Hafen Dortmund: Umgebaute Stahlhalle soll Zentrum des neuen Quartiers werden

Nördliche Speicherstraße

Das neue Hafenquartier an der nördlichen Speicherstraße nimmt Formen an. Gleich mehrere überraschende Ideen liefert der Siegerentwurf eines Planungswettbewerbs von einem Büro aus Kopenhagen.

Dortmund

, 13.01.2020, 17:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hafen Dortmund: Umgebaute Stahlhalle soll Zentrum des neuen Quartiers werden

So würde die Hafenpromenade nach den Vorstellungen des dänischen Planungsbüros Cobe aussehen. © Cobe

Keinen zweiten Phoenix-See wünschen sich viele Nordstadt-Anwohner mit Blick auf die geplante Entwicklung eines neuen Hafenquartiers an der Speicherstraße. Die Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs, der Ende vergangener Woche entschieden wurde, scheinen den Wunsch erhört zu haben.

„Quartier für alle“ haben die Planer des Büros Cobe Architekts aus Kopenhagen über die perspektivische Ansicht zu ihrem Entwurf geschrieben. Und um diesen Anspruch umzusetzen, liefern sie gleich eine ganze Reihe von kreativen und überraschenden Ideen.

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Die erste Idee: Die Kopenhagener sehen keine Notwendigkeit, die nördliche Speicherstraße nach Westen zu verlegen, um größere Baugrundstücke für Büroneubauten am Wasser zu bekommen. Sie halten am alten Straßenverlauf fest, setzen schmalere Baukörper ans Ufer des Hafenbeckens.

Hafen Dortmund: Umgebaute Stahlhalle soll Zentrum des neuen Quartiers werden

So sieht der Entwurf des Büros Cobe für das Hafenquartier an der Speicherstraße in der Übersicht aus. © Cobe

Die zweite Idee: Die Planer wollen einen Teil der inzwischen verlassenen Stahlhallen von Knauf-Interfer erhalten. Unter einem mehrere hundert Meter langen Stahlgerüst mit offenen Wänden und transparentem Dach könnten dann Einbauten - von festen Gebäuden bis zu Containern - entstehen. Sie könnten Platz etwa für Startup-Unternehmer, Gastronomie, Händler oder auch Künstler bieten - und damit am ehesten den Anspruch eines Quartiers für alle erfüllen.

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Hafenquartier Nördliche Speicherstraße

So sehen die Ideen für das Hafenquartier nördliche Speicherstraße aus.
13.01.2020
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Ein Blick in die Stahlhalle, die im Mittelpunkt des neuen Hafenquartier.© Schaper
Ein Blick in die Stahlhalle, die im Mittelpunkt des neuen Hafenquartier.© Schaper
Ein Blick in die Stahlhalle, die im Mittelpunkt des neuen Hafenquartier.© Schaper
Die Team der d-port Entwicklungsgesellschaft mit dem Siegerentwurf. © Schaper
Planungsdezernent Ludger Wilde erläutert den Siegerentwurf. © Schaper
Ein Blick in die Stahlhalle, die im Mittelpunkt des neuen Hafenquartier.© Schaper
Der Siegerentwurf von Cobe Architects aus Kopenhagen.© Cobe
Der Entwurf von Cobe Architects für die Speicherstraße. © Cobe
So soll es an der alten Stahlhalle als Teil des Hafenquartiers aussehen. © Cobe
Ein Blick auf die Hafenpromenade in der Vorstellung der Cobe-Architekten.© Cobe
Dieser Entwurf des Düsseldorfer Büros Kleinekort wurde mit dem 3. Preis bedacht. © Kleinekort
Das Büro Kleinekort kam mit diesem Entwurf auf Platz 3.© Kleinekort
Ein weiterer 3. Preis ging an das Büro Winking Froh (Hamburg/Berlin).© WFA01
Ein dritter Preis ging ebenfalls an das Büro Winking Froh. © WFA01

Die Halle lässt eine flexible Nutzung unter einem gemeinsamen Dach zu. Und sie ist ein Riegel, der nicht trennt, sondern verbindet, erklärte Planungsdezernent Ludger Wilde bei der Vorstellung des Siegerentwurfs, der von einer Fachjury unter Vorschlägen von 14 Architekturbüros ausgewählt worden war. „Einstimmig“, wie die Beteiligten betonen.

Hafen Dortmund: Umgebaute Stahlhalle soll Zentrum des neuen Quartiers werden

Unter dem Dach der alten Stahlhalle (r.) soll neues Leben entstehen. © Cobe

Auch Pascal Ledune, Vize-Chef der Wirtschaftsförderung, lobt die Idee der Quartiershalle. „Das ist eine tolle Idee, wie man auch die zweiten und dritte Reihe hinter dem Wasser attraktiv machen kann“, stellt er fest.

Möglichst viele Übergänge zu Kleingarten-Anlage

Eine weitere Idee der Kopenhagener: Die Flächen entlang der Kleingarten-Anlage Hafenwiese wollen sie sehr kleinteilig bebauen. Statt großer Bürobauten sind zwei- bis dreigeschossige Gebäude vorgesehen, berichtet Ludger Wilde. Und es soll auch möglichst viele Übergänge zur Hafenwiese geben. Das Konzept schaffe damit eine „wunderbare Integration von Hafenquartier und Nordstadt“, lobt der Planungsdezernent.

Hafen Dortmund: Umgebaute Stahlhalle soll Zentrum des neuen Quartiers werden

Die nördliche Speicherstraße aus der Luft. Ein Teil der Hallen von Knauf Interfer (r.) soll nach dem Siegervorschlag erhalten bleiben. Unten links sind die alten Speichergebäude in der südlichen Speicherstrraße zu sehen. © Oskar Neubauer (archivbild)

„Stadt und Hafen rücken näher zusammen“, freut sich auch Hafen-Chef Uwe Büscher. Er schließt sich dem Lob für den Cobe-Entwurf an. „Er bringt internationales Flair in den Hafen“, ist Büscher überzeugt, der auch einer von drei Geschäftsführer der d-port21-Entwicklungsgesellschaft ist. Die wurde als gemeinsame Tochter von DSW21 und Hafen AG eigens gegründet, um die nördliche Speicherstraße zu einem neuen Hafenquartier zu entwickeln.

Diskussion mit der Öffentlichkeit

Der Entwurf des Büros Cobe soll nun weiterentwickelt und mit der Öffentlichkeit diskutiert werden, kündigt Planungsdezernent Ludger Wilde an. Am Ende wird er Basis für einen Rahmenplan, den die Politik möglichst noch in diesem Jahr verabschieden soll. Mit ersten Bauten könnte dann schon begonnen werden, bevor der Bebauungsplan rechtskräftig ist, deutet Wilde an.

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Erste Nutzer gibt es immerhin schon. Das Dortmunder Systemhaus als IT-Dienstleister der Stadt soll an der Speicherstraße angesiedelt werden, ebenso das Leopold-Hoesch-Berufskolleg, für den die Cobe-Planer zwei Baukörper reserviert haben. Vorgesehen sind auch zwei Parkhäuser und eine Sporthalle.

„Herr Walter“ soll bleiben

Erhalten bleibt auf jeden Fall das Gastromie-Schiff Herr Walter mit seinem Sandstrand - eventuell aber an anderer Stelle. In allen Entwürfen des Wettbewerbs ist auch eine mobile Brücke vorgesehen, die den Schmiedinghafen überspannen soll und eine Verbindung in den weiterhin industriell genutzten Teil des Hafens bildet.

Ausstellung der Entwürfe

  • Der Öffentlichkeit vorgestellt werden die Entwürfe des Planungswettbewerbs für das Hafenquartier nördliche Speicherstraße in einer Ausstellung.
  • Sie ist vom 7. bis 20. Februar im Studieninstitut Ruhr am Königswall 25-27 zu sehen.
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