Die Brücke über die B1 soll in den nächsten Jahre runderneuert werden. © Oliver Volmerich

Großbaustelle bahnt sich an: Wichtige Brücke über B1 muss saniert werden

Sie ist eine der meist befahrenen Brücken der Stadt und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Jetzt muss die wichtige Brücke über die B1 aufwendig saniert werden. Das könnte länger dauern.

Die Mosaik-Verkleidung der Brückendurchfahrt, durch die der B1-Verkehr rauscht, zeigt es deutlich: Die Brücke der B54 über die Bundesstraße 1 am Beginn der Ruhrallee ist ein Kind der 1950er Jahre. Sie entstand 1958 im Vorfeld der ersten Bundesgartenschau im heutigen Westfalenpark.

Jetzt, nach mehr als 60 Jahren, ist eine Grunderneuerung fällig. Das ist das Ergebnis der regelmäßigen Brückenprüfungen. „Bei der Brückenprüfung im Jahr 2018 sind erhebliche Schäden festgestellt worden“, teilte das Tiefbauamt jetzt der Politik mit.

Note 3,2 bei Brückenprüfung

Mängel gibt es vor allem am Fahrbahn- und Gehwegbelag, an den Fahrbahnübergängen, der Abdichtung des Bauwerks und an der Brückenunterseite. Im September 2017 bröckelte an einer Stelle bereits der Beton in der Brückendecke über der B1-Fahrbahn.

Die Mosaikmuster unter der Brücke über die B1 sind einer Erinnerung an die 1950er Jahre.
Die Mosaikmuster unter der Brücke über die B1 sind einer Erinnerung an die 1950er Jahre. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

„Die Bauwerksprüfung wurde mit der Note 3,2 abgeschlossen“, heißt es in der Vorlage des Tiefbauamtes. Das bedeutet: „Die Brücke ist zwar standsicher, die Verkehrssicherheit allerdings nur noch eingeschränkt gegeben“.

Politik und Verwaltung stehen jetzt vor einer klaren Alternative: Ein Brücken-Neubau würde knapp 8,8 Millionen Euro kosten, rechnen die städtischen Tiefbauer vor. Sie empfehlen deshalb eine Grundsanierung der Brücke, deren Kosten auf 2,3 Millionen Euro taxiert werden.

Der Rat soll den Grundsatzbeschluss dazu in seiner Sitzung am 20. Mai treffen. Der Ausschuss für Mobilität hat dazu am Dienstag (4.5.) bereits eine Empfehlung abgegeben.

Die Empfehlung der Fachleute dafür ist eindeutig. Weil bei den bisherigen Untersuchungen keine Risse festgestellt wurden, sei die Brücke insgesamt als „erhaltenswert“ einzustufen, heißt es.

„Durch eine Grunderneuerung der Brücke kann die Restnutzungsdauer um weitere 20 Jahre bis etwa zum Jahr 2060 verlängert werden, zumal auf Grund einer Verkehrsprognose auch nicht mit einer Erhöhung des Schwerlastverkehrs gerechnet werden muss.“

Grundsanierung bis 2024

Das Reparaturprogramm soll von der Erneuerung des Fahrbahnbelags über die Abdichtung der Fugen zwischen den Brückenplatten bis zur Beseitigung von Betonschäden an der Brückenunterseite reichen. Außerdem soll der Radweg auf der Brücke vom Gehweg getrennt werden.

Der Finanzierungsplan, der Bestandteil der Vorlage ist, lässt darauf schließen, dass die Sanierung in den Jahren 2022 und 2023 stattfinden soll. Anfang 2024 soll die Brücke runderneuert sein.

Welche Auswirkungen die Baustelle für den Verkehr auf der B54 und B1 haben wird, konnte Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl in der Ausschuss-Sitzung noch nicht sagen. „Das genaue Baustellen-Konzept steht noch nicht“, sagte sie. Schließlich muss der Rat ja auch erst einmal den Grundsatzbeschluss zur Sanierung treffen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich