Frank Turner, die Dropkick Murphys und eine BVB-Hymne mit Vollgas

dzKonzert in der Westfalenhalle

Mit beiden möchte man einen Abend am Tresen verbringen, doch sie sitzen wohl nicht in derselben Kneipe. In Dortmund spielten Frank Turner und die Dropkick Murphys immerhin in derselben Halle.

Dortmund

, 12.02.2020, 11:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unterschiedlicher kann Punkrock kaum sein. An einem langen Konzertabend traf Frank Turner am Dienstag (11.2.) in der Westfalenhalle auf die Dropkick Murphys. Der erste sang „Du kannst die Welt nicht reparieren, wenn du nur einen Hammer hast“ und die anderen brüllten „Ich will ein Rebell sein, ich will Sch*** zerstören“.

Frank Turner, 38 aus England, kam mit weißem Hemd und Krawatte auf die Bühne und stellte direkt klar: „Unser Job ist es, euch heute Abend zum Singen und Tanzen zu bringen.“ Und wo der Mann seine diversen Gitarren auspackt, bleibt keiner lange still stehen.

Einmal schreien wie bei Iron Maiden

Seine sage und schreibe 2455. Liveshow war für den Folk-Punker eine ganz besondere: „Früher hatte ich ein Video von Iron Maiden“, erzählte er zwischen zwei Liedern: „Die spielten hier in Dortmund, in der Westfalenhalle, auf dieser verdammten Bühne.“

Damals habe er sich immer vorgestellt, einmal wie Sänger Bruce Dickinson zu rufen „Scream for me, Dortmund!“ Also holte er tief luft - und Tausende Besucher schrien zur Erfüllung eines Kindheitstraums. Frank Turner sank seelig auf die Knie und sagte: „Jetzt kann ich als glücklicher Mann sterben.“

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Frank Turner und die Dropkick Murphys

Unterschiedlicher kann Punkrock kaum sein: Frank Turner und die Dropkick Murphys spielten am Dienstag (11.2.) in der Westfalenhalle Dortmund.
12.02.2020
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Frank Turner und die Dropkick Murphys in der Westfalenhalle Dortmund.© Kevin Kindel
Frank Turner und die Dropkick Murphys in der Westfalenhalle Dortmund.© Kevin Kindel
Frank Turner und die Dropkick Murphys in der Westfalenhalle Dortmund.© Kevin Kindel
Frank Turner und die Dropkick Murphys in der Westfalenhalle Dortmund.© Kevin Kindel
Frank Turner und die Dropkick Murphys in der Westfalenhalle Dortmund.© Kevin Kindel
Frank Turner und die Dropkick Murphys in der Westfalenhalle Dortmund.© Kevin Kindel
Frank Turner und die Dropkick Murphys in der Westfalenhalle Dortmund.© Kevin Kindel
Frank Turner und die Dropkick Murphys in der Westfalenhalle Dortmund.© Kevin Kindel
Frank Turner und die Dropkick Murphys in der Westfalenhalle Dortmund.© Kevin Kindel
Frank Turner und die Dropkick Murphys in der Westfalenhalle Dortmund.© Kevin Kindel
Frank Turner und die Dropkick Murphys in der Westfalenhalle Dortmund.© Kevin Kindel
Frank Turner und die Dropkick Murphys in der Westfalenhalle Dortmund.© Kevin Kindel
Frank Turner und die Dropkick Murphys in der Westfalenhalle Dortmund.© Kevin Kindel

Doch nach dem Engländer, der so viel gute Laune und Positivität ausstrahlte, gab es ja noch einen ganz anderen, viel prominenteren Programmpunkt. Die Dropkick Murphys von der US-Ostküste, vor fast 25 Jahren gegründet, kamen raus zu „The Boys are back“. Die Jungs sind zurück - und sie suchen Ärger, wie es in dem Song weiter heißt.

Die Murphys sind meist ziemlich grimmig blickende Musiker, unter anderem mit Akkordeon, Dudelsack und Banjo. Die beiden Frontmänner, knapp über 50, pflegen ihr Image der bösen Jungs. Wer mal eine Schlägerei in einem Film gesehen hat, hat im Hintergrund bestimmt ein Lied der Murphys gehört.

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Frank Turner, der Schwiegersohn-Entertainer mit Schlips und Kragen, ließ sich unten vor der Bühne Platz machen und forderte Zuschauer zum Standardtanz auf. Die Dropkick Murphys ließen die Fans zwar auch mal kurz schunkeln, aber eigentlich nur um umso radauiger weiterzuspielen.

„You‘ll Never Walk Alone“ in doppeltem Tempo

Mit dem Publikum geredet haben sie praktisch nicht. Wer sich in Dortmund richtig beliebt machen will, spielt stattdessen offenbar auch lieber „You‘ll Never Walk Alone“ - allerdings in doppelter Stadion-Geschwindigkeit.

„I Wanna Be A Rebel“ heißt es in einem der neueren Songs: „Ich will ein Rebell sein“, und so geht es vielen der Besucher. Dabei sehen die meisten Leute in den ersten Reihen nicht so aus, als hätten sie sich jemals geprügelt. Stattdessen gehen sie ja auf Konzerte und springen Gleichgesinnte um. Deutlich netter als die Geschichten aus den Knochenbrecher-Texten auf der Bühne.

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