Grippe und Corona - Klinikum befürchtet Engpass bei Blutkonserven

Klinikum Dortmund

Die Blutvorräte des Klinikums werden in diesem Jahr doppelt belastet: In der Grippe-Saison ist das Blut in den Krankenhäusern eh schon knapp, nun kommt noch der Corona-Faktor dazu.

Dortmund

13.11.2020, 10:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Corona in Kombination mit Grippe wird zur Herausforderung für die Krankenhäuser – denn die Blutspenden werden knapper.

Corona in Kombination mit Grippe wird zur Herausforderung für die Krankenhäuser – denn die Blutspenden werden knapper. © pa/obs Wort & Bild Verlag (Symbolbild)

Wenn die Grippe-Saison in der kalten Jahreszeit beginnt, hat das Gesundheitswesen viel zu tun. Hinzu kommen in diesem Winter noch die Corona-Patienten. Und diese Doppelbelastung macht auch das Aufrechterhalten der Blutvorräte schwierig – denn weder Grippe-Patienten noch Corona-Infizierte und Menschen in Quarantäne dürfen spenden.

Die Blutspende vom Klinikum Dortmund warnt deshalb in einer Pressemitteilung vor einem möglichen Engpass, der in wenigen Wochen in Dortmund entstehen könne. Zwar gehe es der Blutspende noch einigermaßen gut, aber wegen der steigenden Zahlen und vielen Dortmundern in Quarantäne schaue man „den nächsten Wochen mit gemischten Gefühlen entgegen“, wie Anna-Maria Zuliani, Oberärztin im Institut für Transfusionsmedizin im Klinikum, zitiert wird.

Schon der erste Lockdown hat die Vorräte

Laut Dr. Zuliani sei zu dieser Jahreszeit der Blutbestand wegen Erkältung und Grippe eh schon gering. Aber seit der Corona-Pandemie und besonders seit dem Lockdown im März sei es noch weniger geworden.

Das liege daran, dass die potenziellen Spender verunsichert seien, vermutet Dr. Zuliani. Dazu bestehe allerdings kein Anlass, wie die Ärztin erklärt. Vor jeder Blutspende gebe es eine ärztliche Untersuchung inklusive Fiebermessen. Außerdem herrschen im Blutspende-Institut die üblichen Corona-Hygiene-Maßnahmen wie Maskenpflicht, eine begrenzte Personenanzahl und ausreichende Abstände zwischen den Liegen, damit das Infektionsrisiko gering bleibt.

Kontaminierte Blutspende ist gefährlich

Und: Das Coronavirus könne laut Dr. Zuliani nicht über Blut übertragen werden. Allerdings sollten Menschen mit Erkältungssymptomen trotzdem nicht zur Blutspende gehen. Nicht nur wegen Corona.

Eine mit grippalen Erregern kontaminierte Blutspende könnte nämlich ernsthafte Folgen haben. Erhält ein Patient, der zum Beispiel bei einem Unfall verletzt wurde oder eine schwere Operation hatte, so eine Blutspende, kann es zu Komplikationen bei der Heilung kommen. Oder zu Schlimmerem.

Deshalb müssen Spender, die durch die Checks vorab gefallen sind, vier Wochen warten, bis sie wiederkommen dürfen.

Da der Krankenhausalltag aktuell mehr Blut benötigt, als gespendet wird, bittet das Klinikum um frisches Blut. Gesunde Menschen bekommen für eine Vollblutspende eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro. Es kann jeder Erwachsene zwischen 18 und circa 68 Jahren über 50 Kilogramm spenden.

Blutspende im Klinikum Dortmund

  • Blutspenden sind im Institut für Transfusionsmedizin des Klinikums Dortmund in der Alexanderstraße 6-10 möglich.
  • Spendenzeiten: montags und freitags von 8 bis 15 Uhr, dienstags bis donnerstags von 8 bis 19 Uhr, samstags von 8 bis 14 Uhr
  • Die Anmeldung erfolgt telefonisch unter Tel. 0231 95 31 99 99 oder im Internet über die Webseite der Blutspende vom Klinikum – dort gibt es auch weitergehende Informationen.
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