Handwerker gehen derzeit ein und aus im alten Café Koehler‘s

dzGeschlossenes Kult-Café

Seit August gibt es das Traditions-Café Koehler‘s Café Strickmann nicht mehr. Die Nachricht löste bei vielen Dortmundern Bestürzung aus. Jetzt tut sich etwas in den Räumen an der Wißstraße.

Dortmund

, 19.10.2018, 12:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als das Aus für Feinkost Koehler’s verkündet wurde, war die Aufregung groß: Viele Dortmunder hingen an der Institution an der Wißstraße, Dortmunds Touristiker nannten das Traditions-Café ein „herrlicher Place to be der gehobenen Bürgerlichkeit“. Stammkunden stemmten sich tapfer gegen die Schließung: Rund 2000 Dortmunder unterschrieben, um sich so für den Erhalt des Cafés auszusprechen.

Handwerker wollten Mitte November fertig sein

Zwei Monate später ist offensichtlich: Handwerker gehen dort ein und aus. Mitarbeiter von „Kemper Bau- und Stuckgeschäft“ aus Fröndenberg schleppen Material hinein. Was genau drinnen geschieht, will Inhaber Torsten Kemper aber nicht sagen. Nur so viel: „Wir geben Gas, damit wir Mitte November fertig sind.“ Dann beginnt der Aufbau für den Weihnachtsmarkt. Das macht die Anlieferung für seine Mitarbeiter schwierig.

Was passiert also mit Feinkost Koehler‘s? Dass etwas passiert, ist klar. Aber Konkretes will noch niemand sagen. „Fragen Sie mich nächste Woche noch mal“, sagt Joachim Schüttgers, Rechtsanwalt der Eigentümerinnen des früheren Strickmann-Gebäudes auf Anfrage.

Wirtschaftsförderung hält weiter den Kontakt

Auch bei der städtischen Wirtschaftsförderung, die sich vor Monaten ebenfalls für das Café eingesetzt hatte, geht man davon aus, dass sich etwas tut. Was, weiß man auch hier nicht. „Wir hatten vergangene Woche das letzte Mal Kontakt mit den Eigentümern“, sagt Sprecher Robert Litschke. „Wir haben unsere Unterstützung angeboten“, ergänzt er. Auch eben in Hinblick auf den bald beginnenden Aufbau des Weihnachtsmarktes und den damit verbundenen Einschränkungen.

Im August war der Pachtvertrag für das Café ausgelaufen. Auf einen neuen hatte man sich damals mit der Café-Betreibergesellschaft SolArgent Gastronomie nicht einigen können. Das eigentliche Problem rund um den nicht zustande gekommenen Vertrag wurzelt wohl im Tod des Geschäftsführers und Gesellschafters von SolArgent, Dieter Borgmann.

Erben hielten den Betrieb zwei Jahre lang aufrecht

Der vor zwei Jahren gestorbene Verleger war Inhaber mehrerer Firmen und hatte sich 2002 mit der Zusammenführung der beiden Traditionsunternehmen Feinkost Koehler und Café Strickmann unter dem Dach der SolArgent Gastronomie GmbH selbst einen Herzenswunsch erfüllt.

Zwei Jahre lang hatten Erben des kinderlosen Dieter Borgmann den Café-Betrieb aufrecht erhalten.

Seit 1925 ist das alte Café Strickmann, aus dem nach dem Zusammenschluss mit Feinkost Koehler das Café Koehlers wurde, an der Wißstraße ansässig.
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