Gute Aussichten für den Gartenstadt-Radweg: Es gibt Geld und eine Einigung zum Baustart

dzFördermittel bewilligt

Gleich zwei gute Nachrichten gibt es für Radler, die auf den Gartenstadt-Radweg warten: Das Geld ist da, der Streit um den Baubeginn ausgeräumt. Jetzt ist ein Termin dafür in Sicht.

Dortmund

, 20.12.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein paar alte Bahnschwellen und Signale am Wegesrand erinnern noch an die alte Hoeschbahn, die über Jahrzehnte die Westfalenhütte mit dem Phoenix-Stahlwerk in Hörde verband. Seit die Schienen verschwunden sind, ist die Schotterstrecke quer durch die Gartenstadt schon ein beliebter Fußgängerweg.

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Dabei soll sie eigentlich zu einem komfortablen, vier Meter breiten beleuchteten Radweg werden, der über eine Strecke von 5,6 Kilometern eine Verbindung zwischen der Nordstadt und dem Phoenix-See schafft. Die Pläne dazu wurden beim zuständigen Regionalverband Ruhr (RVR) schon vor Jahren geschmiedet. 2012 gab es erste Beschlüsse. 2016 sollte eigentlich mit dem Bau begonnen werden.

Es dauerte allerdings einige Zeit, bis ein passendes neues Förderprogramm gefunden wurde. Im Januar 2018 übergab der Arnsberger Regierungspräsident Hans-Josef Vogel dann an den RVR einen Förderbescheid über 1,86 Millionen Euro für den Bau des ersten Abschnitts, dessen Kosten insgesamt auf gut 2,3 Millionen Euro beziffert werden. Er reicht über 3,9 Kilometer vom Phoenix-See bis zur Paderborner Straße in Körne.

2018 fanden an der Strecke schon Rodungsarbeiten statt. Doch auf den eigentlich für den Herbst letzten Jahres angekündigten Baustart warteten Anwohner und Radler vergeblich. Es gebe noch „förderrechtlichen Abstimmungsbedarf“, hieß es offiziell zur Begründung. Soll heißen: Es gab um die Auftragsvergaben Streit zwischen RVR und Bezirksregierung, die die Fördermittel bewilligt hatte.

Streit um Baustart ist ausgeräumt

Der ist nun ausgeräumt. Alle offenen Fragen seien geklärt. Zurzeit laufe die Bauvorbereitung, erklärte RVR-Sprecher Jens Hapke auf Anfrage. Außerdem sollen weitere Rodungsarbeiten stattfinden. Als neuen Termin für den Baustart kündigt er den Sommer 2020 an.

Dann könnte parallel auch schon der Bau des zweiten Abschnitts in Angriff genommen werden. Denn dafür – das ist die zweite gute Nachricht – hat die Bezirksregierung Arnsberg jetzt ebenfalls die Bewilligung für Landesmittel über knapp 6,4 Millionen Euro erteilt.

Nach der Vorgabe, dass Vorhaben innerhalb von sechs Monaten nach dem Zuwendungsbescheid begonnen und innerhalb von 36 Monaten beendet sein müssen, tickt also auch hier die Uhr.

Brücken-Neubauten im zweiten Bauabschnitt

Der zweite Bauabschnitt ist zwar mit 1,5 Kilometern zwischen der Paderborner Straße in Körne und der Brackeler Straße im Norden deutlich kürzer als der erste, aber mit geschätzten Baukosten von 7,5 Millionen Euro deutlich teurer. Der Grund ist, dass hier nicht nur eine Asphaltdecke, Leuchten und Bänke nötig sind, sondern auch zwei Brücken abgerissen und neu gebaut werden müssen – über den Körner Hellweg und die Hannöversche Straße.

Gute Aussichten für den Gartenstadt-Radweg: Es gibt Geld und eine Einigung zum Baustart

Der Gartenstadt-Radweg verläuft über eine alte Bahntrasse, von der noch Relikte wie alte Signale vorhanden sind. © Oliver Volmerich

Zwei weitere Brücken müssen für die neue Nutzung hergerichtet werden. Außerdem müssen teilweise Ferngas- und Stickstoff-Transportleitungen umgelegt werden, teilt die Bezirksregierung mit.

Die Planungen für den zweiten Bauabschnitt sollen jetzt parallel zum ersten Abschnitt vorangetrieben werden, kündigt Hapke an. Radler können also darauf hoffen, 2021 die ersten Touren zumindest auf dem südlichen Abschnitt des Gartenstadt-Radwegs unternehmen zu können.

Der Bau des zweiten Abschnitts wird wegen der neuen Brückenbauwerke natürlich etwas länger dauern. Dann fehlt nur noch das Schlussstück, das über die Brackeler Straße auf das Gelände der Westfalenhütte führt.

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