Schnelle Radverbindungen quer durch die City wünscht sich (nicht nur) die CDU. © Stephan Schütze
Verkehr in der Innenstadt

Führen bald Fahrradachsen mitten durch die City?

Bessere Bedingungen für den Radverkehr in der Innenstadt wollen Verwaltung und Politik schaffen. Neben einem Umbau des Walls ist dabei nun auch die direkte Durchquerung der City ein Thema.

Lange Zeit waren die „großen Fraktionen“ im Rat – das waren bislang SPD und CDU – eher zurückhaltend, wenn es um die Förderung des Radverkehrs ging. Das hat sich spätestens seit der Kommunalwahl im September, die den Grünen starke Zuwächse bescherte, geändert. Jetzt überschlagen sich auch SPD und CDU mit Vorschlägen zur Förderung des Radverkehrs.

Die CDU brachte am Dienstag (1.12.) eine Forderung in den Ausschuss für Mobilität, Infrastruktur und Grün (so heißt jetzt der frühere Bau- und Verkehrsausschuss) ein, die von Radfahr- und Umweltverbänden seit Jahren erhoben wird – direkte Fahrradachsen zur besseren Durchquerung der City.

CDU will zwei Fahrradachsen

Geht es nach dem Antrag der CDU, soll die Verwaltung im Rahmen des Förderprojekts Emissionsfreie Innenstadt die Schaffung von zwei Fahrradachsen untersuchen. Eine soll in Nord-Süd-Richtung über die Kleppingstraße und die Kuckelke führen, die andere in Ost-West-Richtung über Brüderweg und Kampstraße.

„Wenn ich von der Ruhrallee zum Bahnhof will, fahre ich nicht über den Wall, sondern nehme den direkten Weg geradeaus“, erklärte CDU-Fraktionssprecher Reinhard Frank. „Unser Ziel ist ein sicherer Radverkehr, mit attraktiver Streckenführung und schnellen, kurzen Routen.“

Fußgängerzone ist Hindernis

Bislang ist die Querung des Westenhellwegs oder Ostenhellwegs als Fußgängerzone ein Hindernis für eine durchgehende Nord-Süd-Radverbindung. Der Boulevard Kampstraße, dessen Umbau im nächsten Jahr weitergehen soll, würde nach den bisherigen Plänen der Verwaltung zur Mischverkehrsfläche werden. Radfahrer und Fußgänger wären dann gleichberechtigt. „Da wird Radverkehr nicht in einem hohen Tempo möglich sein“, erklärte der städtische Verkehrsplaner Andreas Meißner.

Anlass für den CDU-Vorstoß zur Radfahr-Querung der City war die Diskussion um eine langfristige Umgestaltung des Wallrings zugunsten von Radfahrern und Fußgängern. Vier Ideen eines Ingenieurbüros hatte die Verwaltung dazu vorgelegt – von Umweltspuren auf einem Teil des Walls über die Umwidmung von jeweils einer Autospur in Fahrradspuren bis zu einer Einbahnstraßen-Regelung für den äußeren Wallring. Dann wäre der innere Wallring frei für Radfahrer und Fußgänger.

Zu einer konkreten Variante wollten sich die Sprecher der Fraktionen in der Ausschuss-Sitzung noch nicht äußern. Gut und wichtig sei erst einmal eine breite Bürgerbeteiligung – unter anderem mit einer Online-Veranstaltung am 28. Januar -, waren sich die Fraktionen einig. „Es ist richtig, eine möglichst breite Diskussion zu führen, um später auch eine möglichst breite Akzeptanz zu erhalten“, stellte Grünen-Sprecher Matthias Dudde fest.

„Prozess, der wohl noch zehn Jahre dauert“

Die CDU wollte vorab aber auch wissen, wie sich die Überlegungen zur Umgestaltung des Wallrings mit dem bereits beschlossenen 4 Millionen Euro teuren „Radwall“ zwischen Schwanen- und Ostwall vertragen.

In zwei der vier Varianten zum Wall-Umbau bliebe der Radwall erhalten, erklärte Andreas Meißner. Er verwies aber auch auf die lange Zeitperspektive für den Wall-Umbau. „Wir werden einige Jahre planerisch über den Wallring reden, bis wir zu einem Umbau kommen. Das ist ein Prozess, der wohl noch zehn Jahre dauert. Deshalb werden wir den Radwall auf Ostwall- und Schwanenwall auch noch lange brauchen“, sagte der Verkehrsplaner.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich
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