Grusel-Häuser: In Dortmunds Vorgärten erheben sich die Toten

dzHalloween

Zombies in den Blumenbeeten, Hexen auf der Veranda und Skelette im Fenster: Zu Halloween verwandeln drei Dortmunder Familien ihre Grundstücke in Grusel-Attraktionen.

von Kevin Kallenbach, Karin Heimann

Dortmund

, 30.10.2018, 18:47 Uhr / Lesedauer: 4 min

Am Mittwoch (31.10.) ist Halloween. Für manche ist der ursprünglich US-amerikanische Brauch auch hierzulande zu einem echten Hobby geworden. So gibt es Familien, die für die Nacht der Geister und Monster ihre Häuser und Vorgärten in ganze Horrorlandschaften verwandeln und anschließend für die Öffentlichkeit öffnen. Ein Besuch in drei von Dortmunds Gruselhäusern.

Gruseln im Panik-Panoptikum der Gehrmanns

Das Ehepaar Melanie und Marcus Gehrmann sorgt schon seit 2006 in der Wienstraße 17 für Angst und Schrecken. Aus ihrer Sammlung an Gruseldeko aus den vergangenen Jahren gelingt es den Beiden immer wieder neue Landschaften zu kreieren.

Die Highlights des Vorgarten-Horrors befinden sich in einem großen Zelt. Im „Panik-Panoptikum“ lauert nämlich der wahre Schrecken: Neben einer Zombie-Nonne und dem „süßen“ Pflegekind der Gehrmanns wartet auch noch ein waschechter Horror-Clown auf seinen Einsatz. Für diese Rolle habe sich ein Bekannter der Halloween-Fans bereiterklärt.

Dieses Jahr wird das Grusel-Zelt seine Pforten jedoch wahrscheinlich zum letzten Mal öffnen. „Das wird von der Zeit her einfach zu aufwendig“, gesteht Melanie Gehrmann. „Bereits seit dem 3. Oktober bauen wir auf“, ergänzt Ehemann Marcus. Melanie, die eigentliche Initiatorin des „Panik-Panoptikums“, geht sogar noch weiter: „Ich habe schon direkt nach Halloween angefangen, mir Gedanken für das neue Jahr zu machen.“

Dabei hat zunächst alles harmlos, mit ein paar Grablichtern im Garten, angefangen. „Dann wollten wir aber doch ein paar Leuten einen Schrecken einjagen“, sagt Marcus Gehrmann. Vor allem Melanie hatte damals richtig Feuer gefangen, „aber mein Mann hat schön mitgezogen.“ „Blieb mir ja auch nichts anderes übrig“, lacht der Angesprochene. Den Spaß an der Sache sieht man auch ihm deutlich an. Deswegen soll auch der prächtig-geschmacklose Vorgarten-Horror erhalten bleiben.

Wer Lust hat das „Panik-Panoptikum“ ein letztes Mal zu besuchen, kann das am 31.10. von 17 bis 22 Uhr tun. Besucher, die mit dem Auto kommen, werden gebeten, bereits im Bereich Willtstätter Straße einen Parkplatz zu suchen, in der Sackgasse Wienstraße könnte es sonst zu großen Problemen bei An- und Abfahrt kommen. Der Besuch ist kostenlos.

Horror auf dem Friedhof der Treppners

Auch Christian Treppner ist ein großer Halloween-Fan und lässt es sich nicht nehmen, seinen Garten in der Wodanstraße 3 in Friedhofsoptik umzugestalten. Zusammen mit seiner Ehefrau Susanne bereitet er sich bereits seit vier Wochen auf die große Schauernacht vor: Stimmen aus einem Grab, dessen Deckplatte bedenklich hin und her rutscht, lassen erschaudern. Auch die Szene mit dem Mann, der von seinem Rasenmäher halb verschlungen wird, ist nicht ohne.

Leichen liegen herum und es fließt Blut - Blut aus Mondamin und Lebensmittelfarbe. Laute Schreie aus allen Ecken des Geländes gehen durch Mark und Bein. Augen, die aus den Hecken und Bäumen rund um den Platz leuchten, verursachen Gänsehaut pur. Erstmals schwebt in diesem Jahr ein Geist über der gesamten Stätte des Grauens. Gut 80 Prozent der Dekorationen habe der 55-Jährige selbst gebaut, auch die elektrischen Finessen.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

So sieht es auf dem "Friedhof" der Familie Treppner aus:

Ein Hexenparkplatz in der Einfahrt, Bäume mit Augen und Gevatter Tod zu Besuch: An Halloween wird der Garten der Familie Treppner zum reinsten Grusel-Areal.
30.10.2018
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Horror-Architekt Christian Treppner begrüßt seine Gäste zur "Friedhosführung".© Stephan Schütze
Im Hof steht als Vorgeschmack ein Baum mit Augäpfeln© Stephan Schütze
An stimmiger Dekoration hat Treppner nicht gespart.© Stephan Schütze
Der Friedhofswächter macht erst einmal die Spielregeln klar.© Stephan Schütze
Hinter den Bäumen lauert auch schon der erste Gast...© Stephan Schütze
Die Kürbisse zumindest begrüßen die Besucher jedenfalls mit einem Lächeln.© Stephan Schütze
Die Hexe hat dafür keine gute Laune....© Stephan Schütze
....denn sie musste ihren Besen draußen parken.© Stephan Schütze
Leichen schmücken den Weg zum Friedhof.© Stephan Schütze
Hier hat sich Gevatter Tod bereits den nächsten Friedhofsgast geholt.© Stephan Schütze
Vielleicht hätte er nicht den Drink der Hexe annehmen sollen.© Stephan Schütze
Gevatter Tod ist auf jeden Fall ziemlich beeindruckend ausgefallen.© Stephan Schütze
Und dann beginnt die Friedhofstour auch schon.© Stephan Schütze
Halb auferstandene Skelette sind da nur einer der vielen Gruselfaktoren.© Stephan Schütze
Zum Glück gewährt eine Absperrung Sicherheitsabstand.© Stephan Schütze
Weiter hinten tanzen nämlich schon die Toten.© Stephan Schütze
Nicht nur für die Skelette garantiert der Friedhof der Treppners Spaß.© Stephan Schütze
Manchen haut es aber auch um.© Stephan Schütze
Während andere vor lauter Angst versuchen die Flucht zu ergreifen.© Stephan Schütze
Auf den besten Friedhöfen kann es mitunter zu Unfällen kommen.© Stephan Schütze
Zum Glück ist der nächste Arzt nicht weit...© Stephan Schütze
...wobei ein Blick auf die vorherigen Patienten nicht gerade vertrauenserweckend wird.© Stephan Schütze
Zum Abschied winken noch die Skelette hinterher.© Stephan Schütze
Christian Trepper freut sich am 31.10 auf jeden Besucher.© Stephan Schütze

Und das ist nicht alles. „Es gibt auch Live-Acts am Abend!“, verspricht Treppner. Welche, möchte er allerdings noch nicht verraten. Im „Hexenzelt“ am Ausgang wartet auf die kleinen mutigen Besucher eine süße Belohnung, die „Hexe“ Maria Benz verteilt. Die 85-jährige Mutter von Treppner ist inzwischen auch vom Halloween Fieber gepackt und freut sich schon auf ihren „Hexen-Job“.

Auslöser für das Halloween-Fieber der Treppners war ausgerechnet ein Klassentreffen im eigenen Haus. Da der Termin auf den 31.10. fiel, dachte er über eine besondere Dekoration für diesen Abend nach. Die fand großen Anklang bei den ehemaligen Mitschülern - und die Liebe für das besondere Event war bei Christian Treppner erwacht. Das Halloween im Jahr darauf – allerdings ohne Klassentreffen – wurde ein unerwartet großer Erfolg. Über 400 Besucher tummelten sich 2017 auf dem Gelände an der Wodanstraße. Nicht nur Nachbarn, sondern auch Spaziergänger wurden neugierig und besuchten das Gruselkabinett mit Gänsehaut-Garantie. In diesem Jahr erwartet der Gastgeber noch mehr Interessierte.

Wer sich den „Friedhof“ der Treppners selbst ansehen möchte, kann dies am 31.10. von 17 bis 21 Uhr tun. Der Eintritt ist frei. Christina Treppner selbst empfiehlt für Kinder einen Besuch seiner kleinen Horro-Show ab 5 Jahren, da es ab und zu wirklich gruselig wird.

Horror-Spaß im Labyrinth des Schreckens

In Mengede scheint das Horror-Fieber umzugehen. Denn neben den Treppners wird auch die Familie Andrzejak an Halloween ihren Garten in ein Gruselkabinett verwandeln. Aus etwa 20 Bauzäunen, 100 Bettlaken, 15 Litern Kunstblut und jeder Menge Grusel- und Horrordeko entstand das Labyrinth des Schreckens.

Dieses Jahr wollen drei Generationen der Familie ihren Besuchern einen Schrecken einjagen. Denn neben dem Ehepaar Andrzejak und ihren Kindern sollen auch die Enkel miteingebunden werden. Daneben verkleiden sich auch Freunde der Familie als Zombies, Hexen und Horrorfilmschurken, um in den Ecken und Sackgassen des künstlichen Irrgartens die Besucher zu erschrecken. „Es wird ein riesiger Spaß für alle“, sagt Veranstalter Siegmund Andrzejak. Auf etwa 20 Darsteller treffe man im Labyrinth des Schreckens.

Mutige Kinder, die sich in den Grusel-Irrgarten wagen, können sich am Ausgang auf eine süße Überraschung freuen. „Wir machen das Alles mit viel Liebe“, sagt Andrzejak. Deshalb betreibe man auch den ganzen Aufwand: weil die Kinder der Nachbarschaft daran so viel Spaß hätten. Und sie sind nicht die Einzigen: 2017 besuchten allein über 120 Kinder das Labyrinth, Erwachsene und Jugendliche nicht mitgezählt.

Ironischerweise war es gerade das Desinteresse an Halloween, das die Familie zu Fans der Gruselnacht machte. Jahr für Jahr wurde die Hausfassade der Andrzejaks am 31.10. mit Eiern verunglimpft, da sie fremden Kindern keine Süßigkeiten an der Haustür geben wollten. Bis sie jemand über die Halloween-Bräuche aufklärte. Weil Siegmund Andrzejak keine Lust darauf hatte, jedes Jahr sein Haus reinigen zu müssen, begannen er und seine Frau den Vorgarten zu dekorieren und Süßigkeiten zu verschenken. „Das hat sich dann immer weiter weiterentwickelt, bis eben jetzt zum Horror-Labyrinth“, sagt Andrzejak. Nun freue er sich jedes Jahr auf Halloween.

Mutige können sich am 31.10. von 19 bis 22 Uhr ins Labyrinth des Schreckens wagen. Auch hier ist der Eintritt frei.

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