„Fieberambulanzen“ könnten in Dortmund kurzfristig Betrieb aufnehmen

dzCoronavirus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will, dass Kassenärztliche Vereinigungen „Fieberambulanzen“ einrichten, um Praxen bei Corona-Tests zu entlasten. Konzepte für Dortmund gibt es bereits.

Dortmund

, 22.09.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den zahlreichen Lockerungen der vergangenen Monate zum Trotz: Das Corona-Pandemiegeschehen ist weiterhin ein dynamisches. Und angesichts der bundesweit wieder ansteigenden Covid19-Infektionen wappnet sich die Bundespolitik mit neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Dortmund ist bereits vorbereitet.

In einem am Montag (21.9.) in der Rheinischen Post erschienenen Interview kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen im Herbst flächendeckend sogenannte „Fieberambulanzen“ einrichten sollen.

Laut Spahn sei dies notwendig, um den befürchteten Anstieg der Infektionszahlen in der kühleren Jahreszeit Herr zu werden. Patienten mit allgemeinen Symptomen von Atemwegserkrankungen könnten so gesondert von anderen Patienten in Arztpraxen auf das Coronavirus getestet werden.

KVWL zeigt sich vorbereitet

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) sieht sich für diese Aufgabe gerüstet, wie KVWL-Sprecherin Heike Achtermann auf Anfrage unserer Redaktion sagt.

„Was Herrn Spahn wohl bei den 'Fieberambulanzen' vorschwebt, gab's bereits im Frühjahr in Form der Corona-Testcenter“, erklärt Heike Achtermann.

Bei der KVWL gehe man derzeit nicht davon aus, dass das kurzfristige Einrichten neuer Test-Stationen in Dortmund und im Rest von Westfalen-Lippe größere Probleme mit sich bringen würde.

Erfahrungswerte sind nun vorhanden

„Es ist alles nun anders als noch im Frühjahr. Damalig hatte man keine Erfahrungswerte, was den Betrieb solcher Anlaufstellen anging. Auch gab es Engpässe bei Schutzkleidung und Material. Das ist jetzt anders", sagt die KVWL-Sprecherin.

Man habe Zeit gehabt, sich auf die Dynamik der Pandemie-Situation einzustellen, die Abläufe und die Organisation der medizinischen Versorgung entsprechend anzupassen.

Zwar komme Spahns Vorstoß jetzt ein wenig überraschend, schlage aber bei den Ärzten der KVWL keineswegs unerwartet auf: „Tatsächlich steht angesichts des Infektionsgeschehens eine künftige Verbesserung unserer Notdienstpraxen in Westfalen-Lippe an", so Achtermann. 70 dieser Praxen betreibt die KVWL, sie alle sollen künftig in der medizinischen Versorgung optimiert werden.

Keine Überlastung befürchtet

Eine mögliche Überlastung der Ärzte befürchtet Achtermann gegenwärtig noch nicht. „Unsere Ärzte haben in den vergangenen Monat extrem viel an zusätzlicher Arbeit geleistet. Beispielsweise wurden Corona-Abstriche für Kitapersonal oder Lehrkräfte zusätzlich zum regulären Praxisbetrieb angeboten - mitunter haben Praxen dafür auch samstags eigene Corona-Sprechstunden eingerichtet", so Heike Achtermann.

Vorausgesetzt, die personelle Situation sei gewährleistet, könnten „Fieberambulanzen“ für die Entlastung der Allgemeinmedizinerpraxen sorgen.

Bereitschaft ist gegeben

„Am Montagmorgen haben wir bereits einige Rückmeldungen im Dortmunder Büro von Medizinern erhalten, die genaueres über Jens Spahns Vorschlag in Erfahrung bringen wollten. Nur derzeit können wir natürlich auch nicht sagen, was Morgen sein könnte", erklärt die KVWL-Sprecherin.

Es bleibe derzeit nur die Möglichkeit, die Infektionszahlen genau im Blick zu behalten - und, sofern sie wieder schneller anstiegen - zu handeln.

„Wenn nötig, könnten innerhalb von wenigen Tagen die ersten 'Fieberambulanzen' in Dortmund an den Start gehen", so Heike Achtermann.

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