem Atuobahnkreuz Dortmund-Unna ist rund 9,5 Kilometer lang. Der erste Abschnitt erstreckt sich von Marsbruchstraße bis östlich Nordstraße. Das zweite Teilstück schließt daran an und endet am Autobahnkreuz. Abschnitt drei umfasst die Strecke entlang der Stadtkrone Ost von der B 236 bis zur Marsbruchstraße. Die Regie bei der Bauarbeiten hat die Deges übernommen (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH). Dabei handelt es sich um eine Bundesgesellschaft, an neben NRW weitere Bundesländer beteiligt sind.
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