Nach Feuer mit 9 Verletzten: Polizei geht von Brandstiftung aus

Brand in Mehrfamilienhaus

Dramatische Szenen haben sich am Mittwochabend bei einem Brand in der Nordstadt abgespielt. 9 Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht. Jetzt hat die Polizei neue Erkenntnisse und sucht Zeugen.

Nordstadt, Dortmund

, 08.11.2019, 15:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach Feuer mit 9 Verletzten: Polizei geht von Brandstiftung aus

16 Menschen wurden aus dem Haus an der Schützenstraße/Ecke Fliederstraße evakuiert. © Helmut Kaczmarek

Ein Feuer in dem Keller eines Mehrfamilienhauses hat am späten Mittwochabend (6.11.) zu einem Großeinsatz in der Dortmunder Nordstadt geführt. In dem Keller des Gebäudes an der Schützenstraße/Ecke Fliederstraße standen Müll und Gerümpel in Flammen. Mit fatalen Folgen: Das Haus ist unbewohnbar, 9 Menschen mussten verletzt ins Krankenhaus gebracht werden.

Jetzt gehen die Ermittler davon aus, dass es sich um Brandstiftung handelte. Das teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Als die Feuerwehr gegen 21.20 Uhr bei dem Haus an der Schützenstraße/Ecke Fliederstraße eintraf, standen bereits mehrere Bewohner an den Fenstern und riefen um Hilfe. Sie konnten das Gebäude selbst nicht mehr verlassen, da dichter Rauch in dem gesamten Haus bis unters Dach die Fluchtwege versperrte.

16 Menschen mit Fluchthauben gerettet

3 Bewohner hatten das Gebäude noch eigenständig verlassen können. Da sich die Menschen an den Fenstern nicht in unmittelbarer Gefahr befanden, betreute die Feuerwehr sie zunächst über die Drehleitern am Fenster. „Wir haben 16 Menschen mit Fluchthauben aus dem Haus gerettet“, erklärte Hubert Erdhütter vom Lagedienst der Feuerwehr am Abend.

Gegen 23.20 Uhr waren laut Erdhütter neun Menschen ins Krankenhaus gebracht worden, darunter auch zwei Kinder. Bei ihnen soll Verdacht auf Rauchvergiftung bestehen. Die Zahl der Betroffenen hatte sich im Verlauf des Abends erhöht, da alle Bewohner des Hauses nach und nach untersucht wurden. Acht Rettungswagen und drei Notärzte waren laut Erdhütter im Einsatz.

Vor Ort waren zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr und Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr. Der Einsatz war nach drei Stunden beendet. Während dieser Zeit wurden die Bewohner, die nicht ins Krankenhaus gebracht werden mussten, in einem Bus der Dortmunder Stadtwerke untergebracht und von den Rettungsdiensten betreut.

Haus ist unbewohnbar - Familie in Notunterkunft

Die Feuerwehr hatte das Feuer zügig unter Kontrolle gebracht und anschließend den Treppenraum mit einem Hochleistungslüfter entraucht. Aufgrund der Schäden, die der Brand im Keller und im Treppenhaus angerichtet hat, wurden jedoch im Haus Strom, Gas und Wasser abgestellt. Das Haus musste daher für unbewohnbar erklär werden, die Mieter konnten nicht mehr zurück in ihre Wohnungen.

Für eine Familie mit zwei Kindern wurde von der Stadt Dortmund eine Notunterkunft gestellt, die anderen Mieter kamen privat unter. Der finanzielle Schaden an dem Gebäude ist noch unklar.

Polizei sucht Zeugen

Die Ermittlungen der Polizei haben ergeben, dass es sich offenbar um Brandstiftung handelte. Die Beamten bitten Personen, die etwas Verdächtiges gesehen haben, sich unter Tel. 0231/132 7441 zu melden.

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