Bei jedem zweiten Jungunternehmer ist das Startkapital nach einem halben Jahr weg

dzUnternehmensgründer in Dortmund

Ist Dortmund ein gutes Pflaster für Unternehmensgründer? Durchaus, zeigt eine aktuelle Umfrage der Commerzbank. Und doch: Es gibt viele Hürden, über die Jungunternehmer stolpern können.

Dortmund

, 26.01.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Dortmund machen sich doppelt so viele Männer selbstständig wie Frauen. 68 Prozent der Unternehmensgründer sind männlich, während Frauen (32 Prozent) die Sache eher vorsichtiger angehen. Damit liegt Dortmund aber immer noch über dem Schnitt: Bundesweit beträgt der Anteil der Gründerinnen lediglich 22 Prozent. Die größte Hürde sehen 40 Prozent der Newcomer nach wie vor in der Bürokratie. Auch die Frage, wie sie ans notwendige Kapital kommen sollen, bereitet Jungunternehmern oft Kopfzerbrechen.

So lesen sich die Ergebnisse der sechsten „Unternehmerkunden-Studie“ der Commerzbank. Sie basiert auf einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos, das bundesweit 3000 Jungunternehmer (davon 50 in Dortmund) aus verschiedenen Branchen befragt hat: Freiberufler, Handwerker, Gewerbetreibende.

Jeder Dritte greift auf Ersparnisse zurück

Und tatsächlich: Woher kommt das Kapital, das junge Leute benötigen, die eine Geschäftsidee wie beispielsweise Energy Drinks auf Teebasis in umweltfreundlicher Verpackung umsetzen möchten? In der Hauptsache aus eigenen Ersparnissen, geben 78 Prozent der Befragten an. Da passt es ins Bild, dass jeder dritte Dortmunder Jungunternehmer (34 Prozent) mit weniger als 20.000 Euro in die Selbstständigkeit startet.

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Weitere 32 Prozent bringen immerhin 50.000 Euro mit. Problem dabei: Bei jedem zweiten Dortmunder ist das Geld nach weniger als einem halben Jahr verbraucht. Und dann? Wird möglicherweise eben doch der Gang zur Bank fällig, um einen Kredit aufzunehmen. Manfred Nix, Leiter der Unternehmerkundenberatung bei der Commerzbank, empfiehlt, diesen Schritt möglichst früh zu gehen und sich vorab über Finanzierungsmöglichkeiten inklusive öffentlicher Fördermittel beraten zu lassen.

Fachkräftemangel als Hemmschuh

Vor allem, wenn es zum späteren Zeitpunkt um weitere Investitionen etwa für Marketing/Vertrieb und fürs Personal geht. Knapp 90 Prozent der Befragten geben an, die Finanzplanung zur Chefsache zu machen und die Dinge in die eigenen Hände zu nehmen. Finanzexperten von außen werden deutlich weniger zu Rate gezogen.

An Grenzen stoßen offenbar viele, wenn sie Fachkräfte einstellen wollen: 38 Prozent haben Probleme, geeignetes Personal zu finden und sagen, das sei einer der größten Hemmschuhe. Für die meisten der Dortmunder Jungunternehmer sind im ersten Geschäftsjahr vor allem zwei Ziele wichtig: an Kunden zu kommen und möglichst früh nach dem Start die ersten Gewinne einzufahren.

Zahlen zu Gründungen und Insolvenzen gibt die Studie allerdings nicht her. Aber mehr als jeder Zweite (56 Prozent) bewertet Dortmund als gründerfreundlichen Standort. Zwei Drittel der Newcomer sagen, sie würden sich glatt noch einmal selbstständig machen.

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