Giraffe Gambela musste im Zoo Dortmund eingeschläfert werden

Zoo-Team trauert

Im Zoo Dortmund trauert man um die Giraffe Gambela – sie musste am Donnerstag nach für sie schweren Wochen eingeschläfert werden. Im Zoo hält die Giraffendame dennoch einen Rekord.

Dortmund

30.07.2020, 17:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
23 Jahre ist die Giraffe Gambela alt geworden. Nun musste sie eingeschläfert werden.

23 Jahre ist die Giraffe Gambela alt geworden. Nun musste sie eingeschläfert werden. © Marcel Stawinoga

Die Angola-Giraffe Gambela musste am Donnerstag (30.7.) im Dortmunder Zoo eingeschläfert werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Dabei sei die für das gesamte Zoo-Team schwere Entscheidung unumgänglich gewesen, "um dem Tier unausweichliche Leiden und Schmerzen zu ersparen".

Der "alten Dame" sei in den letzten Wochen das Laufen und Stehen zunehmend schwer gefallen. Wegen ihres verkürzten rechten Hinterbeines habe sie nur noch mit Anstrengungen und unter Schmerzen ihre Bewegungen ausbalancieren können – die Gefahr eines Sturzes oder dass sie aus einer Liegeposition nicht mehr selbst hätte aufstehen können, sei zunehmend größer geworden.

Tier intensiv betreut

In den letzten Monaten ist Gambela intensiv von Tierärzten betreut worden, hat Schmerzmittel gegen Beschwerden im Fuß und in der Hüfte bekommen, heißt es. Weil sich ihre Bewegungen immer weiter verschlechterten und um ihr ein mit großem Stress und Schmerzen verbundenes Szenario zu ersparen, sei das Tier nun am Donnerstag eingeschläfert und von seinen Leiden erlöst worden – in Abstimmung mit den Tierärztinnen, den Tierpflegern und der Zooleitung.

Das verkürzte Hinterbein stammte noch aus einem Unfall aus Gambelas Kindheit: Im Januar 1997 sei sie, als sie etwa einen Monat alt gewesen sei, beim Toben auf der Außenanlage weggeknickt. Dabei brach sich das Jungtier das rechte Hinterbein, so der Zoo.

Operation in der Pferdeklinik

In einer Pferdeklinik sei der Bruch operiert, eine Metallplatte in den rechten Fuß eingesetzt worden. Weil diese komplett einwuchs, habe sie im Fuß bleiben müssen.

Doch die Giraffendame legte nach der Operation noch mehr als zwei Meter an Größe zu, sodass sie fortan ein leicht verkürztes Hinterbein hatte, heißt es. Bis zum jetzt fortgeschrittenen Alter habe sie dies ohne Einschränkungen ausbalancieren können, hat sogar drei Jungtiere zur Welt gebracht. Zikomo, der 2013 im Zoo Dortmund geboren wurde, sei ihr letzter Nachwuchs gewesen.

Erst jetzt im Alter und mit einhergehender Arthrose, sei es Gambela immer schwerer gefallen zu laufen, mit der Folge eines Beckenschiefstandes und einer Fehlstellung im Fesselgelenk. Dennoch hält sie mit ihren 23 Jahren den Altersrekord im Zoo – in freier Wildbahn erreichen Giraffen ein Alter von etwa 20 Jahren, heißt es.

Giraffen mit Zukunft im Zoo

Die Zukunft der Giraffen ist im Zoo gesichert: In Absprache mit dem Europäischen Erhaltungzuchtprogramm (EEP) soll eine neue Giraffen-Gruppe im Zoo aufgebaut werden – dieser soll auch der siebenjährige Giraffenbulle Zikomo angehören.

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