Für Hunde tödliches Staupe-Virus ist auf dem Vormarsch – auch in Dortmunds Nachbarschaft

dzKrankheit

Das für Hunde oft tödliche Staupe-Virus ist in einigen Landkreisen in Nordrhein-Westfalen aufgetreten. Dortmunds Amtstierärzte raten zur Vorbeugung.

Dortmund

, 20.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Symptome sind Abgeschlagenheit, hohes Fieber, Erbrechen, Lähmungserscheinungen, Krämpfe und Atemnot, wenn Hunde an Staupe erkranken. Ansteckung mit dem oft tödlichen Virus droht nicht nur von vierbeinigen Artgenossen, sondern auch von Wildtieren.

Seit einigen Jahren nimmt die Zahl der erkrankten Wildtiere wieder deutlich zu. So sind in Köln, Leverkusen und Wuppertal jüngst erkrankte Füchse gefunden worden. Und nicht nur dort. Im Kreis Unna wurden nach Angaben des Kreisveterinäramtes im vergangenen Jahr zwei Staupefälle gemeldet.

Füchse sind oft gut unterwegs und legen längere Strecken zurück. Aber auch Frettchen, Marder und Waschbären können vom Staupe-Virus befallen werden und ihn durch Kot, Speichel und Urin weitertragen.

Impfen gefordert

Selbst wenn wie in Dortmund der Virus aktuell nicht nachgewiesen sei, müssten solche Gebiete nicht notwendig frei von Staupe sein, stellt ein Fallwildbericht des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) fest. Darin heißt es: „Sofern keine Wildtiere, insbesondere auch keine Füchse aus diesen Gebieten auf Staupe untersucht werden, kann zu Häufigkeit und Verbreitung keine Aussage getroffen werden.“

Nachdrücklich wird in dem Bericht das Impfen von Hunden herausgestellt: „Die Verantwortung der Hundehalter ist gefordert.“ Die konsequente Impfung von Haus-, Hof-, Hüte- und Jagdhunden trage auch zum Schutz der Wildtiere vor der Staupe bei; denn der Hund sei das bedeutendste Virusreservoir.

Jetzt lesen

Nachgewiesene Fälle von Staupe beim Hund seien in Dortmund seit langer Zeit keine bekannt, teilt das Dortmunder Veterinäramt auf Nachfrage mit. Bei Staupe bestehe jedoch weder Melde- noch Anzeigepflicht. „Daher gibt es auch keine genauen statistischen Daten über das Vorkommen beim Haushund in Dortmund oder anderen Gebieten“, so das Veterinäramt.

Sterberate ist bei Welpen und Jungtieren sehr hoch

Die Dortmunder Amtstierärzte weisen darauf hin, dass es seit mehr als 40 Jahren wirksame Impfstoffe gegen Staupe gibt. Da in einer Großstadt wie Dortmund Hunde oft auf Artgenossen träfen, sollte hier jeder Hund gegen Staupe und andere Infektionskrankheiten des Hundes regelmäßig geimpft sein, warnen sie: „Im Fall einer Ansteckung ist besonders bei Welpen und Jungtieren die Sterberate sehr hoch, oder die Tiere tragen dauerhafte Schäden davon. Aber auch erwachsene Tiere erkranken schwer.“

Es gibt beim LANUV die Vermutung, dass das hoch ansteckende Staupe-Virus mit den Hundeimporten aus Osteuropa nach Deutschland eingeschleppt wird und dadurch auch bei Kontakt mit Wildtieren zur Verbreitung der Infektion beiträgt. Im städtischen Tierheim dagegen, so Stadtsprecher Maximilian Löchter, „werden alle Hunde gegen Staupe geimpft.“

Info

Die ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt für Hunde regelmäßige Impfungen gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose, HCC (eine ansteckende Leberentzündung) und Tollwut. Katzen sind gegen Staupe übrigens unempfindlich. Freigänger sollten aber laut Impfkommission gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Tollwut geimpft werden.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Kauzige Freundschaft
Dortmunder Professor hält Vorlesungen mit Eule Hugo auf seiner Schulter (mit Video)