Die 20-jährige Elisa aus Dortmund vor ihrem Umstyling durch Heidi Klum in der Model-Show Germany's Next Topmodel © Prosieben/Marc Rehbeck
Model-Wettbewerb

Germany‘s Next Topmodel: Bei Dortmunderin Elisa (20) rollen die Tränen

In der fünften Folge von Germany‘s Next Topmodel fürchtet Elisa aus Dortmund um ihre Haare - hält sich ansonsten aber eher bedeckt. Das muss jedoch kein schlechtes Zeichen sein.

Das aktuelle Zeitgeschehen hätte Heidi Klum nicht besser in die Hände spielen können. Ausgerechnet in der Woche, in der die Deutschen das erste Mal seit Wochen wieder zum Friseur dürfen, wurden auch bei Germany’s Next Topmodel (GNTM) am 4. März Schere und Haarfarbe ausgepackt.

Dennoch scheinen die Teilnehmerinnen nur wenig glücklich darüber, dass eine Horde Top-Friseure auf sie losgelassen wird. Vielleicht auch, weil die Folge zu einer Zeit gedreht wurde, als Haarschnitte noch nicht das neue Klopapier der Corona-Krise waren.

Ein großes Umstyling, das wünschen sich im Moment nicht nur die Fernsehzuschauer, es ist auch seit Jahren ein Dreh- und Angelpunkt jeder GNTM-Staffel. Es folgt dabei jedes Mal einem derart festen Ablauf, dass es fast schon etwas Tröstendes hat. Die Model-Anwärterinnen bangen um ihre Haare, weinen und kreischen bei den ersten Schnitten und finden den kurzen Bob oder die blondierten Haare am Ende dann doch ganz okay.

Elisa hat Angst vor kurzen Haaren

Auch bei der 20-jährigen Elisa aus Dortmund kullern in der fünften Folge die Tränen. „Ich möchte auf gar keinen Fall kurze Haare haben“, erklärt sie mit sorgenvoller Miene.

Ihre Sorge ist nicht ganz unberechtigt: Die langen Mähnen ihrer Mit-Kandidatinnen Mareike und Alysha mussten zu dem Zeitpunkt bereits dran glauben, die Kölnerin Romina erhält zeitgleich zum Interview eine knallrote Pumuckl-Mähne.

Heidi Klum genießt es, ihre GNTM-Kandidatinnen mit neuen Haarschnitten zu überraschen.
Heidi Klum genießt es, ihre GNTM-Kandidatinnen mit neuen Haarschnitten zu überraschen. Hier warten Romina (l.) und Mareike auf ihre neuen Frisuren. © Prosieben/Richard Hübner © Prosieben/Richard Hübner

Auch Moderatorin Heidi Klum schaut beim Umstyling vorbei, um den Friseuren schadenfroh auf die Finger zu gucken. Während die Teilnehmerinnen, an denen ihr angeblich so viel liegt, vor sich hin schluchzen, scheint Heidi sich tierisch zu amüsieren. „Es gibt doch gar keinen Grund zu weinen“, erklärt sie der 19-jährigen Alysha mit eiskalter Miene, als die mit ihrem neuen Vokuhila-Schnitt hadert.

Sind ja auch nur Haare könnte man da sagen, die Frauen wussten ja, dass das Umstyling kommt, könnte man sagen. Man könnte aber auch wieder einmal feststellen, dass Prosieben und GNTM die Gefühle der Kandidatinnen genauso für ihre Show verheizen wie deren Körper und Jugend.

Jeder darf mal Jury spielen

Das Umstyling endet mit einem großen Vorher-Nachher-Vergleich. Das gibt dem Zuschauer die wunderbare Möglichkeit, selbst Jury zu spielen und die erneuerten Köpfe der Teilnehmerinnen zu beurteilen. Denn nichts macht schließlich mehr Spaß, als Frauen in geil, mittelgeil und ungeil einzuteilen.

Elisa kann indes aufatmen. Ihre blonden Haare werden nur ein bisschen aufgehellt, ansonsten bleibt alles beim Alten. „Ich bin ein Blondie geblieben, ich freu mich mega“, sagt die 20-Jährige.

Designer Christian Cowan trat in der fünften GNTM-Folge als Gastjuror neben Heidi Klum auf.
Designer Christian Cowan trat in der fünften GNTM-Folge als Gastjuror neben Heidi Klum auf. © Prosieben/Richard Hübner © Prosieben/Richard Hübner

Ansonsten ist die fünfte Folge eine weitere, in der Elisa zwar nur wenig Aufmerksamkeit bekommt, gleichzeitig aber auch problemlos mitzieht. Beim Walk auf dem Laufsteg mit integriertem Fotoshooting bekommt sie erneut gutes Feedback von Heidi Klum. „Hot, hot, Hottie“, sagt die zu ihrem Auftritt im weißen Designer-Kleid von Christian Cowan und schickt Elisa in die nächste Runde.

Auch aus den obligatorischen Streits und Konflikten unter den Models, die einen großen Teil der Sendung einnehmen, hält sie sich raus.

In ihrem größten Auftritt der Folge tröstet sie Mit-Kandidatin Romina, als es dieser schlecht geht und verkündet in die Kamera „Girls support girls, wir halten zusammen.“ Dieser verzweifelte Versuch, durch Elisas Zitat der ganzen Show auch nur einen Hauch von Feminismus zu verpassen – er ist fast schon süß.

Demnächst: Laufsteg im Winter-Wunderland

Elisas geringe Sendezeit muss kein schlechtes Zeichen sein. Auch in den vergangenen Staffeln spielten Top-10- oder Top-5-Kandidatinnen in den ersten Folgen nur kleinere Rollen.

In der nächsten Folge am 11. März werden Elisa und die anderen Model-Anwärterinnen in ein Winter-Wunderland geschickt. Außerdem: Mehr Drama im Modelloft. Warum? Weil der Zuschauer die Models dann auch noch in „hysterisch“ und „nicht hysterisch“ einteilen kann. Ich freu mich schon.

Über die Autorin
Redakteurin
In Lippstadt aufgewachsen, zum Studieren nach Hessen ausgeflogen, seit 2018 zurück in der (erweiterten) Heimat bei den Ruhr Nachrichten.
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Marie Ahlers
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