Verseuchte Wurst? 167 Betriebe in Dortmund wurden mit Wilke-Waren beliefert

dzFleischwaren-Skandal

Eine dreistellige Zahl von Lebensmittelbetrieben in Dortmund wurde mit Lebensmitteln der Firma Wilke beliefert. Die Stadt führt nun Kontrollen durch.

Dortmund

, 10.10.2019, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Skandal, in den der nordhessische Fleischwarenproduzent Wilke verwickelt ist, zieht immer größere Kreise. Seit Dienstag ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Betrieb, da der Verdacht besteht, dass dessen Wurstwaren im Zusammenhang mit zwei Todesfällen sowie 37 weiteren Krankheitsfällen stehen.

Ob Listerien-verseuchte Wurst von Wilke auch von Dortmunder Verbrauchern verzehrt wurde, ist der Lebensmittelüberwachung des Ordnungsamts bisher noch nicht bekannt. Wohl aber, dass stattliche 167 Lebensmittelbetriebe in Dortmund mit den Waren des Herstellers beliefert wurden, sagt Stadtsprecher Maximilian Löchter.

Vorortbegehungen durch das Ordnungsamt

"Insgesamt sind zurzeit 14 Lebensmittelkontrolleure und Veterinäre mit den Kontrollen der Rückrufaktion in den Dortmunder Betrieben befasst", sagt Löchter. Das Ordnungsamt der Stadt sei bereits am vergangenen Donnerstag über die Situation in Kenntnis gesetzt worden, habe seither viele der Vertriebswege nachvollziehen können, über die die Wilke-Produkte in die Dortmunder Betriebe gelangt seien.

"Selbstverständlich gibt es Vorortbegehungen. Die Verantwortlichen werden dabei über den Sachverhalt, also den Rückruf und Verkaufsverbote, informiert", so der Stadtsprecher. Bei den Vorort-Terminen konnten zudem weitere Vertriebswege ermittelt werden.

Die Lebensmittelüberwachung des Ordnungsamts habe so in der vergangenen Woche auch zwei Dortmunder Fleisch-Großhändler ausfindig gemacht, die nicht über das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) gemeldet worden waren. "Diese Großhändler hatten bereits eigenständig am 4. Oktober ihre Kunden über den Verkaufsstopp für die Waren informiert", so Löchter.

Herstellername nicht relevant

Betriebe, die ein gut funktionierendes Eigenkontrollsystem pflegten, hätten aufgrund des Rückrufes oder durch die Berichterstattung der Medien ihre Produkte überprüft und aus dem Sortiment genommen, zum Teil auch die Lebensmittelüberwachung selbständig informiert, wie Löchter anmerkt. Zumeist habe es sich um Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung, also Firmenkantinen und ähnliche Einrichtungen, gehandelt.

Viele Betriebsinhaber hätten jedoch bei Fertigpackungen nur die Aufschrift "Fa. Wilke" im Blick gehabt - und nicht das Augenmerk darauf gerichtet, dass auch andere Firmen in ihrem Namen von Wilke produzieren ließen: "Unabhängig vom Herstellernamen müssen alle Packungen mit dem EG-Stempel "DE EV 203 EG" aus dem Verkehr genommen werden", erklärt Maximilian Löchter.

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