Frau (21) getötet und in Koffer gestopft – Bluttat sorgte bundesweit für Entsetzen

dzProzess beginnt

Entsetzlich blutig soll ein 24-Jähriger seine Partnerin getötet haben. Die Polizei fand die Leiche in einem Koffer in Lütgendortmund. Nun beginnt der Prozess. Der Angeklagte erhält viel Zuspruch.

Dortmund

, 27.01.2020, 04:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Dortmunder Schwurgericht verhandelt ab Montag, 27. Januar, gegen einen 24-jährigen Mann, der seine Partnerin mit 76 Messerstichen getötet haben soll. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet auf Totschlag. Der Angeklagte sitzt seit seiner Festnahme im Dortmunder Gefängnis in Untersuchungshaft.

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Die Bluttat aus dem Sommer 2019 sorgte bundesweit für Entsetzen. Nachdem die Polizei in einem Koffer in Lütgendortmund eine schrecklich zugerichtete Frauenleiche gefunden hatte, liefen die Ermittlungen sofort auf Hochtouren. Und schnell geriet dabei der Lebensgefährte des Opfers in Verdacht.

Der Afghaner lebte zu diesem Zeitpunkt in Zwickau. Er soll für die Tat extra angereist sein. Festgenommen wurde er aber wieder an seinem Wohnort in Sachsen. Von dort wurde er später mit einem Hubschrauber nach Dortmund geflogen.

Heftiger Streit vor der Tat?

Wie es heißt, hatte sich das Paar wenige Tage vor der Tat gestritten. Die 21-jährige Frau soll dann nach Dortmund gefahren sein, um bei einer Bekannten unterzukommen. Doch offenbar gelang es ihrem Freund, sie dort ausfindig zu machen und ihr hinterherzufahren.

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Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass er sie in der Wohnung der Bekannten antraf und es dort zu einem heftigen Streit kam. In dessen Verlauf soll der 24-Jährige die Frau zunächst gewürgt und anschließend immer wieder mit dem Messer attackiert haben. Diesen Angriff konnte das Opfer nicht überleben.

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Vor Gericht will sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen äußern. „Er wird schweigen“, kündigt Verteidiger Christian Isselhorst aus Dortmund an. Sein Mandant wisse natürlich, was ab Montag auf ihn zukomme. Er erhalte jedoch viel Zuspruch von seiner Familie. „Die Angehörigen nehmen viel auf sich, um ihn regelmäßig in Dortmund zu besuchen“, weiß Isselhorst.

Kein Mordmerkmal festgestellt

Dass der Anklagevorwurf nicht Mord, sondern „nur“ Totschlag lautet, liegt daran, dass im Ermittlungsverfahren keines der sogenannten Mordmerkmale mit hinreichender Sicherheit festgestellt worden ist - weder Habgier noch beispielsweise besondere Grausamkeit oder niedrige Beweggründe. Der Strafrahmen für Totschlag liegt im Regelfall zwischen fünf und 15 Jahren Haft.

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Neben der Verlesung der Anklageschrift ist am ersten Verhandlungstag auch schon mit der Vernehmung der ersten Zeugen zu rechnen. Dabei wird es sich voraussichtlich um Polizeibeamte handeln, die am Tatort die Spuren gesichert und anschließend die weiteren Ermittlungen durchgeführt haben.

Das Schwurgericht hat für den Prozess bisher vier Verhandlungstage angesetzt. Nach derzeitiger Planung ist mit einer Urteilsverkündung Ende Februar zu rechnen.

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