Marode Schleuse auf dem Weg zum Dortmunder Hafen soll Thema im NRW-Landtag werden

dzDortmunder Hafen

Der Ärger um die anfällige Schleuse Henrichenburg reißt nicht ab: Wegen dringender Reparaturen musste das Bauwerk vor Kurzem erneut gesperrt werden. Jetzt wird die Landespolitik mobilisiert.

Dortmund

, 25.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Hiobsbotschaft erreichte die Dortmunder Hafen AG und die Hafenbetriebe Ende Januar, als die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) in Duisburg-Meiderich für 2019 und 2020 weitere Sperrzeiten der Henrichenburger Schleuse ankündigte. Das Problem: Die Schleuse ist der einzige Zu- und Abfahrtsweg für rund 2200 Schiffe, die jährlich in Dortmunds Hafen ein- und auslaufen. Jede Sperrung hat zur Folge, dass die vom Schiffsverkehr abhängigen Hafenbetriebe ihre Logistik in oft kurzer Zeit über den Haufen werfen und ihre Transporte auf Straße und Schiene verlegen müssen. Das treibt die Kosten.

An der bevorstehenden Instandsetzung, so das Ergebnis vieler Gesprächsrunden, werde der Hafen aber nicht vorbeikommen. Danach, so Ministerialdirektor Reinhard Klingen aus dem Bundes-Verkehrsministerium, werde „auf Jahre hinaus Ruhe sein“. Büscher bleibt skeptisch. Er hält die Schleuse für so anfällig, „dass quasi jeden Tag etwas passieren kann“. Deshalb trommelt der Hafenchef weiter für den Bau einer vom Bund finanzierten zweiten Schleusenkammer. Notfalls, so Büscher, solle das 2005 stillgelegte Schiffshebewerk aktiviert werden.

Erneute Sperrung außer der Reihe

Wie zum Beweis musste die Schleuse in der vergangenen Woche erneut und außer der Reihe vom Netz. Sie wurde von Dienstag (16. April) bis Donnerstagsmittag (18. April) gesperrt. Ursache nach Angaben der WSV war eine „verbogene Schützstange.“ Was kommt als nächstes?, fragt sich Büscher, der seine Befürchtungen bestätigt sieht. „Die wiederholten technischen Probleme gehen zu Lasten der Dortmunder Wirtschaft und schaden Dortmunds Ruf als modernem Logistikstandort", ärgert sich der Hafen-Vorstand. Nun will er die Landespolitik mobilisieren.

Dazu wird Büscher am Dienstag, 7. Mai, bei der SPD-Verkehrsfraktion im NRW-Landtag vorstellig. Sie soll Bewegung in die Sache bringen – und dem Verkehrsausschuss in seiner Sitzung am 8. Mai einen eigenen Antrag vorlegen. Armin Jahl, Dortmunder Landtagsabgeordneter und Mitglied in ebendiesem Verkehrsausschuss, signalisiert Bereitschaft: „Wir werden das aufgreifen“, kündigt Jahl auf Anfrage an. Das wird auch nötig sein: Die Landtagskoalition aus CDU/FDP hat bereits einen eigenen Antrag erstellt.

"Pflegenotstand im gesamten Kanalnetz"

Tenor des fünfseitigen Papiers: Der Bund solle mehr Finanzmittel in die NRW-Kanäle fließen lassen und mit einen „Aktionsplan“ für die zügige Umsetzung aller neuen und älteren Projekte aus dem Bundesverkehrswegeplan sorgen. Die Projekte werden detailliert aufgelistet: von den maroden Schleusen am Wesel-Datteln-Kanal über die Duisburger Ruhrschleuse bis hin zum Ausbau der Südstrecke des Dortmund-Ems-Kanals. Die Henrichenburger Schleuse, Nadelöhr für alle Schiffe auf dem Weg zum größten Kanalhafen Europas, spart der Antrag aus. Da will die SPD ansetzen.

Bis es tatsächlich zum Bau einer zweiten Schleusenkammer komme, sei „viel Lobbyarbeit zu leisten“, sagt WSV-Leiter Volker Schlüter. Das ahnt auch Dr. Arndt Glowacki, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Häfen NRW. Er spricht von „einem Pflegenotstand im gesamten westdeutschen Kanalnetz“. Bezogen auf Dortmund, sei jetzt das Engagement aller gefragt, die vom Hafen profitierten und in deren Verantwortungsbereich der Hafen liege. „Von der Stadtspitze über die Wirtschaftsförderung und die Abgeordneten bis zur regionalen Wirtschaft.“ Bislang sind alle Vorstöße am Bund abgeprallt. Der Bau einer zweiten Kammer, so hatte Landtagsabgeordneter Jahl bereits 2017 auf eine Kleine Anfrage erfahren, sei „wirtschaftlich unverhältnismäßig.“ Vom 15. Juni bis 31. Juli 2019 steht die nächste Schleusensperrung an.

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